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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Kann die Op noch warten
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 Betreff des Beitrags: Kann die Op noch warten
BeitragVerfasst: 06.05.08, 15:46 
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Registriert: 06.05.08, 13:27
Beiträge: 2
Wohnort: Heilbronn
Guten Tag,

ich habe eine 4 Jährige Nichte, die mit einem Loch im Herzen geboren wurde.
Der behandelnde Arzt hat als Diagnose dies eingetragen : ASD fom. sekundumtyp mit rechts ventriculäre Volumenbelastung Kleinwuchs.
Was genau bedeutet dies? Die Mutter des Mädchens hat festgestellt, dass, wenn sie tagsüber schläft, wacht sie ganz verschwitzt auf. Dann klagt die Kleine nach dem Schlafen immer, dass ihre Beine weh tun. Sie ist 4 Jahre und wiegt 12 kg, etwa 89 cm groß.
Bei EKG: sinus Rhytmus mit einer Herzfrequenz 120 rechtstyp mit einen frontalen QRS-vector 130° inkompletore Rechtsschenkelblock mit einer QRS dauer von 76 mmsec. Ansonsten kein Anhang für Erregungsausbreitung bzw. Rückbildungsstörung, keine extra Systole während dem Ableiten
Bei Echo: zulässige Vergrösserung des re. Vorhofs und des re Ventrikel normale Grösse der linksseitige Herzanteile . Interventrikuläre Septum rund und intakt. deutlicher links-rechts-Shunt über der Vorhofebene im Sinne eines ASD//, Grösse ca. 7-8 mm. Keine paradoxe Septumbewegung.Laminarer Fluss über der Arterie Pulmonalis. Narmale Klappenflussprofile.Keine Aorteninsuffizienz, keine Mitralinsuffizienz.Geringe Trikuspidalinsuffizienz, gradint 21 mmHg., d.h. rechtsventrikulärer Druck nicht erhöht, gute Biventrikulare Funktion. Aortenbogen rund, kein Anhalt für Aortenisthmustenose. Kein PDA. Kein Anhalt für Lungenvenenfehleinmündung. Kein Erguss.
Befund: 3,5 J. zartem Ernährungszustand, Gewicht 10,7 kg Länge 88 cm. Azyanotisch, Eupnoe, kein Hyperaktives Präkordium. SpO² Unterraumluft 99% Cor mit 2/6 fystolikum, p. m. 2.-3.ICR parasternal links, Herzaktion regelmässig, Lungenseite seitengleich und frei beluftet. Abdomen weich, keine Hepatosplenomegalie, periphere Pulse regelrecht tastbar. Keine peripheren Ödeme.

Der behandelnde Arzt hat den Eltern empfohlen dieses Jahr noch zu operieren, aber die Mutter des Kindes hat Angst, dass sie die Narkose schlecht verträgt und dass sie zu schwach für diese OP ist. Die Kleine wird schnell müde, sie kann keine grösseren Strecken zu Fuss laufen, z. B. nach etwa 400m laufen steigt sie in den Kinderwagen ein.
Sollen die Eltern doch noch etwas warten, oder ist es jetzt schon dringend zu operieren?

Gruss Angela
Ich danke Ihnen im voraus.


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 Betreff des Beitrags: Operation empfohlen
BeitragVerfasst: 24.05.08, 10:05 
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DMF-Moderator

Registriert: 11.05.06, 23:02
Beiträge: 24
Hallo,

so wie Sie die Krankengeschichte beschreiben, handelt es sich um einen Vorhofseptumdefekt, der inzwischen starke Auswirkungen auf das Wachstum und die Belastbarkeit Ihrer kleinen Nichte hat. Es fliesst sehr viel Blut von der linken Herzseite auf die rechte Herzseite und wird wieder in die Lungen gepumpt. Das bedeutet für das Herz eine deutliche Mehrarbeit und führt dazu, das Ihre Nichte nicht mehr belastbar ist und viel schwitzt. Dieser Zustand kann auf Dauer natürlich nicht so bleiben, da Ihre Nichte so nicht gedeihen und sich normal entwickeln kann!
Der operative Verschluss eines Vorhofseptumdefektes ist inzwischen ein Routine-Eingriff und das Narkoserisiko ist sehr gering. Natürlich ist das nach wie vor eine Operation am offenen Herzen mit den üblichen Risiken. Aber in einem Kinderherzzentrum mit viel Erfahrung ist das Risiko einer solchen Operation wirklich sehr gering.
Ich empfehlen Ihnen daher, genauso wie der betreuende Kinderkardiologie, eine baldige Operation des Herzfehlers, damit das Herz Ihrer Nichte nicht mehr so belastet ist und sie sich gut entwickeln kann.
Ich empfehlen Ihnen ausserdem, dass Ihre Nichte in einem erfahrenen Kinderherzzentrum operiert wird, damit das Risiko der Operation und der postoperativen Versorgung minimiert wird.
Ich hoffe, dass ich Ihnen mit dieser Information weiterhelfen konnte.

Mit freundlichen Grüßen, Dr. Julia Reckers


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BeitragVerfasst: 24.05.08, 10:18 
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Registriert: 06.05.08, 13:27
Beiträge: 2
Wohnort: Heilbronn
Hallo Frau Dr. Reckers,

als erstes bedanke ich mich für die Antwort und Empfehlung.
Es macht sich inzwischen sehr bemerkbar, der langsamen Entwicklung. Inzwischen hat die Mutter gesehen, dass wenn sie weint, der Dreieck um den Mund sich bläulich verfärbt. Beim Endokronologen waren sie auch inzwischen und der Dr. hat ihre Knochen wie bei einem 2 Jährigen und 4 Monate altem Kind gemessen. Aber ich muss dazu sagen, dass in der Familie vom Vater des Kindes alle unter 1,65 m sind. Jedenfalls danke ich Ihnen sehr und ich werde es der Mutter weiter sagen, denn sie wartet auch auf die Antwort.

Mit freundlichen Grüssen, Angela


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 25.02.09, 23:21 
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Registriert: 25.02.09, 14:28
Beiträge: 3
Hallo Angela,

bei mir wurde auch ein Vorhofseptumdefekt festgestellt und die OP ist jetzt 5 Wochen her. Ich habe nach wie vor ab und zu Schmerzen und Herzrhythmusstoerungen, aber ich bin fast 40 und Kinder erholen sich sehr viel schneller als Erwachsene und haben auch meistens nach der OP keine Probleme mehr.

Bei mir wurde die OP endoskopisch gemacht und ich habe nur eine kleine Narbe in der Leiste. Das ist alles. Das Loch war bei mir 7,5 mm gross und durch ein Echokardiogramm hat man auch den Fluss von Blut von links nach rechts nachgewiesen. Verschlossen wurde das Loch durch einen Amplatzer Occluder, ein Metallnetz, ueber das nach ein paar Wochen Gewebe waechst und damit das Loch vollstaendig verschliesst. Diese Methode hat auch langfristig nachgewiesene Erfolge.

Die OP wurde bei mir durchgefuehrt, weil der rechte Teil des Herzens bereits vergroessert und ueberlastet war.

Dank der vielen Forschungen sind die Risiken bei Herz OP's wesentlich geringer als bei anderen. Ich bin kein Arzt, aber wenn die Kleine schon so heftige Symptome hat, ist eine OP wohl anzuraten.

Ich hoffe, dass Ihnen diese Informationen weiterhelfen und wuensche Ihrer Nichte alles Gute :)

Herzliche Gruesse


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