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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Landarztquote
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 Betreff des Beitrags: Landarztquote
BeitragVerfasst: 11.06.17, 15:20 
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Frauen und Ökos sind out, stattdessen die Verpflichtung zur Verpflichtung einer Landarztquote.
NRW macht den Anfang. Die neue Regierung verpflichtet die entspr. Unis im Land, 10 % der Studienplätze für Medizinstudenten vorzuhalten, die sich vor ihrem Studium festlegen müssen, dass sie nach ihrem Studium als Hausarzt in unterversorgten Landstrichen arbeiten werden.
Mir fehlt allerdings die Phantasie, mir diese Verpflichtung des Studenten auszumalen. Was ist, wenn er während seines Studiums oder nach seinem Studium merkt: „Alles ein Schmarrn, Hausarzt ist überhaupt nicht mein Ding?“

https://www.waz.de/politik/cdu-und-fdp- ... 56191.html

Frdl. Grüße und eine gute Woche
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Re: Landarztquote
BeitragVerfasst: 11.06.17, 16:13 
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Hier ein Link zu einer Seite, die kein Abo verlangt: http://www.wn.de/NRW/2851958-Schwarz-Ge ... ben-werden

Bisher nur Lippenbekenntnisse, nichts Konkretes.

Abgesehen davon: durch Quoten kann man nichts erreichen, nur durch Steigerung der Attraktivität. Aber das würde ein Umdenken der Politik erfordern - und dazu ist sie nicht gewillt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Landarztquote
BeitragVerfasst: 11.06.17, 20:04 
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Zitat:
Mir fehlt allerdings die Phantasie, mir diese Verpflichtung des Studenten auszumalen.


Mir auch....., auf mich wirkt das wie reiner Pseudoaktionismus!

Gegen eine Absenkung des NCs habe ich allerdings keine Einwände, besser wären aber mehr Studienplätze. Es mangelt ja nicht an Interessenten am Medizinstudium und man wird auch keine "Doofis" mit Abischnitt 1,8 dazu kriegen, den Idioten für die Krankenkassen zu spielen. Leben können müssen auch Doofis.
Vielleicht sind ja ein paar darunter, die nicht Golf spielen und deshalb den fehlenden Golfplatz nicht vermissen.

Nachtrag: Mein Töchterlein arbeitet derzeit an ihrer Disseration im Bereich Hepatologie. Wir werden es alle noch erleben, wie es sich als Landärztin leben lässt. Ich werde wahrheitsgemäß berichten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Landarztquote
BeitragVerfasst: 15.06.17, 14:13 
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"Wir fordern einen Rechtsanspruch auf den Hausarzt in der Gemeinde"

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... rztemangel

Frdl. Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Re: Landarztquote
BeitragVerfasst: 16.06.17, 07:30 
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Typischer Aktionismus eines ahnungslosen Politikers: anstatt die Ursachen anzugehen wird eine Arbeitsgruppe gebildet, die mit einem Gesetzesvorschlag endet. Wie Bärtl in dem Artikel sehr richtig sagt: Wo nix ist, kann man nix erzwingen.

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BeitragVerfasst: 17.06.17, 20:14 
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- das dürften die meisten sein - wird kühl rechnen.

Dieses Gesetz jedenfalls wird die Landarztkinder mit den schlechteren Abinoten motivieren, ihren Eltern nachzufolgen, falls ihnen der Freikauf aus dem äußerst wackligen Rechtskonstrukt "Nötigung unaufgeklärter Argloser zur Verpflichtung auf X Jahre Sch....job X Jahre nach Studienbeginn" zu teuer zu werden scheint.

Der ganz überwiegende Rest dürfte sich fragen: was muss das bloß für ein Sch....job sein, dass irgendeine Regierung es nötig hat, einen dermaßen Bohei drum zu machen.

Ausnahmsweise Einigkeit unter allen Kommentatoren: man nennt sowas Symbolpolitik. Die wird immer dann fällig, wenn es gilt, komplettes Versagen (der eigenen Person / der selbstpropagierten Ideologie) hinter Dummschwätz zu verstecken

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BeitragVerfasst: 17.06.17, 22:32 
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kann nur einer sein auf einen Kassensklaven ohne bürgerliche Grundrechte.

Das System der kranken Kassen: verrottet, verlogen, am Ende.

