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medizin-forum.de • Thema anzeigen - "Traurige Musik" ist gut für die Seele...
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BeitragVerfasst: 13.11.14, 15:34 
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...fand man bei einer Untersuchung der Uni Berlin heraus.
Ich würde meinen, das wissen und nützen die Anthroposophen schon lange.

Aber es drängt sich eine Frage auf:
Wann ist denn eine Musik "traurig" bzw. wann erzeugt sie Melancholie oder Traurigkeit? Welche Eigenschaften muss sie besitzen, damit sie obige Emotionen hervorruft? Wirkt bestimmte Musik bei jedem Menschen ähnlich oder gibt es da individuelle Unterschiede?

Da ich sehr gerne Balladen höre, interessiert mich das Thema sehr. Wenn man solche Musik wirklich therapeutisch einsetzen möchte, muss man doch wissen, welche Musik sich bei welcher Indikation eignet.

Deshalb hoffe ich, dass man mir hier ein bisschen weiterhelfen kann.

Auf mich wirkt ein und dasselbe Musikstück nicht immer gleich, es sind offensichtlich auch nicht immer die getragenen Molltöne, die ein trauriges Lied ausmachen. Der Text kann es auch nicht sein, denn es gibt sehr "traurige" Instrumentals. Und dennoch empfinden bestimmt 95% aller Menschen Lieder wie das "Einsamer Hirte" als traurig und "Popcorn" als heiter.

Warum?


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BeitragVerfasst: 13.11.14, 17:53 
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Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
Aber es drängt sich eine Frage auf:
Wann ist denn eine Musik "traurig" bzw. wann erzeugt sie Melancholie oder Traurigkeit? Welche Eigenschaften muss sie besitzen, damit sie obige Emotionen hervorruft? Wirkt bestimmte Musik bei jedem Menschen ähnlich oder gibt es da individuelle Unterschiede?


Bei der Frage, wie Musik konkret bestimmte Emotionen auslöst, scheiden sich die Geister. Es gibt nur wenig wissenschaftliche Studien dazu, die allerdings alle keine befriedigende Antwort liefern.

Hier wird z.B. die These verfolgt, dass musikalischer Ausdruck nicht nur in der Struktur der Musik sondern auch in der Erfahrung des Hörers verortet werden muss.

Bei der Strebetendenz-Theorie dagegen geht man davon aus, dass Musik überhaupt keine Emotionen vermitteln kann sondern nur Willensvorgänge, mit denen sich der Musikhörer identifiziert.


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BeitragVerfasst: 14.11.14, 09:02 
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Vielen Dank, da les ich mich mal ´rein.


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BeitragVerfasst: 14.11.14, 09:31 
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Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
Vielen Dank, da les ich mich mal ´rein.

Das bringt nicht viel, denke ich.
Der Musikempfänger muss bereit zur Aufnahme sein. Nicht die Eigenschaften der Musik sind erst einmal wichtig, sondern die Bereitschaft zur Aufnahme. Bei allen, die Ohren haben und hören können, ob Mensch, ob Tier (Pflanzen ?). Ich glaube, einmal gelesen zu haben, dass die Musik ähnliche Regionen im Gehirn anspricht wie „Rauschmittel“. Das erklärt auch die Marschmusik (heute noch in den USA u. a. Nationen ist es mehr ein Sprechgesang), mit der es sich wohl leichter auf Kriege vorbereiten lässt, oder Musik mit Trommeln pp., die selbst ohne weitere Rauschmittel einen so ziemlich schläfrig bzw. willenlos werden lassen können. Immer vorausgesetzt natürlich, man lässt sich darauf ein.
„Traurige“ Musik spricht uns an und bringt uns zum „Weinen“, wenn wir uns sowieso soweit haben fallen lassen, dass wir in Muße zuhören können. Helle, klare Töne können aber ebenso eine gewisse Traurigkeit verursachen.
Anders ist es bei manchen Musikstücken, die wir in unserem Leben mit bestimmten Erlebnissen verbinden. Wenn ich heute das Lied von Herrn J. S. Bach, besser bekannt als „Air“ auch nur ansatzweise höre, also schon die ersten Töne, fang ich fast an zu heulen, weil das Stück bei den beiden Begräbnissen meiner Eltern gespielt wurde. Das sitzt drin und das wird man glaube ich auch nicht mehr los.
Die beste Therapie nützt nix, wenn der Empfänger nicht dafür offen ist. Deshalb würde ich nie behaupten, Musik ist als Therapie wirksam. Sie kann der Einstieg zu einer Therapie werden. Aber sie ist keine.
Musik ist für mich immer schon auch ein Mittel gewesen, um mich abzureagieren, wenn mich etwas sehr gefreut hat, aber auch, wenn ich sehr traurig oder gefrustet bin. Immer, wenn ich irgendwie, irgendwo „mit mir hin muss“, mach ich Musik oder höre ihr zu.
Lilly291199 müsste hiervon auch ganze Lieder singen können. :wink:
Aber, sobald ich es mir vornehme, also mir sage: Du brauchst „ein Zuckerl“, jetzt mach/hör Musik, dann funktioniert das nicht. Dann kann ich die Geige eingepackt bzw. die Tonträger im Schrank lassen.

