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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Patienten - Bashing
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 Betreff des Beitrags: Re: Patienten - Bashing
BeitragVerfasst: 03.04.17, 23:28 
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dora hat geschrieben:
so ist das halt, es gibt genau so unverschämte Patienten, wie frustrierte Ärzte.
Und das ist alles, was Sie dazu sagen? Achselzucken? Passt Ihnen das nicht in den Kram? Kein Problem, ich werde unten Beispiele aus meiner Praxis und aus der meiner Schwester nennen.

dora hat geschrieben:
Schön dass sie sich die Mitgliedschaft leisten können, wo sie doch immer so über ihren Verdienst jammern.
Bitte strengen Sie sich mehr an bei den Totschlagsargumenten. Auch Ihnen ist klar, dass bei Selbständigen die PKV wesentlich GÜNSTIGER ist als die GKV, insbesondere bei Männern und bei früh Privatversichernden. Ich war Student und kam fürn Appel und ein Ei rein. Auch heute noch zahle ich wesentlich weniger als ein freiwillig Versicherter, bei erheblich besseren Leistungen. Dass bei mir der Arzttarif noch dazukommt macht die Sache noch günstiger, wobei die Arzttarife zum Aussterben verurteilt sind, denn Kollegialität endet heute meist an der Kasse.

Zitat:
Es ist natürlich immer leichter zu jammern und nach unten zu treten als zu versuchen oben was zu ändern.
Ich versuche was geht und trete nicht nach unten. Dass Sie nur noch mit solchen Argumenten kommen wird auch Ihrer Argumentlosigkeit geschuldet sein.

Übrigens, by the way: die Linken wollen einen Spitzensteuersatz von 53% ab 70.000 Euro Einkommen, ab 260.000 Euro 60%, und ab einer Million 75%. Das finde ich gut, so vernichtet sich wieder eine Partei von Spinnern ganz ohne Zutun von außen. Da wird die Neiddebatte bemüht, ohne in die kommunistischen Betonköpfe herainzukriegen, dass auf diese Art und Weise das Kapital ins Ausland geht. Schweden hat das mal versucht und ist ganz schnell schlau geworden. Ich hoffe allerdings sehr, dass die Linken dumm bleiben.

Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
Wer der Meinung ist, es müssten erst Vitalfunktionen eingebüßt sein, dem wünsche ich mal höllische Schmerzen.
Gut, Sie wollen Beispiele, vielleicht können Sie die dem ZVA vorlegen und um seine Beurteilung bitten:

- beliebt der nächtliche Anruf mit der Verblitzung
- besser schon der eingebrannte Hornhautfremdkörper, der schon vor zwei Tagen in der Hornhaut landete. Effektvoll, wenn der Patient eine Fahne hat, denn dann weiß man: es schmerzt, weil der Pegel sinkt.
- sehr gut auch das "rote Auge", das einen Tag alt ist. Auf Nachfrage eigentlich schon zwei Wochen, und Therapieversuche von Patient und/oder Hausarzt waren vergeblich. Dann kommt man gerne samstags, und zwar nicht morgens, nein, da muss man einkaufen und den Hund versorgen.
- regelmäßiger Stammgast im Notdienst sind Kinder, denen "etwas ins Auge gekommen ist, vielleicht im Sandkasten". Am Telefon hört man Geschrei, aber in der Praxis schläft das Kind längst. Was tun? Schlafen lassen oder wecken...inklusive Geschrei. Da ist nicht das Kind der Grund, sondern eine panische Mutter.
- und der Evergreen ist das "ich seh nichts mehr". Man fragt sich eigentlich, ob das Telefon tastend gesucht wurde, aber immerhin klappte das mit dem Anruf. Dann stellt sich heraus, dass es doch nur die verlorene Brille ist..."können Sie mir nicht ein Rezept ausstellen? Und mich für die Woche krankschreiben, ich seh ja nichts und die Brille wird wohl dauern"
- zum Schluss von meiner Seite aus der Kontaktlinsenträger, der mit den Dingern durchgeschlafen hat, was das Auge oft nicht gut verträgt. Natürlich gibts keine Ersatzbrille, und die Hornhaut ist trübe. "Die bestell ich immer im Internet, angepasst? Nein, das hat keiner, ich hab einfach die Werte eingegeben". Gerne auch gekoppelt mit der dumm-raffinierten Frage "ja, wie komm ich denn jetzt in die Arbeit?" Da muss ich gestehen, antworte ich: "ist mir egal, Sie wissen genau dass Sie eine Brille brauchen wenn Sie mal die Linsen nicht tragen dürfen". Warum sollte der Arbeitgeber für die meist jahrelange Schludrigkeit seiner Angestellten haften müssen?

Alles kein Problem...nachts um zwei...oder?

Von seiten meiner Schwester kommen gerne Patienten mit quersitzendem Furz ("kann seit drei Tagen nicht mehr richtig, muss mal abführen"), Rückenschmerzen ("Orthopäde behandelt mich seit zwei Wochen, wird nicht besser") und auch manchmal mit gar nix, wollen aber nicht lange warten.

Auch ganz prima...nachts um zwei...oder?

