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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Hyperkaliämie- Wirkung am Herzen
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 Betreff des Beitrags: Hyperkaliämie- Wirkung am Herzen
BeitragVerfasst: 09.06.10, 17:45 
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Registriert: 01.05.10, 23:10
Beiträge: 12
Bin beim Kreuzen eben auf eine IMPP-Frage gestoßen, die mich verwirrt.

Eine Zunahme der Kaliumkonzentration im Blutplasma auf 6mmol/l führt am Herzen am ehesten zu einer
A Zunahme der Kontraktionskraft
B Hyperpolarisation des Ruhemembranpotenzials der Kardiomyozyten
C Abnahme der Aktionspotenzialdauer im Arbeitsmyokard
D Hemmung der Na/K-ATPase
E koronaren Vasokonstriktion

B - natürlich nicht, K+-Gradient wird gesenkt -> Depolarisation
D - Je mehr K+, desto aktiver ist die ATPase, also falsch
E - K+ macht Vasodilatation, also auch falsch

Ich dachte A, IMPP sagt C sei richtig.

Was passiert also?
Hyperkaliämie bedeutet geringerer K+-radient ---> Verschiebung des Ruhemembranpotenzials zu weniger negativen Werten --> leichte Depolarisation.
Ich dachte das sei am ehesten mit einer Inotropie gekoppelt... Wikipedia stimmt mir da zu.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 09.06.10, 18:04 
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Registriert: 18.02.05, 18:27
Beiträge: 418
hallo,

der kcnh2-kalium-kanal ist ein kanal, der einen verzögerten repolarisiereden kalium-auswärtsstrom leitet (ikr). die aktivität dieses kanals ist abhängig von der extrazellulären kalium-konzentration. ist diese niedrig, verringert der kanal seine leitfähigkeit, ist sie hoch, erhöht er sie. in letzterem fall fließt also ein stärkerer repolarisierender strom, was dazu führt, das die repolarisation schneller abläuft und damit auch früher beendet ist. mit dem ergebnis einer kürzeren aktionspotentialdauer. ganz einfach eigentlich. klinisch relevanter ist jedoch das gegenteil: die verlängerung der aktionspotentialdauer bei niedriger extrazellulärer kalium-konzentration.
möglichweise handelt es sich um einen mechanismus, der einflüssen der extrazellulären kalium-konzentration auf die repolarisationsgeschwindigkeit entgegenwirken soll.

ad a:
wenn überhaupt etwas an der depolarisation einen einfluss auf die kontraktilität hat, dass ist es das ausmaß der depolarisation, da hierüber einfluss genommen werden kann, wieviel kalzium in die zelle einströmt.
wie leicht ein aktionspotential ausgelöst werden kann, d.h. wie gering eine elektrische erregung sein muss, um das herbeizuführen hat aber hierauf keinen einfluss.

grüße

downcase


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 10.06.10, 09:53 
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Interessierter

Registriert: 01.05.10, 23:10
Beiträge: 12
Mhh alles klar....also kann man sagen
Hyperkaliämie bis ca 8mmol/l --> verkürztes Herz-AP

Sobald die Schwächung des K+-Gradienten durch die Hyperkaliämie (>8mmol/l) das Ruhepotenzial über das Schwellenpotenzial hebt --> Herzstillstand durch Dauerrefraktäre Na+-Kanäle

Die erhöhte K+-Leitfähigkeit ist eben einfach "stärker" als der verminderte K+-Gradient (ist ja immernoch groß auch wenn sich K+ außen um 20% erhöht)

Super, danke!


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