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 Betreff des Beitrags: Re: Landarztquote
BeitragVerfasst: 19.06.17, 14:37 
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Beiträge: 803
Was ist "Land" eigentlich?

Geht man nach der Definition des Ministeriums für Ländlichen Raum in BaWü, dann sind das 70% der Landesfläche, in dem 35% der Bevölkerung wohnen.
Umgerechnet bedeutet das ca. 150 Ew./km² (siehe verlinkte Website).
Bei einem Einzugsbereich einer Hausarztpraxis von 10km Radius kämen wir bei diesem Schnitt auf über 47.000 Einwohner, von denen die Kassenpatienten (angeblich) im Schnitt 18 mal im Jahr einen Doc aufsuchen. Das macht also bei diesem Einzugsbereich über 750.000 Arzt/Patienten-Kontakte, wohlgemerkt nur der Kassenpatienten. Privatversicherte und Privatzahler kommen noch hinzu.
Wieviele Patientenkontakte von den 18 p.a. braucht eine HAUSARZTpraxis, wenn wir davon ausgehen, dass 90-95% aller Patienten Kassenpatienten sind?

Kann man denn mehr als ca. 6-7000 Patientenkontakte im Jahr als HAUSARZT überhaupt angemessen bewältigen?

Hab ich irgendwo einen Rechen- oder Denkfehler begangen?

Natürlich ist mir klar, dass wir hier mit reinen statistischen Durchschnittszahlen rechnen. Ganz sicher ist das auf der Karte hellgrüne Sinsheim für einen Arztsitz erheblich attraktiver als das ebenfalls hellgrüne Gebiet zwischen Weikersheim und Creglingen, wo es fast nur Einzelgehöfte und winzige Dörflein gibt.

Jedes einzelne Kaff kann sicher nicht einen "Rechtsanspruch" auf einen Arzt rechtfertigen, aber wo ist denn dann der "Break-even-Point", an dem man sagen kann, es lohne sich eine HAUSARZTpraxis?


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 Betreff des Beitrags: Hui kommen da gute Fragen !
BeitragVerfasst: 19.06.17, 18:25 
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Wo der Break-even-Point ist, können Sie eben Ihrer bunten Landkarte entnehmen.

Ansonsten dürfen Sie sich gern meiner Ansicht anschließen: dass die amtlich betriebene "Landarzt"-Debatte unter "bewusste politische Volksverdummung" sortiert gehört, mit freundlicher Unterstützung Ihrer Gesundheizkasse, Ah, Oh, Kaka.

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 Betreff des Beitrags: Re: Landarztquote
BeitragVerfasst: 24.06.17, 05:53 
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Christianes Herz hat geschrieben:
"Wir fordern einen Rechtsanspruch auf den Hausarzt in der Gemeinde"

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... rztemangel

Frdl. Grüße
Christiane


Das ist an sich ein tolles Projekt. Jedoch wird das leider in der Deutschen Krankenkassenlandschaft nicht durchzusetzen sein. Zwar ist den Krankenkassen (Privat / Gesetzlich) das Problem bekannt, doch sind sie nicht bereit Geld dafür in die Hand zu nehmen, dass mehr Ärzte zur Verfügung stehen. Das ist nun die Folge, dass selbst gesetzliche Krankenversicherung wirtschaftliche Interessen verfolgen, obwohl sie keine Gewinne generieren dürfen.


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BeitragVerfasst: 24.06.17, 11:29 
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Im bestehenden System gibt es für einen "Rechtsanspruch auf Hausarzt" ja nicht einmal einen Ansprechpartner.

Die Gemeinden sind es nicht. Ein SPD-Bürgermeister hat mich vor zwanzig Jahren ausgelacht, als ich ihm zum Thema die programmatischen Ideen seiner eigenen Partei ins Haus getragen hab. Dafür habe man doch die KVen.
Doch die KVen sind es auch nicht. Offenbar herrscht weiterhin auch unter Politikern komplette Unkenntnis darüber, wofür KVen da sind, und was sie dürfen, können und müssen. Die KVen sind jedenfalls n i c h t für Bürger und Patienten da, allen teuren Reklamesprüchelchen zum Trotz.

Solange man vom Ertrag des 150%-Jobs eines selbständigen und wirtschaftlich unabhängigen Hausarztes / Grundversorgerfacharztes gut leben u n d die dafür nötigen Investitionen reamortisieren konnte, hat das ja prima geklappt, einschließlich Flächendeckung.


