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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Verdauung vs. Sport
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 Betreff des Beitrags: Verdauung vs. Sport
BeitragVerfasst: 12.03.11, 23:29 
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Registriert: 12.03.11, 23:00
Beiträge: 3
Hallo,
Ich habe ein paar Fragen zum Thema, vielleicht kennt sich jemand damit aus?
Verweise und Stichwörter zur Recherche sind auch gern gesehen!

1)
Ich suche nach dem Fachbegriff für den Konflikt zwischen Sympathikus und Parasympathikus, wenn Sport während des Verdauungsprozess (von nicht leicht verdaulicher Kost) gemacht wird.
Das Blut soll aus den Inneren Organen in die Muskulatur, aber der Magen fordert es ebenfalls. Es kann zum Kreislauf-Kollaps kommen.
Besser kann ich es nicht beschreiben, ein paar Suchbegriffe fehlen mir.

2)
Kann eine reichhaltige Kost die im Magen ist und intensiver Sport direkt im Anschluss gemacht wird, dazu führen das die Nahrung nicht richtig verdaut wird? Wann entscheidet sich ob etwas länger im Magen verweilt, erbrochen wird, oder schlecht verdaut aus dem Magen in den Darm gelangt?

3)
Reine Spekulation (zumindest nach Basis meines bescheidenen Wissensstands):
Bei diesem Konflikt, kann es sein das durch unverdaute Nahrung Giftstoffe in den Darm gelangen und eine Vergiftung auslösen können?

4)
Salzstangen und milder Apfelsaft sind als Mittel nach Erbrechen richtig?
Ich erinnere mich daran dass ich kritische Stimmen zu Salzstangen hörte, ebenso wie zu Cola.
Mir fehlt nur die Begründung.

Hintergrund:
-Ich bin Sportstudent und vertiefe den Schwerpunkt Sportmedizin.
-Ich habe eine junge (15) Bekannte, die derzeit das Bett hüten muss.
Sie hatte viel gegessen und aus Zeitplanungsdefiziten :roll: gab es direkt danach Sport mit hoher Intensität (Zirkeltrainingsform!)
Dabei bereits war ihr schon etwas übel und Kopfweh hatte sie auch, welches am Abend blieb. Sie war dennoch sehr vital zu der Zeit (was nichts über viel aussagt).
Am nächsten morgen kam Übelkeit und Erbrechen hinzu, das Fieber ist am abend mit 39,3°C auch nicht allzuhoch für ihre Verhältnisse. Sonstige Krankheitsanzeichen wie Husten, Verschleimtheit sind auch (noch?) nicht vorhanden. Kopfweh hatte sie bereits während des Training und das ist 24h später nicht verklungen.
Rückenschmerzen kamen im Laufe des Tages hinzu, sie hat die meiste Zeit im Bett gelegen!

Mein Tipp ist entgegen den wilden Spekulationen des Familienumfelds, das es nicht zwingend eine Infektion ist, sondern eher dass sie die Nahrung nicht verdauen konnte und es am nächsten Morgen zu einer Reaktion kam.
Ob das Essen solang im Magen verblieb oder teile davon schlecht verdaut in den Darm gingen würde mich interessieren; was die Möglichkeit angeht. Ferndiagnosen liegen mit fern. Ich möchte aber gerne die Hintergründe verstehen und "ein Konflikt zwischen Sym. und Parasympathikus" ist mir zu wenig, falls das als Möglichkeit für die berschriebene Problematik mit Übelkeit/Kopfweh in Frage kommt!
Eine Infektion als Ursache ist sicherlich auch nicht auszuschließen?!

Danke für jedes Stichwort und gerne auch mehr :D
Grüße
Jan


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 Betreff des Beitrags: Re: Verdauung vs. Sport
BeitragVerfasst: 18.03.11, 21:03 
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Registriert: 12.03.11, 23:00
Beiträge: 3
Die Fragen bleiben bestehen, nachträglich wird das Problem jedoch schwammig "Magendarmgrippe" genannt. Leider kenne ich mich mit Magendarmgrippe nicht aus...

