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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Ernährung in der Geschichte
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 Betreff des Beitrags: Ernährung in der Geschichte
BeitragVerfasst: 25.09.09, 11:01 
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Hallo!

Ich habe eine Frage und denke mir, sie hier sicher nicht richtig eingeordnet zu haben, aber am ehesten passt diese Richtung vielleicht...

Die Lebensmittel, die wir gegenwärtig aus den Supermärkten zu uns nehmen, hätte die ein Mensch von vor 20.000 Jahren (um einfach mal einen Zeitabschnitt zu nennen) auch ohne weiteres essen können oder haben wir Menschen uns über die Zeit den Zusatzstoffen und Chemikalien angepasst, sodass sich unser Körper einfach daran gewöhnt hat?

Kann man sowas überhaupt rausfinden?

Viele Grüße,
carolin.


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BeitragVerfasst: 25.09.09, 15:19 
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befriedigend wird man die Frage wohl nicht beantworten können, da wir nunmal keinen Menschen aus dieser Zeit haben. Die meisten Inhaltsstoffe haben den Einzug in unsere Lebensmittel erst im Laufe der letzten 100- 150 Jahre gehalten, was mir persönlich für zu kurz für eine evolutionäre Anpassung scheint.


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BeitragVerfasst: 28.09.09, 15:46 
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Beiträge: 472
Hallo,

würde ich ähnlich sehen. Veränderungen der Genetik brauchen viele Jahrtausende; die Paläntologen jedenfalls bestätigen, dass da mehrere Jahrtausende nix passiert ist. Unser Stoffwechsel reagiert also immer noch so auf die Nahrungsmittel wie der der Steinzeitmenschen. Anders herum würde also vermutlich, wenn man einem solchen Vertreter Coca-Cola oder einen BigMac anbieten würde, nicht viel anderes passieren als es heute passiert: Ihm würde es vergleichsweise gut schmecken, und er würde vielleicht nicht einmal dick davon werden, weil er zu seiner Zeit mehr Bewegung kennt. Er würde möglicherweise Allergien oder Unverträglichkeiten entwickeln, wie es heute passieren kann. Unabhängig davon gibt es bei immer wieder zugeführten Giftstoffen (Konservierungsmittel, Medikamente, Geschmacksverstärker, Farbstoffe u.v.m.) individuelle Toleranzentwicklungen, in diesem Punkt wären wir dem Steinzeitmenschen deutlich voraus :wink:.

_________________
Grüßle,
zackbohne


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BeitragVerfasst: 28.09.09, 18:04 
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zackbohne hat geschrieben:
Unabhängig davon gibt es bei immer wieder zugeführten Giftstoffen (Konservierungsmittel, Medikamente, Geschmacksverstärker, Farbstoffe u.v.m.) individuelle Toleranzentwicklungen, in diesem Punkt wären wir dem Steinzeitmenschen deutlich voraus :wink:.


Oder hinten an, weil uU. der Steinzeitmensch nicht die überquellende Wahl an Lebensmitteln hatte und deswegen eher dazu gezwungen war "giftige" Nahrungsmittel zu verkonsumieren.


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BeitragVerfasst: 29.09.09, 06:58 
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Adromir hat geschrieben:
Oder hinten an, weil uU. der Steinzeitmensch nicht die überquellende Wahl an Lebensmitteln hatte und deswegen eher dazu gezwungen war "giftige" Nahrungsmittel zu verkonsumieren.
Ich denke, weniger "giftige" als wenig bekömmliche oder heute nur noch in wenigen Kulturkreisen beliebte. Sicherlich hat der Steinzeitler auch Aas nicht verschmäht.

Der Steinzeitler hätte zwar gerne eine Cola getrunken, aber den fettigen Hamburger präferiert. Evolutionär bedingt (was man auch schon bei Kleinkindern beobachten kann) wird gerne die Geschmacksrichtung süß (reife Frucht) oder salzig (Mineralien) gegessen, während sauer (unreife Frucht) oder bitter (mögliches Gift) abgelehnt wird. Allgemein wird hochkalorische Kost, die fettreich ist, bevorzugt. In der Steinzeit wusste man eben nicht, wann man wieder etwas zum Spachteln kriegte.

Und die Folgen dieser sinnvollen Entwicklung sehen wir heute. Das Überangebot an Nahrung (jedenfalls in der 1. Welt) und das Stehenbleiben des Hirns in der Steinzeit haben zu massiver Überernährung geführt. Die Lebensmittelindustrie peppt besonders ihre Billig-Produkte noch dazu (die sind auch nicht dumm) mit Fett oder Salz oder Süßstoffen auf.

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BeitragVerfasst: 29.09.09, 14:55 
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Danke, sehr schön zusammen gefasst.


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 Betreff des Beitrags: ernährung
BeitragVerfasst: 18.12.09, 23:12 
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Registriert: 25.05.09, 12:03
Beiträge: 36
darf ich mir erlauben,einen literaturhinweis zu diesem thema zu geben:d.ganten
die steinzeit steckt uns in den knochen verlag piper,dort seite 137 ff.


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