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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Die Entprivatisierung der Gesundheit
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BeitragVerfasst: 15.08.17, 22:55 
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PR hat geschrieben:
Der Fonds war ja eigentlich mal für die Finanzierung der vom Staat (jeweils per Wahlgeschenk) angeordneten "versicherungsfremden Leistungen"

"Wahlgeschenke" - wie Sie das wieder formulieren, als hätte der Staat den Beitragszahlern etwas "geschenkt". :roll:

Der Gesundheitsfond wurde von einem Wissenschaftler entwickelt und die Ausgestaltung des Gesundheitsfond außerhalb der politischen Entscheidungsebenen auf der Ebene des Koalitionsausschusses getroffen. Die SPD setzte auf die Bürgerversicherung, die CDU auf ein Prämienmodell. Aus Gründen der Gesichtswahrung und des Machterhalts wurde ein Kompromiss geschlossen, der für die Zeit nach der Bundestagswahl Gestaltungsspielraum in Richtung Bürgerversicherung als auch Prämienmodell bot. Der Kompromiss wurde nicht ohne Grund als Missgeburt betitelt.

Mit der Bundestagswahl 2009 wurde die große Koalition allerdings abgelöst durch schwarz-gelb mit den bekannten Folgen. Wer geriet nochmal durch die Finanzkrise unter Wettbewerbsdruck und wessen Lieblingskind ist die PKV?


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 Betreff des Beitrags: Re: Wahlgeschenke
BeitragVerfasst: 17.08.17, 15:02 
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Nönö, der Staat hat hier wieder und wieder (zur Wahl) den Kassenmitgliedern was geschenkt, was er zuvor den "Leistungserbringern" und den Steuerzahlern gestohlen hatte.

Die PKV musste natürlich in den meisten Fällen nachziehen und hat das ihren Mitgliedern treu und brav und gesetzmäßig (Versicherungsaufsichtsgesetz) und vollkommen transparent zusätzlich in Rechnung gestellt ("Vorsorgepauschale").

Dies alles lässt die GKV vermissen und würde die "Bürgerversicherung" erst recht missen lassen, käme sie denn.

PR

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BeitragVerfasst: 17.08.17, 18:58 
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PR hat geschrieben:
Nönö, der Staat hat hier wieder und wieder (zur Wahl) den Kassenmitgliedern was geschenkt, was er zuvor den "Leistungserbringern" und den Steuerzahlern gestohlen hatte.

Es ist zwar umstritten, welche Leistungen nun genau als gesamtgesellschaftliche Aufgaben und somit als versicherungsfremde Leistungen gesehen werden, dass es diese Leistungen gibt ist allerdings Konsens. Der Gesetzgeber hat offenbar bewusst auf eine Definition des Begriffs verzichtet. Die Schätzungen bewegen sich zwischen 30 Mrd. (BMG 2012) über 34 Mrd. (GKV-Spitzenverband 2016) bis zu 45 Mrd. Euro (Sachverständigenrat 2005). Die Aufwendungen für versicherungsfremde Leistungen werden über den Bundeszuschuss (2017: 14,5 Mrd.) nicht annähernd gedeckt.


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BeitragVerfasst: 17.08.17, 20:45 
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das wissen naturgemäß V e r s i c h e r u n g e n (und das BVA) am besten. Es sind Ausgaben für (medizinische) Leistungen, für die (innerhalb einer Tarifgruppe) der Versicherungsmathematiker eine Eintretenswahrscheinlichkeit n i c h t errechnen kann. Eine Versicherung darf finanzielle Risiken nur annehmen (= dem Versicherten abnehmen), deren Eintretenswahrscheinlichkeit sie kennt, deren Kosten sie demnach abschätzen kann, d a m i t sie den dazu passenden Versicherungs t a r i f errechnen und einfordern kann. Denn eine Versicherung darf und darf und darf nicht pleite gehen k ö n n e n .

