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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Beidseitiges Venenstripping: gleichzeitig oder nacheinander?
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BeitragVerfasst: 08.10.11, 17:08 
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Beiträge: 10
Hallo und guten Tag!

Mir steht eine wichtige medizinische Entscheidung bevor, für die ich hier gerne um Rat fragen möchte.
Ich (männlich, 34) habe seit ein paar Jahren Venenprobleme in beiden Beinen, die wohl hauptsächlich erblich beding sind. Da es sich sowohl optisch als auch von den Beschwerden (Ziehen, Brennen, Zucken, ...) immer mehr verschlechtert, habe ich mich dazu durchgerungen, der Sache über diesen Winter mit einem Venenstripping entgegenzutreten.

Die Beschwerden sind zwar im linken Bein stärker, dennoch wurde mir von mehreren Seiten gesagt, dass eigentlich beide Beine zu operieren wären. Nun meine Frage: Ist es sinnvoller, beide Beine gleichzeitig zu operieren (kann man das dann aushalten) oder sollte man lieber zwei Operationen nacheinander machen lassen? Ich denke, dass beide Varianten Vor- und Nachteile haben und auch ärztlicherseits hört man beide Meinungen. Der Chirurg, bei dem ich es machen lassen möchte, tendiert dazu, beide Beine auf einmal zu strippen.

Gibt es dazu Erfahrungen bzw. ärztliche Meinungen hier im Forum?

Danke im Voraus 8)
Löwe


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BeitragVerfasst: 08.10.11, 18:29 
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Beiträge: 676
hallo löwe,

es kommt darauf an, welche methode angewandt wird.
bei meiner schwägerin wurde eine woche in einer klinik täglich etwas operiert.

meine frau hat sich nach der neuesten methode >sanfte krampfadern op ohne schnitt
und ohne Narben< behandeln lassen. unter narkose ca. 2 std. beide beine.
dabei wird mikroschaum, radiowellen etc. angewandt. ergebnis super.

gruss rudi


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BeitragVerfasst: 09.10.11, 10:56 
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Interessierter

Registriert: 08.10.11, 15:56
Beiträge: 10
Hallo Rudi,

danke für die Antwort.
Ich habe den Chirurgen nach der Untersuchung auf die von dir erwähnten Alternativmethoden angesprochen, weil ich auch gelesen habe, dass diese weniger belastend sind. Dazu meinte er, um diese Vorteile auszunutzen, sei der Zustand meiner Venen eigentlich schon zu schlecht und man müsse ohnehin einige Schnitte auf jedem Bein machen. Außerdem meinte er, die langfristigen Erfolge seien bei den Alternativmethoden schlechter.
Das würde also für mich Venenstripping nach der klassischen Methode heißen; deshalb frage ich auch, ob dies an beiden Beinen gleichzeitig zumutbar ist.


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BeitragVerfasst: 09.10.11, 15:50 
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Registriert: 15.09.04, 15:23
Beiträge: 419
Grundsätzlich geht beidseits. Aber es hängt schon sehr davon ab, wie ausgeprägt die Krampfadererkrankung ist! Schon ein Bein kann eine sehr ausgedehnte und auch länger dauernde (und belastende) Op sein. In solchen Fällen war noch jeder meiner Patienten dankbar, dass nur ein Bein operiert wurde!
Zu den "sanften" Methoden: Es ist eben nicht richtig, dass dabei völlig auf Schnitte verzichtet werden kann! In den meisten Fällen, wird dabei nur die Stammvene damit behandelt! Das geht auch nur, wenn diese nicht zu geschlängelt verlaufen. Der Katheter, der die Hitze zum Verschweissen der Vene abgibt (Laser, Radiofrequenz-Katheter) muss nämlich die Krampfadervene passieren können und bis kurz vor der Einmündung in das tiefe Venensystem zu liegen kommen, ehe er dann schrittweise zurückgezogen und die Vene "verschweisst" wird.
Die Perforans-Venen (=Verbindungsvenen von innen und aussen der Muskelumhüllung) und Seitenastvarizen müssen (fast immer) mit Schnitten entfernt oder unterbrochen werden.