Daher noch eine Frage, stimmt die Möglichkeits-These:
Viel Essen -> PH Wert ggf. nicht gering genug zum abtöten von Keimen-> Infektion

Sport als Belastung (führt zur Hemmung des Oxidativen Burst, als Messkriterium für die Phagozytose) und zu viel Essen kann also scheinbar doppelt gefährlich sein.
Wenn jemand irgendwas loswerden will, in jeder Hinsicht (Frage/Antwort)...gerne!


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 Betreff des Beitrags: Re: Verdauung vs. Sport
BeitragVerfasst: 19.03.11, 12:21 
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Registriert: 10.03.09, 17:22
Beiträge: 516
Hallo,
ich kann mal ein paar Anmerkungen machen, die mir beim Lesen Ihrer Beiträge durch den Kopf gehen. Ich beziehe mich dabei auf die Physiologie des Menschen und nicht auf Ihren konkreten Fall.
1) Das Fachwort für den "konflitk" zwischen Paras und Symp kenne ich nicht. Früher war es deswegen glaube ich verboten, nach dem Essen schwimmen zu gehen. Man dachte, es würde wie von Ihnen postuliert zum Kollaps kommen. Meines Wissens nach ist das mittlerweile widerlegt, der Durchblutung des Gehirns wird beim Gesunden eine höhere Priorität gegeben. Den Begriff "Konflikt" halte ich auch für unpassend. Es handelt sich ja eher um ein Gleichgewicht zwischen beiden Systemen, das je nach Situation variiert und angepasst wird!

2) Im Magen wird die Nahrung für die eigtl Verdauung im Darm vorbereitet. Wie lange die Nahrung im Magen verbleibt, ist von Konsistenz, der Menge an Säure, hauptsächlich jedoch von der Motilität des Magens abhängig. Diese wird über Paras. und Symp. reguliert.
Treibt man also Sport im Anschluss an eine Mahlzeit, so wird es einfach länger dauern, bis der Speisebrei in den Darm gelangt und die Nährstoffe dort resorbiert werden. Eine sogenannte Malabsorption sollte dadurch nicht entstehen. Erbrechen beim Sport ist häufig ein Kompensationsmechanismus bei Übersäuerung des Körpers. So gibt der Körper Säure ab und wirkt der Übersäuerung entgegen.

3) Das halte ich für ausgeschlossen, habe zumindestens noch nie von sowas gehört. Wie bereits gesagt, wird die Nahrung eigtl erst im Darm verdaut, es gelangt also hauptsächlich unverdaute Nahrung in den Darm.

4) Beim Erbrechen/Durchfall verliert man unter anderem Elektrolyte, die man durch Salzstangen wieder ergänzen kann. Die Salzstangen haben darüberhinaus den Effekt, beim resorbieren in die Darmwand Wasser mitzuziehen, was flüssigem Stuhl entgegenwirken kann. Zum Cola sagt die Wikipedia:
"Die früher gebräuchliche Elektrolyttherapie mit einer Kombination aus Softdrink (z. B. Coca-Cola) und Salzgebäck wird hingegen nicht mehr empfohlen. Coca-Cola enthält mehr als acht Mal so viel Zucker (≥110 g/L) wie von der WHO für die Rehydratationslösung empfohlen und weist somit eine massiv erhöhte osmolare Aktivität auf (bis zu 780 mOsm/L), durch die Wasser gebunden und der Durchfall in aller Regel verstärkt wird. Der dadurch entstandene relative Natriumüberschuss im Blut (Hypernatriämie) sowie der nicht abgedeckte (und durch Coca-Cola verstärkte)[13] Mangel an Kalium (Hypokaliämie) belasten das ohnehin schon verschobene Elektrolytgleichgewicht im Körper."