Diese Tatsachen demonstrieren die g e s e t z m ä ß i g e Arbeitsweise aller V e r s i c h e r u n g e n ganz eindrücklich. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, daß Sie das nicht längst wissen.

Aus Sicht der Versicherer sind dies in erster Linie medizinische Leistungen,
1. deren Nutzen mehr Menschen als dem Versicherten (der gesamten Gesellschaft) zugute kommen, klassisches Beispiel sind die fürs Inland empfohlenen Impfungen (individuelle Eintrittswahrscheinlichkeit i m m e r 100%)
2. die der Staat (den kranken Kassen als Regelleistung) angeordnet hat (und die Versicherungen haben nachziehen müssen), das sind die Früherkennungen und weitere Prophylaxen (individuelle Eintrittswahrscheinlichkeit i m m e r 100%).
3. die sich ein Patient wünschen kann, klassisches Beispiel sind kosmetische Operationen (individuelle Eintrittswahrscheinlichkeit potentiell 100 %)

Aus Sicht der kranken „Solidar“-Kassen sind dies Leistungen aus 1. und 2.

„Umstritten“ ist ja ein Totschlagwort aus der Schurnalisterei. Es bedeutet nichts weiter als: da gibt’s auch welche, die sind dagegen.

So, um u.a. diese Unklarheit „was sind eigentlich versicherungsfremde Leistungen“ aus der Welt zu schaffen, haben mindestens vier selbsterlebte Bunzregierungen nacheinander eine große Vielzahl von Instituten in die Welt gesetzt. Diese Institute werkeln alle vor sich hin und gewährleisten einer großen Vielzahl von Funktionären nicht nur Lohn und Brot, sondern Besoldung und Versorgung


Dabei ist eigentlich für alle (!) sehr sehr klar, was denn versicherungsfremde weil gesamtgesellschaftliche Leistungen sind.

Dass der Staat mit seinen kranken Kassen seinen auch mir gegenüber eingegangenen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist, das erleb ich grad. Es ist der Grund dafür, dass dem `schland zunehmend die Ärzte abhanden kommen.

PR

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Zuletzt geändert von PR am 17.08.17, 20:50, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 17.08.17, 20:48 
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Das muss man sich mal reinziehen...

KBV hat geschrieben:
Das Zi hatte zwei Wochen zuvor aktuelle Zahlen des Zi-Praxis-Panels veröffentlicht. Danach betrug der Reinertrag beziehungsweise Jahresüberschuss aus kassen- und privatärztlicher Tätigkeit im Jahr 2015 durchschnittlich 161.000 Euro.

Der Überschuss aus GKV-Einnahmen lag bei 132.000 Euro und damit unter dem Referenzeinkommen angestellter Oberärzte

Honorardaten des Statistischen Bundesamtes analysiert

und das bei 20 Stunden wöchentlich - mehr wurde laut Ärzten wie PR ja nicht eingekauft

BMVÄ hat geschrieben:
Der sich aus der Zulassung des Vertragsarztes ergebende Versorgungsauftrag ist dadurch zu erfüllen, dass der Vertragsarzt an seinem Vertragsarztsitz persönlich mindestens 20 Stunden wöchentlich in Form von Sprechstunden zur Verfügung steht.


Da kommen allerdings Fragen auf:

KBV hat geschrieben:
Einen Grund dafür sieht Zi-Geschäftsführer XY darin, dass die GKV-Umsätze nicht ausreichend gewachsen sind. „Während die allgemeinen Reallöhne zwischen den Jahren 2011 und 2015 um 9,3 Prozent gestiegen sind, erhöhten sich die GKV-Einnahmen nur um 7,5 Prozent


Eine Steigerung von 9,3 % der Reallöhne? Das sieht das Statistische Bundesamt aber deutlich anders:

Destatis - Entwicklung der Reallöhne

Zitat:
Ärzte mit eigener Praxis haben in den vergangenen Jahren kräftige Zuwächse beim Honorar erzielt. Kam ein niedergelassener Arzt im Jahr 2007 noch auf einen Reinertrag von 11.833 Euro im Monat, erreicht er im Jahr 2011 bereits 13.833 Euro - ein Plus von 17 Prozent

Ärzte kassieren durchschnittlich 17 Prozent mehr

Zitat:
Damit blieb im Durchschnitt ein Reinertrag von 258.000 Euro übrig (2015).
2011 waren es noch durchschnittlich 234.000 Euro gewesen...
Pro einzelnem Praxisinhaber lag der Reinertrag 2015 bei 190.000 Euro (2011 bei 166.000 Euro).

Das sind die Top-Verdiener unter den Fachärzten


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BeitragVerfasst: 17.08.17, 21:05 
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ist von den Kolonnen der dpa in den letzten Tagen wieder in die Medien gedrückt worden.

Irgendwo steht da dann immer ganz verschämt, dies habe mit dem Einkommen der Ärzte nichts zu tun.
Die Riesenzahlen der Geräteärzte hätte den Verdacht ja wecken können, wäre dazu Bereitschaft gewesen.

Vom Reinertrag sind alle Investitionen (Immobilienkauf, Praxiskauf, Gerätekauf und Schuldentilgung aus alledem (minus Abschreibung daraus) plus Nebenkosten (Notar, Vermittler etc.) abzuziehen. Dann weiß man den Bruttolohn der Ärzte.

Womit sie sich zu vergnügen haben, erfährt man, wenn man noch alle ihre privaten Versicherungen (ohne "Arbeitgeberanteil") abgezogen hat.


Wer jüngere Kolleginnen von den unendlich reich machenden Vorteilen des sogenannten Solidarsystems der gesetzlich kranken Kassen überzeugen konnte, der ist von seinen Investitionen leiderleider enteignet. Ohne regierungsseitliche Erklärung des Notstandes. So wie ich.

Wundern Sie sich noch über "Ärztemangel", wo der Staat und seine Organe dermaßen lügen müssen, um "seine" Ärzte bei der Stange zu halten ?

PR

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Zuletzt geändert von PR am 17.08.17, 21:18, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 17.08.17, 21:16 
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PR hat geschrieben:
Vom Reinertrag sind alle Investitionen (Immobilienkauf, Praxiskauf, Gerätekauf und Schuldentilgung aus alledem samt Nebenkosten (minus Abschreibung daraus) abzuziehen. Dann weiß man den Bruttolohn der Ärzte
Investitionen werden beim Reinertrag in Form von Abschreibungen berücksichtigt. Das ist auch der übliche Weg (siehe Einkommensteuer).

PR hat geschrieben:
Womit sie sich zu vergnügen haben, erfährt man, wenn man noch alle ihre privaten Versicherungen (ohne "Arbeitgeberanteil") abgezogen hat.
Diese Versicherungen gehen auch bei jedem Arbeitnehmer vom Bruttolohn ab, zwar ohne Arbeitgeberanteil dafür auch ohne Sonderkonditionen (wie Ärztetarif)


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 Betreff des Beitrags: Re: Investitionen werden
BeitragVerfasst: 17.08.17, 21:35 
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beim Reinertrag n u r in Form von Abschreibungen berücksichtigt. Vollkommen richtig. Der ganze Rest mindert den Reinertrag, bevor das Geld feststeht, das der Arzt nach hause trägt.

Anlass zum ganzen Mediengedöns war die Meldung des ZI (der "kassenärztlichen Bundesvereinigung"), also des Herrn von Stillfried, gewesen: komisch, warum investieren denn die Kassenärzte nix mehr ?

War doch die Antwort seit Langem klar: weil's sonst für einen Arzt (auf Kasse) überhaupt nix mehr nach hause zu tragen gibt.