Übrigens kriegen jetzt die Krankenhäuser für die Einstufung, ob es sich um einen Notfall handelt oder er zum Niedergelassenen gehen soll, eine "Abklärungspauschale". Tagsüber 4,74, nachts und am Wochenende 8,42. Für Patienten, die das erste Mal überhaupt da sind, noch tagsüber 13 Euro und nachts 21 Euro extra.

Na, das lohnt sich doch! Den Arzt möchte ich sehen, der innerhalb weniger Minuten eine Entscheidung trifft und sich dann gerne verklagen oder auch wahlweise beschimpfen lässt für solch fürstliches Salär. Da freue ich mich schon auf die Optikermeister vom ZVA, die das dann gerne machen. Wahrscheinlich wird die Quote an nachts verkauften Gleitsichtbrillen explodieren...

Zitat:
Ha'm wir hier nicht einen Frauenarzt, der nicht bereit ist, "Zeitfenster" für Terminvergabestellen zur Verfügung zu stellen?
Mach ich auch nicht, sag ich auch gerne warum, und langsam:ich habe so viele Patienten dass ich keine Zeit für Fenster vergeuden kann. Notfälle kommen immer dran, Dringendes, wenn der Hausarzt anruft. Andere Rosinen gibt es nicht!.

Zitat:
Leider scheint es nach derzeitiger Rechtslage nicht möglich zu sein, Ärzten einen Kontrahierungszwang aufzuerlegen (siehe Link), aber wie gesagt..., es ist fast nichts in Stein gemeißelt.
Auch Niederlassungsbeschränkungen nicht. WENN ich persönlich je wieder in die Politik einsteigen sollte, so würde die Befreiung der Ärzte von diesen Korsetts einer meiner Kardinalpunkte.
Ay, ein klitzekleiner Widerspruch: Zwangsarbeit für Kassenärzte, und totale Freiheit für Private? Und dann noch das hier?
Zitat:
Sie könnten dann auch selbst entscheiden, ob Sie sich auf die paar PKV-Hanseln konzentrieren wollen oder lieber ärztliche Ethik vorleben.
Vielen Gruß an Ihre Tochter, der Sie genau das - die Privatmedizin - empfehlen. Oh Barnie, si tacuisses... :roll:

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 Betreff des Beitrags: Re: Patienten - Bashing
BeitragVerfasst: 04.04.17, 10:05 
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Beiträge: 3413
hallo Humungus,

dass dieses System oft missbraucht wird bestreitet wohl keiner. Aner was ist mit dem Rest der Patienten die wirkliche Notfälle sind. Wollen sie denen die ärztliche Hilfe verweigern ?
Die Patienten zahlen ihren Beitrag an die KK und können dafür Leistung erwarten. Wenn nun diese Leistung die da erbracht wird ihrer Meinung nach zu schlecht bezahlt wird, dann ist es doch ihre Aufgabe, denen die SIE bezahlen zu sagen dass es nicht in Ordnung ist. Stelle Ihnen nun die Frage, wenn sie mehr für ihre Arbeit bekämen, wäre es ihnen dann egal wer sie da nervt, geht es nur ums finanzielle ??


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 Betreff des Beitrags: Re: Patienten - Bashing
BeitragVerfasst: 04.04.17, 10:14 
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Beiträge: 749
@Humungus

Sollte es sich bei Ihren Beispielen vielleicht um Menschen handeln, die sich als Laie Sorgen um ihre Gesundheit machen?
Sind Sie schon mal auf den Gedanken gekommen, dass man als medizinischer Laie nicht mittwochs wissen kann, ob das "rote Auge", die Zahnschmerzen, das geschwollene Knie etc. bis Freitag Mittag, wenn Herr und Frau Doktor ins WE wollen, wieder von selbst abgeklungen ist? Es soll auch Leute geben, die erst über 's WE Beschwerden haben.
Nassauer gibt es bestimmt, aber keiner wird mir erzählen, dass es sich dabei um 60% aller Patienten handelt, die sich den Masochismus antun und nachts um 2 nicht lieber schlafen, sondern einen genervten Augenarzt oder eine genervte Chirurgin aufsuchen wollen.

Und ganz wichtig..: Wer Notfallpatient, der bei "immer drankommt" oder Nassauer ist entscheiden Sie, gell!?
Vielleicht beschreiben Sie hier für uns mal detailliert, wer bei Ihnen als Notfall durchgeht und wer Nassauer ist. Und wie Sie bzw. Ihre VoZiDas das am Telefon beurteilen?!

Zitat:
..ich habe so viele Patienten dass ich keine Zeit für Fenster vergeuden kann.


Stimmt der Schnitt von Heinrich, dann sind 60% davon faule Simulanten mit lächerlichen Wehwehchen. Oder Privatpatienten.
Frage: Wie kommt man ohne faule Simulanten auf 1600 Scheine/Quartal und zu solchen IGeL-Umsätzen? Jedenfalls werden Ihnen aus den Kliniken demnächst faule Simulanten zugewiesen werden, nämlich dann, wenn man sie dort nicht als Notfall einordnet.

