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medizin-forum.de • Thema anzeigen - „Bürgerversicherung“ / „Privatkasse“:zwei Presseerzeugnisse
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BeitragVerfasst: 18.11.16, 01:09 
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Privatkasse hie, Bürgerversicherung da - man sieht: die "Umwertung aller Werte" der heutzutag fertig durch alle Institutionen marschierten 68-er beginnt mit der Umdeutung aller Begriffe.

Dabei kann es so schwierig eigentlich nicht sein, jedes Ding beim richtigen Namen zu nennen:

die nicht nachhaltige (zu Zeiten von Demographieproblemen) schreiend generationenungerechte, „solidarischen“ Anteil versprechende Ausgleichskasse hie

und die (zu Zeiten von Negativzins) hoch gefährdete, zu individuellem Anspruch berechtigende Privatversicherung da.

Aber vielleicht steckt ja die Absicht dahinter: Stimmvieh und Doofbürger wollen hinter’s Licht geführt werden…

PR

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BeitragVerfasst: 18.11.16, 10:59 
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Na ja, wenn es eine Bürgerversicherung gäbe, hat sie eher die Bezeichnung Versicherung verdient, weil dann eben direkt, wie bei den privaten Versicherungen abgerechnet wird und der Über- und Umstandsbau „Kasse“ wegfiele.

Viel schlimmer als die Begrifflichkeiten finde ich jetzt das Gegeneinanderschießen mit dem Wegfall von Arbeitsplätzen. Beim Bürger kommt nur wieder an: Gesetzlich ist gut, weil mehr Arbeitsplätze dranhängen, privat = schlecht, weil zwar auch, aber viel weniger Arbeitsplätze betroffen sind und sowieso ungerecht ist, weil viel weniger einzahlen. Der Punkt, wieviel Beitragsgeld wofür ausgegeben wird und dass Einzahler überhaupt keine Gelegenheit hat, irgendetwas zu beeinflussen, wird ja gar nicht angesprochen. Wie soll man sich dann für- und gegen etwas positionieren ?

Was die Befürworter der Bürgerversicherung auch nicht sagen, ist, wohin sie denn mit unseren Beamten wollen. Es wird immer eine 2. Schiene geben, wurscht, wie man sie dann nennt.

Grüße
Christiane


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BeitragVerfasst: 19.11.16, 11:00 
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Ihren Beitrag (@PR) habe ich nicht verstanden. Vielleicht bin ich ja auch ein Doofbürger...

Es wurde hier schon behauptet, die PKV könne aus verfassungsrechtlichen Gründen überhaupt nicht abgeschafft werden..., eine solche Rechtsgrundlage habe ich aber nicht gefunden. Hat mir jemand einen Link?
Sie wirklich in Gänze abzuschaffen wäre m.E. auch nicht erforderlich. Sog. "Hotelleistungen" könnten - hoffentlich ohne Fehlanreize bei stationärem Aufenthalt zu schaffen - weiterhin versicherbar bleiben.

Die Argumentation der Privatversicherer finde ich geradezu absurd. Mich beleidigt sie sogar, da die Leute zu glauben scheinen, es mit Idioten zu tun zu haben!

Als sei eine Einheitskasse per se schuld an Arbeitslosen…..! Da es nur rund 11% Privatversicherte in D gibt, bräuchten 89% Kassenpatienten dem Arzt nur wenig (ca. 10%) zusätzlich zu bringen, um keinen einzigen Cent Umsatzverlust zu erzielen. Bei Augenärzten wären das also statt 20 Euro ~ 22 Euro. Oder bin ich Doofbürger?

Natürlich würde eine korrumpierbare Einheitskasse nicht den Sinn und Zweck erfüllen können, den man erwartet.
Deshalb muss – sozusagen als konzertierte Aktion – mit einer autarken Einheitskasse auch eine autarke Instanz geschaffen werden, die der Kasse penibel “auf die Finger” schaut. Beide müssten an Entscheidungsprozessen stärker beteiligt sein als jeder andere Akteur im Trauerspiel "Gesundheitswesen". Das gülte ganz besonders für die Pharmabranche und ihre Klingelputzer.

Gewonnene finanzielle Kapazitäten müssen bis aus Weiteres zur Konsolidierung einer flächendeckenden und angemessenen ärztlichen Versorgung vewendet werden und dürfen nicht an Beteiligte mit starker Lobby ohne kurativen Nutzen abfließen.

Es würde nichts bringen, machtlos z.B. der Pharmaindustrie weiterhin “Evergreening” von Medikamenten finanzieren zu müssen, Funktionären (a.D.) der Krankenkasse oder einer überkommenen Selbstverwaltung das Geld hinterherzuschmeißen.

Die Argumente der Einheitskassengegner lassen sich nur entkräften, wenn die unbedingte Autarkie der Kasse gewährleistet wäre.