PR

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 Betreff des Beitrags: Re: Investitionen werden
BeitragVerfasst: 17.08.17, 22:19 
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PR hat geschrieben:
...warum investieren denn die Kassenärzte nix mehr ?

War doch die Antwort seit Langem klar: weil's sonst für einen Arzt (auf Kasse) überhaupt nix mehr nach hause zu tragen gibt.
Völlig logisch:
- Kassenleistung gibts auch mit altem Gerät. Da wird also nur ein neues angeschafft, wenn das alte hin ist
- Privatleistung ist eher möglich, aber man muss genau kalkulieren, ob sich die Anschaffung amortisiert. Die dräuende Bürgerversicherung und die konzertierten Aktionen gegen IGeL geben Anlass für eine Neuberechnung: lieber noch ein oder auch zwei Jahre warten und sehen, obs dann noch Privatleistungen gibt und in welchem Umfang.

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BeitragVerfasst: 18.08.17, 06:28 
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PR hat geschrieben:
beim Reinertrag n u r in Form von Abschreibungen berücksichtigt. Vollkommen richtig. Der ganze Rest mindert den Reinertrag, bevor das Geld feststeht, das der Arzt nach hause trägt
Investitionen mindern Ihre Steuerlast, fragen Sie Ihren Steuerberater. Was Sie hier fordern ist vergleichbar mit der Forderung eines Arbeitnehmers, vom Brutto die Tilgung für sein Eigenheim abzuziehen. Würden Sie ihm deshalb mehr Gehalt zahlen? Vergleichbar sind immer nur Bruttobeträge.

PR hat geschrieben:
Anlass zum ganzen Mediengedöns war die Meldung des ZI (der "kassenärztlichen Bundesvereinigung"), also des Herrn von Stillfried, gewesen: komisch, warum investieren denn die Kassenärzte nix mehr ?
Fast jeder vierte niedergelassene Arzt plant in den nächsten 5 Jahren seine Praxis aufzugeben (laut BÄK-Präsident). Wer investiert kurz vor dem Ruhestand noch in seine Praxis? Sie haben’s doch auch nicht gemacht.

Humungus hat geschrieben:
Kassenleistung gibts auch mit altem Gerät. Da wird also nur ein neues angeschafft, wenn das alte hin ist
- Privatleistung ist eher möglich, aber man muss genau kalkulieren, ob sich die Anschaffung amortisiert

Haben Sie etwa für Kassen- und Privatpatienten unterschiedliche Geräte? Das läuft doch parallel, genauso wie die Sprechzeiten


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BeitragVerfasst: 18.08.17, 07:03 
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Timmie2 hat geschrieben:
Haben Sie etwa für Kassen- und Privatpatienten unterschiedliche Geräte? Das läuft doch parallel, genauso wie die Sprechzeiten
Klar werden alle am gleichen Gerät untersucht. Der eine aber nur, wenn er zahlt, seltene Ausnahmen und Sondervereinbarungen abgesehen. Sie wissen sehr genau, dass viele Untersuchungsmethoden, die schon seit etlichen Jahren Standard sind, nicht im EBM drinstehen.

Aber gerne kann ich noch präzisieren: Geräte, deren Betrieb Kassenleistung ist, sind in der Amortisation wesentlich schwieriger bis unmöglich. Sie werden also tunlichst nicht unnötig ersetzt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Investitionen werden
BeitragVerfasst: 18.08.17, 11:02 
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Beiträge: 78
PR hat geschrieben:
beim Reinertrag n u r in Form von Abschreibungen berücksichtigt. Vollkommen richtig. Der ganze Rest mindert den Reinertrag, bevor das Geld feststeht, das der Arzt nach hause trägt.