-Kein Termin beim niedergelassenen Arzt --->
-Terminservice --->
-immer noch kein Termin beim nieder gelassenen Arzt --->
-Notfall-Ambulanz einer Klinik mit Abweisung an niedergelassenen Arzt --->
-??????

Zitat:
Zwangsarbeit für Kassenärzte, und totale Freiheit für Private?


Äähm...nein.

Zitat:
si tacuisses

Zitat:
Wasser predigen...


Diese "dezenten" Hinweise auf meine angebliche Doppelmoral sollten Sie aus eigenem Interesse unterlassen, denn sie belegen nur, dass sie nichts von dem, was ich geschrieben habe, begriffen haben und auch nicht begreifen wollen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Patienten - Bashing
BeitragVerfasst: 04.04.17, 10:53 
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Registriert: 10.09.07, 13:30
Beiträge: 4690
dora hat geschrieben:
Wenn nun diese Leistung die da erbracht wird ihrer Meinung nach zu schlecht bezahlt wird, dann ist es doch ihre Aufgabe, denen die SIE bezahlen zu sagen dass es nicht in Ordnung ist.
Sie machen es wie alle Politiker: den Schwarzen Peter abschieben. Hauptsache andere sind verantwortlich. Ich allein als kleiner Augenarzt habe schlicht keine Chance, in den KVen versackt einfach alles, da sitzen nur Profiteure, von den Ärztekammern ganz zu schweigen. Das einzige, was wirklich effektiv wäre, wäre der geballte Unmut der Patienten. Aber in Deutschland hat man eher Angst vor Asylanten als vor der eigenen schlechten Versorgung. Neid ist eine tolle Sache.

Zitat:
Stelle Ihnen nun die Frage, wenn sie mehr für ihre Arbeit bekämen, wäre es ihnen dann egal wer sie da nervt, geht es nur ums finanzielle ??
Geld spielt da keine Rolle, sondern jeder muss sich an die eigene Nase fassen: muss das jetzt sein? Aber Sie haben es schon angedeutet: die Mitglieder zahlen, also haben sie auch "Anspruch".

Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
Sind Sie schon mal auf den Gedanken gekommen, dass man als medizinischer Laie nicht mittwochs wissen kann, ob das "rote Auge", die Zahnschmerzen, das geschwollene Knie etc. bis Freitag Mittag, wenn Herr und Frau Doktor ins WE wollen, wieder von selbst abgeklungen ist?
Den Patienten geht es nicht um die Sorgen. Die haben schlicht anderes zu erledigen, das ist die Wahrheit. Wenn ich Notdienst habe, habe ich folgende Sprechzeiten: samstags von 9-12, sonntags 9-11 und an beiden Tagen 17-18 Uhr, und wenns pressiert bin ich zu erreichen und behandle auch außerhalb der Zeiten.
Wie kommts eigentlich?
- früher machte ich am Samstag um 8 Uhr auf - nutzlos, niemand kam
- Samstag vormittags fast leer, größter Andrang Sonntagnachmittag (!)
- Freitagnachmittag gegen Ende der Sprechstunde immer wieder Anrufe "Fremdkörper, bin in einer Stunde da, warten Sie auf mich?" Der FK ist meist NICHT vom Freitag, und man hätte auch morgens...aber nein doch, da gibts Prioritäten. Die Arbeit? Wirds kaum seinm denn man könnte auch in der Mittagspause...
Es soll auch Leute geben, die erst über 's WE Beschwerden haben.

Zitat:
Und ganz wichtig..: Wer Notfallpatient, der bei "immer drankommt" oder Nassauer ist entscheiden Sie, gell!?
Vielleicht beschreiben Sie hier für uns mal detailliert, wer bei Ihnen als Notfall durchgeht und wer Nassauer ist. Und wie Sie bzw. Ihre VoZiDas das am Telefon beurteilen?!
Oh, die VoZiDa schlafen natürlich und haben am Wochenende frei, den Dienst mache ich alleine. Und keine Sorge: ich behandle jeden, denn ich bin ja der Idiot, und ich lasse mich nicht gerne verklagen. Auch die Nassauer. In letzter Zeit ists besser geworden: durch den Ärztemangel werden die Notdienstbezirke immer größer, und jetzt müssen Patienten manchmal 60 Kilometer fahren. Das lassen sie dann öfter mal - so groß scheinen die Sorgen um die eigene Gesundheit dann doch nicht zu sein.

Zitat:
Wie kommt man ohne faule Simulanten auf 1600 Scheine/Quartal und zu solchen IGeL-Umsätzen?
Indem man Routinepatienten behandelt. Sie sind eben völlig ahnungslos, Barnie, und wissen nicht, welcher Patient zum Augenarzt geht. Da gibts beispielsweise Diabetiker, Glaukompatienten, Schielkinder oder auch Leute mit Grauem Star und/oder Maculadegeneration. Manch einer hat trockene Augen, mancher will eine Brille, mancher "einfach so" eine Kontrolle.

Zitat:
Jedenfalls werden Ihnen aus den Kliniken demnächst faule Simulanten zugewiesen werden, nämlich dann, wenn man sie dort nicht als Notfall einordnet.
Ach was, die werden die Leistungsziffer mitnehmen und den Patienten dann trotzdem behandeln, schon aus rechtlichen Gründen. Da wirds nicht viele Assistenten geben, die das Keruz haben einen aus der Ambulanz rauszuwerfen.

