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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Arzt, Moral und Medizin
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 Betreff des Beitrags: Re: Arzt, Moral und Medizin
BeitragVerfasst: 12.02.17, 11:13 
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hallo,

wenn sich ein Arzt bewirbt und eingestellt werden will, dann um dort zu arbeiten und das zu tun was das KH an Behandlungen und Ops für seine Patienten anbietet. Liest er nun seinen Vertrag durch oder hört er beim einstellungsgespräch gut zu wird er in diesem Fall bemerken, dass dort Abtreibungen gemacht werden und auch er das tun muss. Wenn er diese Art der Op aus persönlichen, ethischen Gründen ablehnt, dann kann er dort halt nicht arbeiten. Es gibt durchaus KH die keine Abtreibungen machen, das wäre dann das richtige KH für ihn.
Egal wie man persönlich zur Abtreibung steht, o ist es doch in unserem Land unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt und wird ja auch oft genug praktiziert.


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 Betreff des Beitrags: selber Hallo
BeitragVerfasst: 12.02.17, 11:30 
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Da haben welche mal wieder am Wesentlichen vorbeigelesen.

Der lokale Klinikverwalter und der Chefarzt waren sich zum Zeitpunkt der Einstellung in ihrer ablehnenden Haltung e i n i g . Dies wurde von der Konzernzentrale unterlaufen. Dies ließ sich der Chefarzt als (in jeder Hinsicht) medizinisch Verantwortlicher der Abteilung (mit allen ihren Mitarbeitern) nicht bieten und hat den Hut genommen. Wer hat also wessen Selbstbestimmungsrecht beschnitten ?

Der indikationslose Schwangerschaftsbbruch ist eben n i c h t erlaubt, und so hat eben auch niemand einen Rechtsanspruch darauf, schon gar nicht gegenüber einem b e s t i m m t e n Arzt oder Klinikbetreiber. Vielmehr wird der indikationslose Schwangerschaftsabbruch unter einer Reihe formaler und sachlicher Bedingungen nicht strafverfolgt. (In einer ähnlich verkorksten Rechtslage befinden sich übrigens Methadon-substituierende Ärzte.)

Die Intervention der zuständigen Landesgesundheizmisterin ist zutiefst beschämend und zeugt von bestürzender Inkompetenz in der Sache.

Eine Klinik, in der die betriebswirtschaftliche Leitung mit nichtmedizinischen Argumenten in ärztliches Handeln eingreift, würde ich nicht betreten.

PR

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 Betreff des Beitrags: Re: Arzt, Moral und Medizin
BeitragVerfasst: 12.02.17, 12:23 
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Ich kann in ihrem ersten Beitrag nicht lesen, dass da eine andere Vereinbarung getroffen wurde.
Keiner hier hat den Vertrag gelesen, wir wissen nicht was da drinnen steht.
Tatsache ist aber, dass in dieser Klinik abgetrieben wird. Wenn es nun gegen die Einstellung des Arztes geht, dann tut er eben das was er getan hat, und der AG muss sich einen anderen Arzt suchen.
Diese Abtreibungen werden in vielen KH gemacht, aber es kann kein Arzt dazu gezwungen werden dies zu tun.
Jeder Arbeitnehmer, egal in welcher Sparte ist immer gut beraten wenn er seinen Vertrag gut urchliest.


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 Betreff des Beitrags: ich auch nicht
BeitragVerfasst: 12.02.17, 13:46 
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Zitat:
Ich kann in ihrem ersten Beitrag nicht lesen...


aber da stehts: Christianes Herz Betreff des Beitrags: Re: Arzt, Moral und Medizin
BeitragVerfasst: 11.02.17, 16:22

und aus den links wirds ersichtlich.

PR

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 Betreff des Beitrags: Re: Arzt, Moral und Medizin
BeitragVerfasst: 12.02.17, 13:53 
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PR hat geschrieben:
Der lokale Klinikverwalter und der Chefarzt waren sich zum Zeitpunkt der Einstellung in ihrer ablehnenden Haltung e i n i g . Dies wurde von der Konzernzentrale unterlaufen. Dies ließ sich der Chefarzt als (in jeder Hinsicht) medizinisch Verantwortlicher der Abteilung (mit allen ihren Mitarbeitern) nicht bieten und hat den Hut genommen. Wer hat also wessen Selbstbestimmungsrecht beschnitten ?
Witzig, denn der Chefarzt soll u.a. dazu gesagt haben: Wenn in der Industrie der Chef Vorgaben macht, dann heißt es ja auch nicht: Die Untergebenen machen es aber andersrum. Nun steht die Konzernleitung aber dummerweise über dem Chefarzt und dem Klinikleiter und schon ist es in Ihren Augen skandalös.