Also Varizenerkrankung ist nicht gleich Varizenerkrankung!
Bei der Schaumverödung wird ein reizendes Mittel, das die Venneninnenwand zerstört in die Vene eingespritzt. Gefährlich ist es, wenn der Schaum in den Blutkreislauf übertritt. Manche Patienen haben dabei ein"Sehen von schwarzen Flecken " in den Augen.

Viele Grüsse!

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Prof. Dr. Stefan von Sommoggy

Nach § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ersetzt meine Stellungnahme nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 10.10.11, 22:43 
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Registriert: 08.10.11, 15:56
Beiträge: 10
Vielen Dank!
Nun ist es auf diesem Weg kaum möglich, die Ausprägung meines Leidens zu eruieren. Ich versuche es dennoch zu beschreiben:

Generell habe ich in beiden Beinen recht oft ein Ziehen, Brennen oder Zucken, links auch manchmal das Gefühl als würde ein Gewicht am Oberschenkel liegen. Optisch habe ich am linken (schlechteren) Bein Mitte des Oberschenkels innen eine runde, ca. 2-Euro-große grüne Stelle, die beim Ultraschall als "kaputt" bezeichnet wurde, auf Kniehöhe innen heraustretendes Krampfaderngeflecht, am Unterschenkel eine augeprägte senkrechte Ader und eine waagrechte übers Schienbein (tut oft besonders weh), um den Knöchel geschlängelte Adern. Rechts auch in Kniehöhe innen Krampfaderngeflecht, ausgeprägte Ader übers Schienbein und wieder Geflecht am Knöchel. Allerdings ist es so, dass sämtliche Adern (zB vor dem Aufstehen) auch verschwinden können.

So, nun stellt sich nochmal die Frage, ob dies für eine beidseitige OP zumutbar ist, oder ob ich auch froh wäre, das nacheinander abgewickelt zu haben.


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BeitragVerfasst: 11.10.11, 09:06 
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Beiträge: 419
Hört sich an, als könnten Sie durchaus beide Beine in einer Sitzung operieren lassen.

Die Stammvene im Oberschenkel könnte "verschweisst" werden (mit VNUS http://www.vnus.de/, oder RFFIT). Damit vermeiden Sie den (manchmal besonders unangenehmen) Schnitt in der Leiste.

Am objektivsten finden Sie eine Zusammenstellung unter : http://de.wikipedia.org/wiki/Krampfader.
Aber es ist immer ein Kombinationsverfahren! Das wird oft verschwiegen. Also Verschweissen und Chirurgie (Häckchenmethode nach Varady) oder Verschweissen und Schaumverödung.

Ich selbst habe mich nach längerem Abwarten (nicht gleich "auf das erste Pferd springen") für die RFITT-Methode entschieden. Ich habe mich vorher auch bei Kollegen informiert, die detailliert mit allen 3 Verfahren der Venenverschweissung vertraut sind (http://www.saphenion.de/derzierau/der-zierau-12.pdf).

Aber entscheidend ist immer der Arzt, der ein Verfahren anwendet.... .
Alles Gute!

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Prof. Dr. Stefan von Sommoggy

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BeitragVerfasst: 12.11.11, 16:23 
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Vielen Dank!
In gut einer Woche steht die OP ins Haus; entschieden habe ich mich immer noch nicht. :roll:
Mir macht weniger der Eingriff an beiden Beinen gleichzeitig an sich Angst, sondern mehr das Danach mit der Frage, wie es sich in den darauf folgenden Wochen mit zwei operierten Beinen so leben lässt. Schließlich kann man ja auch die Kompressionsstrümpfe (mit denen ich keine besondere Freude habe) an einem frisch operierten Bein nicht einfach mal so ausziehen, wenn man keine Lust mehr darauf hat...
Hier ist die Entscheidung für eine Situation zu treffen, die ich nicht einschätzen kann.