Zitat:
Diese "dezenten" Hinweise auf meine angebliche Doppelmoral sollten Sie aus eigenem Interesse unterlassen, denn sie belegen nur, dass sie nichts von dem, was ich geschrieben habe, begriffen haben und auch nicht begreifen wollen.
Ja, wieso denn? Ihre Tochter wird Ärztin, und Sie wollen doch nicht, dass sie sich in die Niederungen kassenärztlicher Tätigkeit begibt? Völlig frei und ungebunden soll sie Privatmedizin bei "den paar Hanseln" machen, und die Kassenärzte wollen Sie mit Sanktionen endlich auf Vordermann bringen, das Honorar deckeln und das Jammern abwürgen. Glauben Sie mir, mein Gedächtnis ist hervorragend.

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 Betreff des Beitrags: Re: Patienten - Bashing
BeitragVerfasst: 04.04.17, 14:33 
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Beiträge: 814
Humungus hat geschrieben:
Übrigens, by the way: die Linken wollen einen Spitzensteuersatz von 53% ab 70.000 Euro Einkommen, ab 260.000 Euro 60%, und ab einer Million 75%. Das finde ich gut, so vernichtet sich wieder eine Partei von Spinnern ganz ohne Zutun von außen. Da wird die Neiddebatte bemüht, ohne in die kommunistischen Betonköpfe herainzukriegen, dass auf diese Art und Weise das Kapital ins Ausland geht.
Kaum zu glauben, dass es in Deutschland schon einen Spitzensteuersatz von 56 % gab und die Welt nicht untergegangen ist. Die Reichen werden immer reicher auf Kosten einer zunehmend verarmenden Mittel- und Unterschicht. Die Mittelschicht bricht weg und immer mehr Menschen rutschen in die Armut. Das ist keine Neiddebatte sondern die bittere Realität verursacht durch politische Fehlentscheidungen. Es ist Aufgabe der Politik darauf zu achten, dass die Spreizung der Einkommen den gesellschaftlichen Zusammenhalt und sozialen Frieden nicht gefährdet. Das verkennt mittlerweile nur noch wer sich selbst einen Vorteil verspricht. Glauben Sie nicht, dass etwas weniger Gewinn in einer sozial gerechteren Gesellschaft besser angelegt wäre als die weitere Spaltung der Gesellschaft voranzutreiben und damit die Demokratie und vielleicht auch Ihren Wohlstand zu riskieren?

Humungus hat geschrieben:
Sie machen es wie alle Politiker: den Schwarzen Peter abschieben. Hauptsache andere sind verantwortlich. Ich allein als kleiner Augenarzt habe schlicht keine Chance, in den KVen versackt einfach alles, da sitzen nur Profiteure, von den Ärztekammern ganz zu schweigen. Das einzige, was wirklich effektiv wäre, wäre der geballte Unmut der Patienten
Sie machen es wie alle Politiker: den Schwarzen Peter abschieben...Warum nur sind Sie nicht in der Politik gelandet? Mit der Aussage hätten Sie doch keinen passenderen Platz finden können. :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Patienten - Bashing
BeitragVerfasst: 04.04.17, 15:01 
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Timmie2 hat geschrieben:
Kaum zu glauben, dass es in Deutschland schon einen Spitzensteuersatz von 56 % gab und die Welt nicht untergegangen ist.
Bitte erhellen Sie das geneigte Publikum: gabs damals schon den Solidarzuschlag? Eine Lehre sollten auch die Linken gezogen haben: mit Neid gewinnt man keine Wahl. Und man braucht auch die Reichen, um ein florierendes Wirtschaftssystem aufzubauen. Im Osten hat man gesehen, was ohne passiert.

Zitat:
Die Reichen werden immer reicher auf Kosten einer zunehmend verarmenden Mittel- und Unterschicht. Die Mittelschicht bricht weg und immer mehr Menschen rutschen in die Armut. Das ist keine Neiddebatte sondern die bittere Realität verursacht durch politische Fehlentscheidungen.
...die dadurch korrigiert werden sollen, dass man den Reichen ihr Geld wegnimmt. Reichlich naiv, aber typisches Denken kommunistischer Ideologen.

Zitat:
Glauben Sie nicht, dass etwas weniger Gewinn in einer sozial gerechteren Gesellschaft besser angelegt wäre als die weitere Spaltung der Gesellschaft voranzutreiben und damit die Demokratie und vielleicht auch Ihren Wohlstand zu riskieren?
"Etwas weniger Gewinn" ist nun nicht gerade 75 Prozent Steuersatz + andere Abgaben, das ist einfach Raub. Abgesehen davon wohl nicht verfassungsgemäß, aber auch das war Linken ja immer schon recht wurst.