PR hat geschrieben:
Der indikationslose Schwangerschaftsbbruch ist eben n i c h t erlaubt, und so hat eben auch niemand einen Rechtsanspruch darauf, schon gar nicht gegenüber einem b e s t i m m t e n Arzt oder Klinikbetreiber
Dafür hat sich dieser Chefarzt schlicht den falschen Arbeitgeber ausgesucht, denn der Konzern bezeichnet sich selbst als weltanschaulich neutral und sieht sich keiner religiösen Anschauung verpflichtet weshalb ein Abtreibungsverbot in dieser Klinik abgelehnt wurde. Das Angebot des Konzerns Schwangerschaftsabbrüche durch andere Fachärzte oder Kooperationsärzte vornehmen zu lassen hat dieser Chefarzt abgelehnt.

PR hat geschrieben:
Die Intervention der zuständigen Landesgesundheizmisterin ist zutiefst beschämend und zeugt von bestürzender Inkompetenz in der Sache.
Das sehe ich anders, denn auch diese Privatklinik ist größtenteils mit öffentlichen Mitteln gebaut worden um die flächendeckende Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Im gesamten Landkreis hätte es kein Krankenhaus mehr gegeben, in dem solche Abbrüche möglich sind.

PR hat geschrieben:
Eine Klinik, in der die betriebswirtschaftliche Leitung mit nichtmedizinischen Argumenten in ärztliches Handeln eingreift, würde ich nicht betreten.
Es ging auch beim Chefarzt als medizinisch Verantwortlichen um "nichtmedizinische Argumente". Er begründete seine Entscheidung mit seinem christlichen Glauben. (@Christiane: Schon bemerkt, wie PR die "betriebswirtschaftliche" Komponente immer wieder ins Spiel bringt?)


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BeitragVerfasst: 12.02.17, 15:08 
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indem sie den lokalen Klinikverwalter desavouiert hat.

Timmiezwoo, Sie kriegen mich mit keinem Argument dazu, die Obergewalt der Betriebswirte im Gesundheitswesen über ärztliches Tun und Lassen zu akzeptieren. Und wenn Sie auch nur ein bisschen ehrlich sind (und vielleicht in einem anderen Zusammenhang) geht es Ihnen ja genauso.

:oops:
PR

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 Betreff des Beitrags: Re: Arzt, Moral und Medizin
BeitragVerfasst: 12.02.17, 16:19 
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Zitat:
Timmiezwoo, Sie kriegen mich mit keinem Argument dazu, die Obergewalt der Betriebswirte im Gesundheitswesen über ärztliches Tun und Lassen zu akzeptieren. Und wenn Sie auch nur ein bisschen ehrlich sind (und vielleicht in einem anderen Zusammenhang) geht es Ihnen ja genauso.

Das ist schon richtig, allerdings lehne ich nicht nur die Obergewalt der Betriebswirte im Gesundheitswesen ab sondern auch jede Beschneidung der freiheitlichen Grundrechte, sei es nun die Glaubens- und Gewissensfreiheit oder das Persönlichkeitsrecht (Patientenautonomie). :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Arzt, Moral und Medizin
BeitragVerfasst: 12.02.17, 20:06 
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[quote="Timmie2"(@Christiane: Schon bemerkt, wie PR die "betriebswirtschaftliche" Komponente immer wieder ins Spiel bringt?)[/quote]
Ich bemerke, dass hier ein Beitrag eingestellt wurde, den keiner ordentlich gelesen hat, sich aber die Rosinen rauspickt, die er zerquetschen will, weil es ihm grad in den Kram passt.
8)
Frdl. Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Re: Arzt, Moral und Medizin
BeitragVerfasst: 12.02.17, 23:49 
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Ja, ist denn schon wieder Wahlkampf? :mrgreen:

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Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.