Versteht Ihr mich? Ich bin kein Therapeut, mach mir auch ungern über die Musik einen Kopf, ich bin leidenschaftlicher Musikant, sowohl ausführend als auch hörend.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende.

Christiane


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BeitragVerfasst: 14.11.14, 11:15 
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Christianes Herz hat geschrieben:
Das bringt nicht viel, denke ich.
Der Musikempfänger muss bereit zur Aufnahme sein. Nicht die Eigenschaften der Musik sind erst einmal wichtig, sondern die Bereitschaft zur Aufnahme.


Da ist bestimmt was dran. Seit dem Tod meiner Mutter mag ich keine traurigen Lieder hören, die ich sonst sehr schätze.

Christianes Herz hat geschrieben:
Bei allen, die Ohren haben und hören können, ob Mensch, ob Tier (Pflanzen ?). Ich glaube, einmal gelesen zu haben, dass die Musik ähnliche Regionen im Gehirn anspricht wie „Rauschmittel“. Das erklärt auch die Marschmusik (heute noch in den USA u. a. Nationen ist es mehr ein Sprechgesang), mit der es sich wohl leichter auf Kriege vorbereiten lässt,..


Auch das könnte gut sein. Ich erinnere mich, mich in den 70ern als aktiver Fußballer vor Punktspielen mit "Easy livin´" von Uriah Heep "gedopt" zu haben.

Christianes Herz hat geschrieben:
Die beste Therapie nützt nix, wenn der Empfänger nicht dafür offen ist. Deshalb würde ich nie behaupten, Musik ist als Therapie wirksam.


Naja, da bin ich aber nun ganz anderer Ansicht. Wie offen ist denn eine Kuh, die angeblich mit Bach mehr Milch gibt als mit Beethoven oder AC/DC? Und ungeklärt bleibt die Frage, wieso die mir bis gestern unbekannten Lieder dieser Lana del Rey (zu denen es also auch keine Assoziationen gibt) auch auf mich "traurig" wirken. Woher wusste man, dass Mahalia Jackson in "Solange es Menschen gibt", in der Kirche "Trouble of the world" singen muss, um eine "traurige" Stimmung ´rüberzubringen?

Ich habe mal gelesen, dass das Stakkato von Rockbässen im Rhythmus unseres Herzschlags besonders gut ankommt. Ohne die oben verlinkten Artikel bislang gelesen zu haben, könnte ich mir vorstellen, dass die Empfindung bei Musik als traurig oder heiter irgendwie aufgrund prenataler Erfahrungen zustande kommt.

Christianes Herz hat geschrieben:
Musik ist für mich immer schon auch ein Mittel gewesen, um mich abzureagieren, wenn mich etwas sehr gefreut hat, aber auch, wenn ich sehr traurig oder gefrustet bin. Immer, wenn ich irgendwie, irgendwo „mit mir hin muss“, mach ich Musik oder höre ihr zu.
Aber, sobald ich es mir vornehme, also mir sage: Du brauchst „ein Zuckerl“, jetzt mach/hör Musik, dann funktioniert das nicht. Dann kann ich die Geige eingepackt bzw. die Tonträger im Schrank lassen.


Stimmt, wobei es mir aber manchmal gelingt, nach anfänglicher Mühsal beim Zuhören mich durch die Musik in eine andere "Sphäre" versetzen zu lassen.

Christianes Herz hat geschrieben:
Versteht Ihr mich? Ich bin kein Therapeut, mach mir auch ungern über die Musik einen Kopf, ich bin leidenschaftlicher Musikant, sowohl ausführend als auch hörend.


Ebenso. Für den Hausgebrauch reichen meine Gitarren- und Akkordeon-Kenntnisse, aber ich lass´ lieber die Profis für Geräusche sorgen. :wink:


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BeitragVerfasst: 14.11.14, 15:46 
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Christianes Herz hat geschrieben:
Musik ist für mich immer schon auch ein Mittel gewesen, um mich abzureagieren, wenn mich etwas sehr gefreut hat, aber auch, wenn ich sehr traurig oder gefrustet bin. Immer, wenn ich irgendwie, irgendwo „mit mir hin muss“, mach ich Musik oder höre ihr zu.