Viel sinniger wäre es endlich die ganzen Subventionen (beispielsweise die Abschreibungsmöglichkeiten) zu streichen, den Kapitaltransfer ins Ausland zu unterbinden und das Modell von Kirchhof zu wählen. Durch geeignete Anpassungen könnte man die mittleren und niedrigen Einkommen leicht unterstützen. Mit zwei Steuersätzen wäre es getan: einer für das Einstiegseinkommen, einer für Besserverdiener. Vielleicht würden 15 und 30 Prozent reichen - ohne die Abschreibungen. Aber es klingt natürlich nicht so spektakulär wie "75 Prozent". Ich wiederhole mich gerne: ich finde, die Linken sollten das laut verkünden, und auf 90 Prozent erhöhen.

Humungus hat geschrieben:
Warum nur sind Sie nicht in der Politik gelandet? Mit der Aussage hätten Sie doch keinen passenderen Platz finden können. :lol:
Das wäre nicht mein Ding, sorry. Diese Lügen, diese Schleimerei bei den Genossen (gleich, welcher Couleur), die Ochsentour um ein Netzwerk aufzubauen. Und dann kann ein kleines Detail den Unterschied zwischen Erfolg und einem Sitz im Bezirkstag ausmachen. In Bayern, bei der KV-Wahl, konnte man es wieder einmal sehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Patienten - Bashing
BeitragVerfasst: 04.04.17, 15:49 
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Beiträge: 814
Humungus hat geschrieben:
Bitte erhellen Sie das geneigte Publikum: gabs damals schon den Solidarzuschlag?
Damals gab's auch keinen Grundfreibetrag von 12.600 Euro :wink:

Humungus hat geschrieben:
Viel sinniger wäre es endlich die ganzen Subventionen (beispielsweise die Abschreibungsmöglichkeiten) zu streichen, den Kapitaltransfer ins Ausland zu unterbinden und das Modell von Kirchhof zu wählen…
Die Steuererklärung auf dem Bierdeckel wäre zwar für manchen Bürger ein Traum, allerdings würden bei diesem Modell vor allem wieder die Reichen (ab 80.000 Euro Jahreseinkommen) profitieren. Ein Schelm...

Humugus hat geschrieben:
Das wäre nicht mein Ding, sorry.
Machmal muss man eben Kröten schlucken, mit Meckern ist kein Blumentopf zu gewinnen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Patienten - Bashing
BeitragVerfasst: 04.04.17, 16:26 
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@Timmie2

Ich gönne jedem sein redlich verdientes Geld. Die Neid-Unterstellung ist nur wieder blanke Polemik.
Wer mehr arbeitet, bzw. mehr Verantwortung trägt, der soll auch besser verdienen als Otto Normalverbraucher, womit ich aber keine Millionengehälter/-abfindungen für irgendwelche Funktionäre oder Manager meine.

Aber was unsere beiden Hauptschreiberlinge hier im Forum angeht, kann ich nur noch einmal festhalten, dass allenfalls eine frei Haus gelieferte Gelddruckmaschine gut genug wäre, denn

- das als Vertragsarzt zu arbeiten hat jeden Reiz verloren, wobei man die Verträge aber auch nicht zu kündigen bereit ist

- als Privatarzt will man auch nicht praktizieren, offiziell deshalb, weil man seine hehre Aufgabe, sein Wirken in den Dienst aller Menschen zu stellen, nicht nachkommen könne...., als zwänge irgendwer einen Arzt, bis zum dreieinhalbfachen GOÄ-Satz abzurechnen! Viel eher dürfte der wahre Grund darin zu suchen sein, dass man die zwar dünn gestrichene, aber zuverlässig vorhandene GKV-Butter auf dem Brot nicht missen möchte, was einen aber nicht daran hindert, permanent über die miesen Zustände zu motzen, sich schäbig ggü. Kassenpatienten zu verhalten und sich unflätig über dieses faule Gesindel auszulassen, das die Frechheit besitzt, sich auch noch wochenends behandeln lassen zu wollen. Dieses Gesocks hat dann auch noch die Stirn, sich nicht mit Leib und Leben für den Herrn Doktor einzusetzen, wo dieser sich doch so engagiert für den Mindestlohn und Leiharbeiter einsetzt.

- als angestellter Arzt in einer Klinik will man schon überhaupt nicht arbeiten, denn man wäre irgendwelchen ahnungslosen BWL-Artisten unterstellt, die von den "Basics" keine Ahnung haben, dem Herrn Doktor aber vorschreiben wollen, wie er zu therapieren und zu wirtschaften hat.

Und da wundern sich die Suppenkasper, dass sie immer dünner werden....! Bekanntermaßen ist der Suppenkasper dann auch gestorben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Patienten - Bashing
BeitragVerfasst: 04.04.17, 17:48 
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Zitat:
dora hat geschrieben:
Wenn nun diese Leistung die da erbracht wird ihrer Meinung nach zu schlecht bezahlt wird, dann ist es doch ihre Aufgabe, denen die SIE bezahlen zu sagen dass es nicht in Ordnung ist.
Sie machen es wie alle Politiker: den Schwarzen Peter abschieben. Hauptsache andere sind verantwortlich. Ich allein als kleiner Augenarzt habe schlicht keine Chance, in den KVen versackt einfach alles, da sitzen nur Profiteure, von den Ärztekammern ganz zu schweigen. Das einzige, was wirklich effektiv wäre, wäre der geballte Unmut der Patienten. Aber in Deutschland hat man eher Angst vor Asylanten als vor der eigenen schlechten Versorgung. Neid ist eine tolle Sache.