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 Betreff des Beitrags: Re: Arzt, Moral und Medizin
BeitragVerfasst: 13.02.17, 07:59 
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Humungus hat geschrieben:
Ja, ist denn schon wieder Wahlkampf? :mrgreen:
Selbstverständlich, nach der Wahl ist vor der Wahl :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Arzt, Moral und Medizin
BeitragVerfasst: 13.02.17, 10:05 
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Humungus hat geschrieben:
Ja, ist denn schon wieder Wahlkampf? :mrgreen:


Haben Ärzte (und die Patienten) denn eine echte Wahlmöglichkeit bei den antretenden Parteien?
Bitte um Aufklärung, wenn ich überlesen hätte, dass da mal jemand für gerechte Behandlung und Bezahlung der Protagonisten einträte.

Interessant scheint mir in dem Zusammenhang die anstehende Interessenvertretung angestellter Klinikärzte durch eine nichtärztliche Gewerkschaft. Die neue MBZ berichtet darüber.
Wie würde wohl ein o.g. Fall eine solche Gewerkschaft bewerten? Wäre eine solche Gewerkschaft stark genug, sich mit von Investoren und Betriebswirten geleiteten Kliniken anzulegen?
Einerseits müssen auch solche Kliniken ihre Vakanzen besetzen, andererseits kollidiert das laut PR nicht selten mit (nicht-)ärztlicher Ethik. Muss sich deshalb ein angestellter Arzt erpressen und nötigen lassen?
Auch dieses Thema hat m. W. keine einzige Partei auf der Pfanne...


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 Betreff des Beitrags: Re: Arzt, Moral und Medizin
BeitragVerfasst: 13.02.17, 14:11 
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Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
Bitte um Aufklärung, wenn ich überlesen hätte, dass da mal jemand für gerechte Behandlung und Bezahlung der Protagonisten einträte.
Was ist denn eine "gerechte Behandlung und Bezahlung"?


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 Betreff des Beitrags: Re: Arzt, Moral und Medizin
BeitragVerfasst: 13.02.17, 15:12 
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Beiträge: 755
Timmie2 hat geschrieben:
Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
Bitte um Aufklärung, wenn ich überlesen hätte, dass da mal jemand für gerechte Behandlung und Bezahlung der Protagonisten einträte.
Was ist denn eine "gerechte Behandlung und Bezahlung"?


Stimmt natürlich, ich bin aber trotzdem so optimistisch, anzunehmen, dass "Gerechtigkeit" bei ernsthaften Reformabsichten gelingen könnte.
Das Problem im Gesundheitswesen ist nur, dass man 5 Ungerechtigkeiten abstellen muss, um für 1 Gerechtigkeit zu sorgen. Deswegen ist es nicht damit getan, nur mehr Honorar und weniger Administration und Gängelei zu fordern, deshalb ist es auch nicht damit getan, eine Einheitskrankenkasse zu verlangen, vielmehr bedarf es einer Kernsanierung des ganzen Systems. Die teure (Pseudo-)Selbstverwaltung und die "Überzeugungskraft" der Pharmabranche bei Politikern und Ärzteverbänden tun ein Übriges, um jedes Reförmchen zum Scheitern zu bringen.


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BeitragVerfasst: 13.02.17, 23:29 
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Was es jede Menge gibt sind Murkser und Schwätzer in der Gesundheizpolitik. Und gewiefte Profiteursgesäße auf Funktionärssesseln.

Und alle machen sie seit Heiner Geißler (Oberndorf am Neckar: "die Kostenexplosion im Gesundheitswesen")
Zitat:
Täuschen, Tricksen und Tarnen
(Zitat: DER SPIEGEL, als der noch was tauchte.)

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 Betreff des Beitrags: Re: Arzt, Moral und Medizin
BeitragVerfasst: 14.02.17, 15:22 
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Registriert: 27.09.14, 15:01
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Zitat:
Aufgrund seines christlichen Glaubens wollte der Chefarzt der Gynäkologie in der Capio Elbe-Jeetzel-Klinik in Dannenberg Abtreibungen verhindern. Doch wie weit reicht das Weisungsrecht eines Chefarztes gegenüber seinen Mitarbeitern? Eine juristische Einordnung.

Darf ein Chefarzt Abtreibungen verhindern?


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