...
PR


Ich lese hier zwar nicht mehr oft und weiß jetzt auch warum: was die Berechnungen angeht, sind Ihre Aussagen völlig falsch und unlogisch.
Wie sollten denn für eine Geräteanschaffung bei einer Nutzungsdauer beispielsweise von 5 Jahren dann vom "Reinertrag" nochmals die kompletten Anschaffungskosten jedes Jahr oder wie abgesetzt werden. Die Abschreibungen stellen die Aufwendungen für die Geräteanschaffung über die Nutzungsjahre verteilt dar.
Beispiel: Kosten des Geräts bei Anschaffung: 10.000 EURO
Nutzungsdauer 5 Jahre: Jährliche Abschreibung = 10000 : 5 = 2000 EURO Abschreibungsbetrag.
Sie ziehen dann nach Ihren Äußerungen die ganzen Anschaffungskosten vom Reinertrag im ersten Jahr ab; dann hat der Arzt in den folgenden 4 Jahren keinerlei Abschreibungen, Kosten für das Gerät, vom Reinertrag abzuziehen.
Welche Spezialregelungen es da für Ärzte gibt, darüber bin ich nicht informiert.
Allgemein gilt:
"Abschreibung (englisch Depreciation) ist im Rechnungswesen die Erfassung und Verrechnung von Wertminderungen, die bei Vermögensgegenständen des Anlage- und Umlaufvermögens eintreten."
Nach HGB (Handelsgesetzbuch) und Steuerreicht werden dabei die Anschaffungskosten und die Nutzungsdauer laut AfA-Tabellen der Finanzämter zugrunde gelegt.
Bei der Kostenrechnung wird i. d. R. von der betriebsbedingten Nutzungsdauer und dem wahrscheinlichen Wiederbeschafftungwert ausgegangen.


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BeitragVerfasst: 18.08.17, 16:46 
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Es ging mir um den Begriff "Reinertrag" eines Arztes. Mit dem Begriff fuchteln wieder forchtbar wichtige Menschen rum, wie immer vor Wahlen, und wollen damit dem Dummvolk ins Hirn klopfen, wie forchtbar reich die "die Ärzte" doch seien.

Hab meinen Steuermenschen gefragt.
Der Reinertrag ist n i c h t das, was der Arzt jährlich nach hause trägt, um damit ausschließlich seine persönlichen Bedürfnisse zu befriedigen.

Vorher hat er nämlich
1. die Investitionen in seinen Arbeitsplatz (minus Abschreibungen und ggf. Nebenkosten) zu bezahlen,
2. Darlehen zurückzuzahlen (nur D.-Zinsen sind Betriebsausgaben), und
3. Investitionsrücklagen zu bilden.

Was dann übrigbleibt, ist weiterhin um den halben Beitrag zu allen "Sozialversicherungen" zu mindern, und erst dann wird das Geld, das der Selbständige jährlich nach hause trägt, um seine persönlichen Bedürfnisse zu befriedigen, dem Bruttogehalt eines angestellten Arztes vergleichbar.

So stirbt man von Staats oder Großkapitals oder Stamokaps wegen selbständige Ärzte aus, wie Volkswirt Müller hier treffend gefragt / getitelt hat.

PR

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BeitragVerfasst: 18.08.17, 17:56 
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sophica hat geschrieben:
Die Abschreibungen stellen die Aufwendungen für die Geräteanschaffung über die Nutzungsjahre verteilt dar.
Danke sophica. Besser kann man es kaum erklären, aber so mancher will's einfach nicht verstehen... :?


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 Betreff des Beitrags: Abschreibungen
BeitragVerfasst: 18.08.17, 20:00 
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stellen den Wertverlust meiner Investitionen dar. Die hab ich, zwar ein bisschen steuerbegünstigt, getätigt, d.h. mir das Geld dafür vom Mund (Urlaub / Haus / Auto / ... vom "Reinertrag" abgespart). So einfach ist das. Das war's jetzt aber von meiner Seite endgültig zu diesem Unterthema.

Ab sofort wer' ich mich hier wieder darüber beschweren, dass Funktionäre Patienten ihrer Gesundheitsdaten berauben wollen.

PR

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