Doch damit ist seit Seehofer und Konsorten definitiv Schluß. Wer als Arzt nicht schon in der Kassenfalle steckt, begibt sich da nicht mehr hinein: der ärztliche Nachwuchs bleibt aus.

Und: wer mit normalem Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge sollte denn in der Situation auch noch als "Investor" auftreten und Ärzte in Anstellung nehmen wollen ?

Nönö. Die Landarztquote ist ein totes Pferd und eine verlogene bloß grad aktionistische Propapopogandaveranstaltung von "Gesundsheits"politikern mit gestrichen vollen Hosen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Landarztquote
BeitragVerfasst: 27.07.17, 09:50 
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Die Kommunen bleiben hartnäckig und möchten einen Rechtsanspruch auf Hausarzt durchsetzen:

https://www.emderzeitung.de/aus-aller-w ... er-666883/

Weil, ~ "was für die KiTa-Plätze gilt, muss auch für die ärztliche Versorgung gelten, sonst verlieren die Gemeinden an Attraktivität".

Ich meine, es ist wirklich ein ziemlich kompliziertes Konstrukt, was wir hier haben mit den Kassen und den Selbstverwaltungen, aber die Politik sollte es kennen und nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Das sollte einem als Wähler arg zu denken geben, nicht nur bei den üblichen herausgegebenen Wahlkampfparolen. Demnächst wird es vielleicht noch Plakate geben: „Jedem Kind ein Instrument und auch sein Arzt“ o. ä.

Frdl. Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Re: Landarztquote
BeitragVerfasst: 27.07.17, 13:14 
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Drum guck ich jeden Tag mal in die Online-Bezett und geb "Maulburg" in die Suchzeile.
Denn denen ist dort der Hausarzt abhanden gegangen, jetzt wollen sie den über siebzigjährigen früheren Praxiseigner reaktivieren, aber der ist ja so wenig blöd wie das ärztliche Jungvolk und sagt: no bitte, stellt mich an, ich blödel doch nicht mehr mit den Körperschaftlichkeiten rum.

Da interessiert mich doch massivst, wer den denn anstellen wollte.

Ein Rechtsanspruch auf Hausarzt geht so wenig wie ein Rechtsanspruch auf Post- und Bürgermeisteramt, ICE-Haltestelle, Feuerwehr, Kaufladen oder Spielhölle.

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BeitragVerfasst: 28.07.17, 22:00 
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Nur die Politik kann es zerschlagen, denn sie hat es noch immer selbst konstruiert.

Nu führt es überwiegend sein Eigenleben ("vom payer zum player" mit gigantischen Pensionsaltlasten fürs Personal), und hat längst den Kern seiner Bismarck'schen Bestimmung erstickt.

Abschaffen ! Aabschaffen !!

PR

PS: die sogenannte Bürgerversicherung des Kalli Unlauterbach, die kanns nich sein wg. Grundgesetz

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 Betreff des Beitrags: Re: Das arg komplizierte Konstrukt
BeitragVerfasst: 29.07.17, 00:14 
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Beiträge: 2029
PR hat geschrieben:
Nur die Politik kann es zerschlagen, denn sie hat es noch immer selbst konstruiert.

Nu führt es überwiegend sein Eigenleben ("vom payer zum player" mit gigantischen Pensionsaltlasten fürs Personal), und hat längst den Kern seiner Bismarck'schen Bestimmung erstickt.

Abschaffen ! Aabschaffen !!

PR

PS: die sogenannte Bürgerversicherung des Kalli Unlauterbach, die kanns nich sein wg. Grundgesetz

Da habe ich immer gedacht, ich bin schlicht gestrickt. Aber da ist noch einer: Der Herr Lauterbach. Der twittert gerne und sehr einfach und das ist nicht der eingeschränkten Zeichenanzahl geschuldet.
Er ruft nach Minister Gröhe im sogen. Dieselgate, weil er meint:
„Autokonzerne müssen Schaden f Krebs, Demenz Schlaganfälle an Kassen zahlen. Wo ist Gröhe? Stickoxid schadet Menschen http://m.tagesspiegel.de/politik/forder ... _referrer= …“!

Ich meine, so einfach gedacht hätte das auch von mir und meinesgleichen kommen können.
:shock:

Grüße
Christiane


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