Das ist doch auch eine Art Therapie, oder nicht? Es ist bereits bewiesen, dass Musik auf den Körper wirkt. Sie beeinflusst Herzschlag, Blutdruck, Muskelspannung, Atemfrequenz und die Hormone. Bei schneller und aggressiver Musik wird Adrenalin ausgeschüttet, bei sanften und ruhigen Klängen hormonelle Gegenspieler. Wenn man eine Affinität zu Musik hat, kann man mit nichts besser abschalten und seinen Stresspegel senken. Auch in der Psychiatrie und Schmerztherapie wird Musik bereits begleitend eingesetzt, weil sie angeblich schmerzdämpfend wirkt.


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BeitragVerfasst: 15.11.14, 02:08 
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Musik als Medium, aber nicht als Therapie ansich. So meinte ich das. Barnie wollte wissen, welche Musik bei welcher Indikation. Das funktioniert m. E. nicht. Musik als eine Art Dampfbad, um die Poren zu öffnen, ja, aber dann braucht es die jeweilige Medizin, die heilt oder halt therapiert. Das (Heilen) kann Musik nicht. Das wollte ich ausdrücken. Musik allein ändert nicht die jeweiligen Lebensparameter.

Frdl. Grüße
Christiane


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BeitragVerfasst: 24.04.15, 12:03 
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Interessierter

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hallo zusammen, (wenn auch etwas spät)
also ich persönlich bin kein Facharzt, aber als mein bester Freund vor einiger Zeit mit Ängsten und Panik Attacken zu kämpfen hatte, kam ich mir so hilflos vor. Ich wollte ihm unbedingt irgendwie helfen, und so machte ich mich auf die Suche...
Nach einer langen Recherche im Internet bin ich unter anderem auf diese Seite http://www.monochord-klangmassage.com/ gestoßen. Dort habe ich mich genauer informiert, wie eine Klangmassage funktioniert und was es einem bringt. Meinem Freund geht es seitdem besser und ich bin nun guter Hoffnung, dass solch eine alternative Therapie im Fall meines Freundes helfen bzw. heilen kann. Ob Musiktherapie oder Klangmassage-ich denke es tut dem Körper, Geist und Seele einfach gut....


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BeitragVerfasst: 01.05.15, 18:53 
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Bisschen spät deine Nachricht.
Ich persönlich sehe ungeahntes Potential in der Nutzung von Schwingungen bzw. Schwingungen seitens der Musik. Also das ist ein Feld, das zudem das Gehirn betrifft und dort haben wir sehr schwach geforscht. Ich freue mich sehr auf neue Erkenntnisse in dem Bereich.

_________________
Bin begeisterter Fan von Alt.-Medizin - freue mich auf Austausch per PN.


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 Betreff des Beitrags: Klangmassage
BeitragVerfasst: 01.05.15, 22:51 
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Laotse sagt: "Leichte Schläge mit den Drumsticks auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen". Ist so in etwa die o. a. Klangmassage zu verstehen?

Frdl. Grüße
Christiane


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BeitragVerfasst: 02.06.15, 20:50 
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Beiträge: 20
Wohnort: Berlin
Generell ist 'traurige' Musik in Moll gehalten.
Aber die Studie ist für mich Quatsch. Es gibt hypersensible Menschen denen Musik in Moll nicht gut tut, da sie diese Menschen noch mehr in die Traurigkeit/Melancholie zieht.
Dann gibt es wieder andere, die es glücklich macht. Aber verallgemeinern kann man das nicht.

_________________
Wer immer wieder auf die Gesundheit anderer trinkt sollte sich nicht wundern, wenn die eigene dabei drauf geht!


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BeitragVerfasst: 28.07.15, 08:53 
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Interessierter

Registriert: 28.07.15, 07:28
Beiträge: 10
Steffen52 hat geschrieben:
Aber die Studie ist für mich Quatsch. Es gibt hypersensible Menschen denen Musik in Moll nicht gut tut, da sie diese Menschen noch mehr in die Traurigkeit/Melancholie zieht.
Dann gibt es wieder andere, die es glücklich macht. Aber verallgemeinern kann man das nicht.


Würde ich auch sagen. Ich meine nämlich gelesen zu haben, dass "traurige" Musik gar nicht so gut sein soll, wenn es einem schon schlecht geht.
Je nach Stimmung empfinde ich ein und das selbe Lied als fröhlich / erheiternd, nervend oder traurig. Verallgemeinern kann man das echt nicht, da geb ich Steffen schon recht. Angeblich sind Metaller ja auch ruhiger und freundlicher. :D Wobei ich zugeben muss, dass ich selten einen Metaller habe ausrasten sehen...


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