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BeitragVerfasst: 12.11.11, 17:05 
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Ich glaube so aus der Ferne, lassen Sie erst mal nur ein Bein operieren.... .
Alles Gute,
Stefan Sommoggy

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BeitragVerfasst: 22.12.11, 15:41 
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Danke, ich habe den Tipp berücksichtigt und erstmal nur das linke bein operieren lassen. Dies wurde nach der klassischen Methode (Stripping nach Babcock) durchgeführt; u. a. wurde die Stammvene von der Leiste bis etwa Mitte Unterschenkel entfernt.
Nun gibt es aber leider Komplikationen. :( Bis ca. 4 Tage nach der OP war bis auf übliche leichtere Schmerzen alles OK, nun bekomme ich aber seit einigen Tagen selbst bei kürzestem Stehen (ca. 5 Sekunden) am Unterschenkel im Bereich des Stammvenenschnitts einen extremen Stauungs- bzw. Druckschmerz, sodass ich derzeit praktisch überhaupt nicht mehr stehen kann. Beim Gehen und Liegen, auch beim Sitzen tritt dieses Problem nicht auf. Ich habe großflächige, starke Hämatome und war auch vorgestern nochmal im Krankenhaus. Dort wurde ein Ultraschall gemacht und man meinte, ein großes subkutanes Hämatom würde diesen Schmerz verursachen und es müsste nach einer Woche abklingen.

Nun habe ich aber doch Bedenken, ob da nicht mehr dahinterstecken könnte. Nach kürzestem Stehen scheint es so zu stauen, dass ich sofort weitergehen muss, weil ich glaube, es zerreißt mir den Unterschenkel. Kann sowas von einem Hämatom kommen oder muss ich mir gröbere Sorgen machen?


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BeitragVerfasst: 22.12.11, 15:51 
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Ich hoffe, Sie haben immer einen Kompressionsstrumpf getragen? Oder das Bein straff mit Kurzzugsbinden gewickelt?
Sonderbar ist, dass der Bluterguss offenbar erst verzögert auftrat. Die Beschwerden können durchaus durch den Bluterguss verursacht sein! Aber mehr kann ich aus der Ferne nicht dazu sagen. Ich hoffe, die Klinik, wo Sie operiert wurden, betreut Sie gut!
Viele Grüsse!

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BeitragVerfasst: 22.12.11, 17:06 
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Kompressionsstrumpf trage ich Tag und Nacht.
Die Betreuung in der Klinik ist weniger gut, war vorgestern in einem anderen Krankenhaus.


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BeitragVerfasst: 25.12.11, 16:19 
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Das Problem ist leider nach wie vor vom Druckschmerz und optisch unverändert. Man muss es erleben, um zu wissen, was es bedeutet, nicht stehen (bleiben) zu können. :(
Unsicher bin ich mir in Bezug auf die Verwendung von Heparin-Bauchspritzen in diesem Fall. Ein Arzt meinte, sie seien wichtig gegen Thrombose, ein anderer beim letzten Krankenhausbesuch meinte, eher kontraproduktiv, da sie die Hämatome noch ausweiten könnten. Zugleich hat er mir aber eine Heparinsalbe verordnet... :?
Ist es nun besser, weiterzuspritzen oder eher nicht; eine Thrombose war nämlich schon immer meine Schreckensvision.


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BeitragVerfasst: 14.03.16, 10:41 
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noch neu hier

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Beiträge: 2
Das hört sich ja ganz und garnicht gut an. Ich würde es erstmal genauso machen und das Krankenhaus wechseln. Wenn du immer noch nicht zufrieden bist oder besser gesagt immer noch nicht das Gefühl hast, dass alles richtig läuft mit deiner Behandlung, wende dich doch telefonisch an weitere Ärzte und hole dir mehr Meinungen zu diesem Thema ein. Dir weiterhin viel Glück und eine schnelle Lösung! unerwünschten Link entfernt


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BeitragVerfasst: 14.03.16, 11:17 
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