Möchte man Nägel mit Köpfen machen, dann könnte man noch gleich die Gebührenordnung der Ärzte und die Niederlassungsbeschränkungen aufheben, dann könnten wir mehr als genug Ärzte aufweisen. Man bräucht noch nicht einmal zusätzliche Studienplätze einrichten…, wie schon andernorts erwähnt, sind derzeit im Fach Humanmedizin fast genau 90.000 Studenten bundesweit immatrikuliert, aber durch die Zustände im Gesundheitswesen wird sich nur ein Bruchteil davon niederlassen…., leider zu wenige, um die altersbedingte Schrumpfung ärztlicher Versorgung aufzufangen.


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BeitragVerfasst: 19.11.16, 16:36 
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Das Spiel hatten wir vor allem schon einmal und das ist gar nicht lange her:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/053/1805354.pdf

So wurde damals abschließend darüber gedacht:

„Die Fraktion der CDU/CSU führte aus, dass das bestehende duale Versicherungssystem mit einer privaten Krankenvollversicherung und einer gesetzlichen Krankenversicherung sowohl die Qualität der Versorgung als auch die Versorgungsbreite sichere. Im Sinne der Versicherten und im Sinne der Patientinnen und Patienten, die im Mittelpunkt der Überlegungen stünden, lehne man eine Einheitsversicherung, wie sie die Fraktion DIE LINKE. in ihrem Antrag fordere, generell ab.

Die Fraktion der SPD erklärte, dass verfassungsrechtlich große Bedenken bestünden, die private Krankenversicherung als Vollversicherung gänzlich abzuschaffen und diesen Versicherungszweig nur noch als Anbieter von Krankenzusatzversicherung bestehen zu lassen. Aus diesem Grund werde man den Antrag ablehnen. Allerdings verfolge die Fraktion der SPD nach wie vor das Ziel, die gesetzliche Krankenversicherung in den Bereichen Beitragsparität und Verbreiterung der Einnahmenbasis zu einer solidarischen Bürgerversicherung weiterzuentwickeln.

Die Fraktion DIE LINKE wies darauf hin, dass die Verteilung von privat Versicherten und Ärzten sehr eng korreliert sei und sich damit auch auf den Versorgungsgrad der Bevölkerung auswirke. Die Überführung der privaten Vollversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung sei deshalb u. a. eine Maßnahme, um die Versorgungsprobleme, d. h. lange Wartezeiten durch ungleiche Verteilung der Arztsitze, zu lösen.

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN merkte an, dass sie ebenfalls die Zusammenführung der Versicherungssysteme mit dem Ziel einer Bürgerversicherung anstrebe. Allerdings wolle man die private Krankenversicherung nicht auf das Geschäft der Zusatzversicherung beschränken. Vielmehr sollten die privaten und die gesetzlichen Krankenversicherer die Möglichkeit erhalten, eine Bürgerversicherung anzubieten. Deshalb werde man sich bei der Abstimmung enthalten.

Berlin, den 10. Juni 2015“

Ich frage mich jetzt, was die SPD in den letzten 1,5 Jahren denn nun weiter entwickelt hat?

Eine Abschaffung der PKV als Vollversicherung ist m. E. verfassungsrechtlich hinzubiegen bzgl. der angesparten Altersrückstellungen der Versicherten. Das bedeutet eine lange Zuwartezeit. Und es ist ein hartes Brot hinsichtlich der Beihilfe. Die Beamten machen diesbzgl. eine echte Gefahrenquelle für sich als Staatsdiener aus:
http://www.versicherungsvergleich-beamt ... beamte-ab/

Eine Bürgerversicherung wird keine Versicherung, aber die bisher privat Versicherten werden in eine Kasse gezwungen. Persönliches Absicherungsvertragswerk wird in ein vorgegebenenes Leistungsangebot ohne persönliche Wahlmöglichkeit gezwungen. Ich glaube, das ist es, was PR als geschriebene Vereimerei bezeichnet.
Ich glaube. :wink:

Frdl. Grüße
Christiane


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BeitragVerfasst: 22.04.17, 02:37 
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Guck. Da weiß man längst, dass privat gesetzlich sticht.
https://www.destatis.de/DE/Publikatione ... cationFile

„…Über weitere Gründe für die geringere Sterblichkeit von Beamtinnen und Beamten gibt es bisher keine gesicherten Erkenntnisse. Himmelsreicher und andere (2008) nennen hier die unter Beamtinnen und Beamten weit verbreitete private Krankenversicherung, welche die Versorgung im Krankheitsfall verbessert…“

Dazu gäbe es nun viel zu überlegen, als Allererstes heißt dies aber: Dem Großteil der deutschen Bevölkerung wird ein Zwangskrankenversicherungssystem aufs Dasein gedrückt, das offensichtlich ungenügend ist, da lebensverkürzend und lebensqualitätsmindernd und
die grad so sehr beworbene Idee einer Einheitsversicherung ist dann ein Festzurren der Ungleichheit zwischen Privat und „Kasse“.