<Humungus sorry aber das ist doch mal wieder mehr als lächerlich. Wenn ihr Ärzte nich zusammen halten wollt dann ist das doch euer Problem. Wie soll ich denn als kleine Patientin daran was ändern können ? Sie meinen dass der Unmut der Patienten was ändert und deswegen meinen sie die Patienten so beurteilen zu müssen. Da wäre ich mal vorsichtig dass der Schuss nicht nach hinten los geht. Und nun auch noch die Asylbewerber zu bemühen finde ich geschmacklos
Zitat:
Zitat:
Stelle Ihnen nun die Frage, wenn sie mehr für ihre Arbeit bekämen, wäre es ihnen dann egal wer sie da nervt, geht es nur ums finanzielle ??
Geld spielt da keine Rolle, sondern jeder muss sich an die eigene Nase fassen: muss das jetzt sein? Aber Sie haben es schon angedeutet: die Mitglieder zahlen, also haben sie auch "Anspruch".


Dass es Ihnen und ihrem Kollegen nicht ums Geld geht, das ist das erste mal dass ich sowas lese, das gejammere geht doch nur darum.

Und wie unten Barnie so schön schreibt, sie wollen eig. nicht als Kassenarzt, schon garnicht als Privatarzt oder gar im KH arbeiten. Was wollen sie eigentlich, ihnen ist doch nichts recht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Patienten - Bashing
BeitragVerfasst: 04.04.17, 23:09 
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timmie2 hat geschrieben:
Damals gab's auch keinen Grundfreibetrag von 12.600 Euro :wink:
Es lässt sich leicht ausrechnen, ab welchem Betrag der Grundfreibetrag durch den Spitzensteuersatz von 56% "aufgefressen" ist.

Zitat:
Die Steuererklärung auf dem Bierdeckel wäre zwar für manchen Bürger ein Traum, allerdings würden bei diesem Modell vor allem wieder die Reichen (ab 80.000 Euro Jahreseinkommen) profitieren. Ein Schelm...
Das lässt sich leicht durch einen geeigneten Steuersatz abfangen. Im Übrigen würde durch ein solches Modell insbesondere den Abschreibungskünstlern das Handwerk gelegt. Sie kennen das Möbelhaus, das in Deutschland nur Miese macht? Je höher die zur Verfügung stehende Liquidität, je kreativer die Steuerspargestaltung.

Zitat:
Machmal muss man eben Kröten schlucken, mit Meckern ist kein Blumentopf zu gewinnen.
Mit Humpenschwingen im Stadtrat auch nicht.

dora hat geschrieben:
Wenn ihr Ärzte nich zusammen halten wollt dann ist das doch euer Problem.
Nein, das ist unser Problem. Und mit "uns" meine ich alle. Sehen Sie doch, was Barnies Bekannte sagen? Die fühlen sich im KV-System wohl sauwohl. Wie kommts, wo hier im Forum die Missstände immer wieder aufgezeigt werden? Man hat sich arrangiert, und das ist das System der KVen: wer am lautesten schreit, der kriegt einen kleinen Brocken mehr - auf Kosten der anderen.

Zitat:
Sie meinen dass der Unmut der Patienten was ändert und deswegen meinen sie die Patienten so beurteilen zu müssen.
Die Patienten stellen eine Millionenzahl dar, die auch an der Wahlurne etwas bewegt. Der Rechtsruck, der durch sämtliche Parteien geht, ist einem solchen Unmut zu "verdanken". Auch, wenn es niemand gerne laut sagt.

Zitat:
Und nun auch noch die Asylbewerber zu bemühen finde ich geschmacklos
Geschmacklos ist nicht das richtige Wort, fürchterlich finde ist, wenn Menschen auf die Straße gehen und "wir sind das Volk" gröhlen, wenn es nur um die Angst um das eigene Portemonnaie geht. Die Not der Geflohenen wird - christlich, wie man ist - ausgeblendet. Da finden sich Demonstranten, anstatt dafür zu streiten, dass das Gesundheitssystem nicht zugunsten des Kapitals vernichtet wird. Komischerweise sind selbst die Linken ganz still, sie wünschen sich ja das tolle System in den Polikliniken der DDR zurück.

Zitat:
Dass es Ihnen und ihrem Kollegen nicht ums Geld geht, das ist das erste mal dass ich sowas lese, das gejammere geht doch nur darum.
Dann lesen Sie doch einfach mal einige Beiträge von mir hier im Forum. Es geht nicht um Geld, es geht um Existenz und Zukunft, um ärztliche Freiheit und um ein Ende der Gängelungen durch Bürokraten und Ahnungslose.

Zitat:
Und wie unten Barnie so schön schreibt, sie wollen eig. nicht als Kassenarzt, schon garnicht als Privatarzt oder gar im KH arbeiten.
Ich will sehr gerne als Kassenarzt arbeiten. Nur: wie soll das gehen, so wie jetzt gehts nicht gut. Offensichtlich ist das auch die Meinung der Kollegen, die sich nicht mehr niederlassen wollen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Patienten - Bashing
BeitragVerfasst: 05.04.17, 10:10 
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Registriert: 04.06.13, 11:38
Beiträge: 749
Humungus hat geschrieben:
dora hat geschrieben:
Wenn ihr Ärzte nich zusammen halten wollt dann ist das doch euer Problem.
Nein, das ist unser Problem. Und mit "uns" meine ich alle.