5) Wenn man größere Mengen an Nahrung zu sich nimmt, wird auch mehr Salzsäure produziert. Bei einem gesunden Menschen(will meinen ohne chronische Erkrankungen) gibt es dadurch keine Probleme mit dem Abtöten von Erregern. Daneben sind die Salzsäure und die Phagozytose ja auch nicht die einzigen Mechanismen des Immunsystems und eine "Hemmung" der Phagozytose heißt ja auch nicht "Vollbremsung" sondern Verlangsamung.

Zu Ihrer Theorie bzgl der Krankheitsentstehung:
Halte ich für vollkommen abwegig. Sie basiert ja auf der falschen Annahme von unverdauter Nahrung, die Giftstoffe freisetzt. Das Fieber in Kombination mit den Symptomen spricht viel eher für einen Infekt. Ich gehe davon aus, dass ein Arzt aufgesucht wurde? Dann würde ich mich an das halten, was dieser meint.

Sehr lustig finde ich übrigens, dass Sie die Behauptung aus dem Familienumfeld, es handele sich um einen Infekt, als wilde Spekulation bezeichen :-) Dabei ist das doch das naheliegendste?

Ich würde Ihnen raten, sich Literatur über die Physiologie des Magen-Darmtraktes zu besorgen. Wenn Sie den Punkt Sportmedizin vertiefen möchten, würde ich dabei sogar zu den richtig dicken Lehrbüchern der Physiologie greifen, da steht auch viel Detailwissen zur Verdauung drin! Ansonsten hilft Wikipedia sehr gut weiter, da allgemeinverständlich geschrieben! Sie können aber natürlich auch hier Fragen stellen :-)

Gruß


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 Betreff des Beitrags: Re: Verdauung vs. Sport
BeitragVerfasst: 20.03.11, 09:07 
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Registriert: 10.09.07, 13:30
Beiträge: 4729
Ich erinnere mich noch genau an die Kinderheilkunde-Vorlesung. Unser Professor sagte sinngemäß: Die Idee, mit Salzstangen und Cola den Verlust durch Erbrechen auszugleichen, ist ernährungsphysiologisch unsinnig. Aber man sollte nicht vergessen, dass es sich um Kinder handelt, und die zum Essen und Trinken zu bringen, geht mit Salzstangen und der bei Kindern begehrten Cola ganz gut.

Zum Thema Buch und Infektionsvermutung kann man Phileas nur zustimmen. Es sollte tatsächlich ein Arzt aufgesucht werden, denn nach schlecht behandelten Infekten und geschwächtem Immunsystem durch Sport sind Spätschäden möglich.

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Verdauung vs. Sport
BeitragVerfasst: 21.03.11, 12:10 
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Registriert: 12.03.11, 23:00
Beiträge: 3
Herzlichen Dank für alle Kommentare, ich habe dazugelernt :mrgreen:

Die Spekulation die ich angesprochen habe war anscheinend richtig, nichtsdestotrotz Spekulation. Wenn zu beginn des Tages gleich eine Viruserkrankung diagnostiziert wird, mit Symptomen wie leichtem Fieber und Erbrechen...kann auch was anderes als ein Infekt dahinterstecken. Das Naheliegenste war es, aber man muss ja auch schauen ob es Alternativen gibt die bedeutsam sein könnten, was ich versuchte zu tun. Zumal Fieber eine unspezifische Reaktion ist und nichts über Virus/Bakterium/... aussagt.

Ausserdem ging ich von falschen Prämissen aus. Danke für die Informationen.
Ja ich ging davon aus, das unverdaute Nahrung - bzw. durch Magensäure nicht ausreichend zersetzt, was ich auch als Verdauung ansah - ggf. giftig sein kann, oder unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen kann.

Lieber Humungus, die Hinweise zur Kinderheilkunde sind super, man denkt zu oft nur ans Optimum und nicht die Realität.

P.s.: Der Patientin ging es schnell wieder besser.


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