Sie fordern eine Phalanx ein?? Sie, der sich darüber freut, dass es mit den angeblich faulen Patienten mittlerweise "besser" geworden sei, weil Notfallpatienten 60km fahren müssten, um zum Bereitschaftsarzt zu kommen?? Der sie vielleicht auch schon unbehandelt an Kollegen oder an die Notaufnahme der Klinik verwiesen oder mit ewigen Terminwartezeiten abgewimmelt hat??
Auch wenn Sie gleich wieder eilig betonen werden, dass Sie persönlich so etwas nicht tun, Patienten keine unnötigen IGeL aufschwatzen und alle Patienten persönlich betreuen..... bei 95% der Fachärzte läuft das eben anders als bei Ihnen!!
Die Definition der KV zum Thema Notfallpatient ist ein klares Signal dafür, als was man den Patienten sieht und wie man ihn wertschätzt: man ist allenfalls BITTSTELLER. Was hat man auch für "Ansprüche" ggü. Leistungserbringern einzufordern, nur weil man Kassenbeiträge bis an die Schmerzgrenze bezahlt.

Humungus hat geschrieben:
Sehen Sie doch, was Barnies Bekannte sagen? Die fühlen sich im KV-System wohl sauwohl.


Das habe ich soo nie gesagt, wieder verdrehen Sie mir die Worte im Mund. Aber ja, man hat sein Auskommen und arbeitet gerne als Arzt. Abgesehen davon sollten Sie mal nachlesen, was in Ihrer Berufsordnung steht oder was Prof.Dr.Dr. Götze-Claren schon vor 20 Jahren zur ärztlichen Ethik veröffentlicht hat...., der übrigens auch einer von Barnies "Bekannten" war.

Humungus hat geschrieben:
Wie kommts, wo hier im Forum die Missstände immer wieder aufgezeigt werden? Man hat sich arrangiert, und das ist das System der KVen: wer am lautesten schreit, der kriegt einen kleinen Brocken mehr - auf Kosten der anderen.


Na dann tun Sie es doch!! Genau darum geht es doch! Schreien Sie! Sie müssten allerdings in die richtige Richtung schreien, sonst hört man es nicht.
Sie können uns Patienten nicht weismachen, dass Sie von keiner Lobby unterstützt werden!

Humungus hat geschrieben:
Da finden sich Demonstranten, anstatt dafür zu streiten, dass das Gesundheitssystem nicht zugunsten des Kapitals vernichtet wird.

Das Gesundheitssystem ist auch dann nicht "zugunsten des Kapitals vernichtet", wenn man Ihnen und Gleichgesinnten keinen Persilschein ausstellt, nach Belieben zu therapieren und somit nach Belieben Geld aus dem Topf zu fordern. Aber selbst dann hocken zwischen dem Geldtopf und Ihnen gierige Funktionäre, die den Löwenanteil abschöpfen und gegen die Sie sich nicht wehren wollen.

Humungus hat geschrieben:
Komischerweise sind selbst die Linken ganz still,..


..was ich sehr bedauere, aber es lässt sich mit dem Wahlkampfthema Gesundheitswesen (noch) keinen Blumentopf gewinnen. Schauen Sie sich mal die Beiträge der Wählerschaft auf der Webseite der Bundes-Grünen zum Gesundheitswesen an.....die toteste Hose ist HighLife dagegen!

Humungus hat geschrieben:
..sie wünschen sich ja das tolle System in den Polikliniken der DDR zurück.


Klar! Und Sie wären wohl gern Honecker, oder?

Humungus hat geschrieben:
Es geht nicht um Geld, es geht um Existenz und Zukunft, um ärztliche Freiheit und um ein Ende der Gängelungen durch Bürokraten und Ahnungslose.


Also, dann geht es doch um Geld!!

Humungus hat geschrieben:
Ich will sehr gerne als Kassenarzt arbeiten. Nur: wie soll das gehen, so wie jetzt gehts nicht gut. Offensichtlich ist das auch die Meinung der Kollegen, die sich nicht mehr niederlassen wollen.

Stimmt, wobei die Verlockungen, als angestellter Arzt vglw unbeschwert arbeiten und bestens verdienen zu können, zu groß sind, um sich als Niedergelassene(r) ins Korsett von Bestimmungen und Gesetzen zwängen zu lassen. Das hat absolut nichts mit 60% Nassauern zu tun, die einem als Niedergelassener auf den S@ck gehen würden. Es hat vielmehr mit dem Thema Ihrer Signatur zu tun, also mit dem Thema Geld.
Wenn sich alle 30km ein MVZ findet, dann ist das gegenüber Ihrer "Verbesserung" von 60km bis zum nächsten Bereitschaftsarzt ein Wahnsinnskomfort.


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 Betreff des Beitrags: Oh, oh, über die Emmvauzetts
BeitragVerfasst: 05.04.17, 13:30 
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machen Sie sich mal nicht allzu viele Illusionen à propos Wahnsinnskomfort !

Das sind in der Regel umlackierte Gemeinschaftspraxen, die aufgelassene Kassensitze übernommen haben und nun mit angestellten Kleinteilzeitkolleginnen arbeiten. Sowas ist nur dann wirtschaftlich zu betreiben, wenn massiv geigelt und von den Angestellten in zufällig in den gleichen Räumen residierenden Kaufläden im Besitz des Ehepartners dies und das nebenher verkauft wird, und dieser als Geschäftsführer den gesamten Administrationsmist macht. Ich hab da sehr konkrete Beispiele.
Oder es sind von irgendwelchen Geldhaien mal eben hingeklotzte nach wenigen Jahren Laufzeit pleitene "Ärztehäuser", mehr Abschreibungs- als Renditeobjekt.
Kein größerer Geschäftsneubau entsteht hierorts, ohne dass der Investor (und Geldeinsammler) vorher groß rumtönt, wie viele Arztpraxen er da hoch rentabel einbauen will, und nachher sinds Nagelstudios oder Maklerbüros.

Machen Sie sich schon mal auf formalen Schnickschnack-Komfort gefasst, auf knappste Sprechzeiten, wenig Engagement, und jedesmal ein anderes Gesicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Patienten - Bashing
BeitragVerfasst: 05.04.17, 14:40 
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Ich bin auch nicht scharf darauf, mich in einem MVZ "abfertigen" zu lassen, aber bevor ich garnichts habe....!
Das mit der Nötigung, IGeL kaufen zu müssen, damit man behandelt wird, würde noch ein juristisches Extrathema werden. Aber ich glaube nicht so recht daran, denn sollte es zur flächendeckenden Einrichtung solcher MVZn kommen, wäre die Pharmabranche bestens beraten, sich offiziell oder über Strohmänner zu engagieren und solche MVZn zu betreiben. Man könnte dann vom Reagenzglas im Versuchslabor bis zum Darm des Patienten den gesamten Medikamentenvertrieb kontrollieren. Man würde freilich sein Angebot attraktiv gestalten, um Absatzzahlen eigener Produkte und Aktienkurse zu pushen.
Nichtsdestotrotz wird es m.E. "am Markt" auch künftig genug Platz für den Niedergelassenen geben. Das meiste der dünn gestrichenen GKV-Butter ist dann durch die MVZn vom Brot gekratzt, aber auch vom Rest, der immer denselben Arzt sehen möchte oder grenzenlos von dessen Leistung begeistert und bereit ist, privat (auf)zu zahlen, lässt es sich sicher gut leben.
Und vor allem: man hat kein Geschiss mit "Nassauern".


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 Betreff des Beitrags: ...sicher gut leben...
BeitragVerfasst: 05.04.17, 19:43 
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Da ist die Kavau vor und das Regierungspräsidium.

Letzteres begeht derzeit meine Fachkolleginnen, ich bin schon begangen worden. Ein Gutteil wird die gemieteten ! Praxisräume massiv umbauen wenn nicht umziehen müssen. Mich hat das Wohlwollen der Begeherin meine gesamten Renteneinnahmen des Jahres 2016 gekostet, Sie dürfen dann mal raten, wieviel das war und wofür. Hat jedenfalls den Ausschlag dafür gegeben, dieses Jahr den Bettel definitiv hinzuschmeißen und nicht erst neunzehn, denn den Rest Rente brauch ich einfach zum Leben.

Sie werden's halt erst erleben müssen: der "niedergelassene" Facharzt ist tot, töter geht's nicht. Er war die "unnötige doppelte Facharztschiene" des Kalli Lauterbach. Seine Klinikkonzerne werden dafür einen mehrstufigen Ersatz besorgen, gestreut nach Rentabilität, verbunden mit tausend Kwalitääzschwüren und -siegeln. Und keiner wird sich mehr für den Job zuständig fühlen, den ich jetzt ein Vierteljahrhundert lang gemacht hab: eine Medizin, die die Patienten vor dem Krankenhaus bewahrt.

Tant pis, so is Läbben...

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 Betreff des Beitrags: Re: Patienten - Bashing
BeitragVerfasst: 20.04.17, 11:20 
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Zwischenbescheid aus gegebenem Anlass:

1) Dieser Dr. Heinrich hat sich noch immer nicht auf meine Mail gemeldet. Er ist also offensichtlich entweder einsichtig, Dünnpfiff von sich gegeben zu haben und zu feige, den Dünnpfiff zuzugeben oder er hat auch keine bessere Idee als die Patienten, die sich dem Spießrutenlauf einer ambulanten Notaufnahme aussetzen.

2) Dieser Dr. Heinrich hat offenbar null Rückhalt. Noch nicht einmal Klinikpersonal vertritt seine Position. In der letzten Ausgabe der MBZ war vielmehr die Empfehlung an Dr. Heinrich gerichtet, lieber mal zu forschen, was Z@lando richtig gemacht hat, statt pauschal die Patienten als hintertriebene Simulanten zu beleidigen.


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