Frdl. Grüße
Christiane


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BeitragVerfasst: 22.04.17, 09:51 
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Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
Es wurde hier schon behauptet, die PKV könne aus verfassungsrechtlichen Gründen überhaupt nicht abgeschafft werden..., eine solche Rechtsgrundlage habe ich aber nicht gefunden. Hat mir jemand einen Link?
Zwei:
https://dejure.org/gesetze/GG/2.html
https://dejure.org/gesetze/GG/14.html

Man kann dieses Thema sicherlich nicht in Kürze diskutieren. Es geht um zwei Dinge: 1. die bewusste Entscheidung des Versicherten in die PKV zu gehen wird rückgängig gemacht und 2. die Altersrückstellungen, die der PKV-Versicherte über zig Jahre gezahlt hat, hat er für sich und nicht für eine Gemeinschaft gezahlt, sie sind sein Eigentum.

(Dass die Linken das nicht so sehen und gerne einige zig Millarden Euro für die KrankeKasse beschlagnahmen wollen, war mir klar. Merke: Linke sehen Verfassung als unverbindlich an. So wie schon in der DDR. Und: Linke nehmen gerne das Geld der Anderen.) https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... -9ItRmSZjg

Bei Beihilfeberechtigten, insbesondere Beamten, kommt hinzu, dass diese durch die Beihilfe einen massiven finanziellen Vorteil genießen, wenn sie in der PKV sind, aber einen wesentlich geringeren, wenn sie in die GKV gehen (das ist auch der Grund, warum nahezu jeder Beamte privatversichert ist - denn er könnte auch anders!). Dieser Vorteil bräche bei einer Bürgerversicherung weg, und auch dies hätte Verfassungsbedenken.

Das heißt: für Neuverträge wäre eine Bürgerversicherung sicherlich eher einzurichten - aber was ist mit den vielen "Alten"? Mal unter uns Klosterbrüdern: um die gehts doch, denn da sitzen die Milliarden, die mit Gier...siehe oben.

Zitat:
Die Argumentation der Privatversicherer finde ich geradezu absurd. Mich beleidigt sie sogar, da die Leute zu glauben scheinen, es mit Idioten zu tun zu haben!
Witzig, nicht? Bei mir gehts mit den Argumenten kontra PKV so! :lachen:

Zitat:
Da es nur rund 11% Privatversicherte in D gibt, bräuchten 89% Kassenpatienten dem Arzt nur wenig (ca. 10%) zusätzlich zu bringen, um keinen einzigen Cent Umsatzverlust zu erzielen. Bei Augenärzten wären das also statt 20 Euro ~ 22 Euro. Oder bin ich Doofbürger?
Nein, nur mathematisch nicht perfekt. Sie dürfen nicht nur die Patientenzahlen für Ihre Berechnung heranziehen, sondern müssen die Umsatzzahlen dazunehmen, denn es geht um Geld und um Patientenmengen.

Heißt: der Anteil des PKV-Umsatzes am Gesamtumsatz muss kompensiert werden. Das ist leicht zu berechnen: man nimmt den Gesamt-Umsatz und berechnet einen "Durchschnitts-Fallwert" (also GKV+PKV). Und der GKV-Fallwert in der Bürgerversicherung müsste um das Verhältnis des "Durchschnittswerts" zum alten GKV-Wert steigen.

Lieber ein Beispiel:
Nehmen wir den Durchschnitts-Augenarzt mit ca. 1500 Scheinen und 10 Prozent Privatanteil (darüber könnte man streiten, in den Städten kann er wesentlich höher sein, auf dem Land, insbesondere im Osten, ist er niedriger). Der Augenarzt hat einen Kassen-Fallwert von ca. 25 Euro. (Man darf nicht nur die Grundpauschale rechnen, sondern noch eventuelle Kassen-Zusatzziffern.). Der Privatpatient bringt ca. 60 Euro.

Heißt: Gesamtumsatz pro Quartal ca. 46500 Euro, Gesamtscheine 1650, Durchschnittsfallwert 28,18€. Also: 12,7% Steigerung des Fallwerts der GKV, um den PKV-Wegfall zu kompensieren. Klingt nicht viel, nicht? Kostet eben eine ganze Menge Milliarden im Jahr. Gut wäre das für Landärzte und Ärzte mit niedrigen PKV-Rechnungen, schlecht für Ärzte mit hohem Privatanteil oder im Vergleich zu GKV-Fallwerten hohen PKV-Honoraren. Als ideale Antipoden würde ich mir Herrn Albert Schweitzer, Hausarzt in Fahrenwalde und Herrn Prof. Werner Mang, plastischer Chirurg in München, vorstellen. Während der Erste die Bürgerversicherung als milde Gabe sehen würde (denn er würde ein wenig mehr, aber nicht viel mehr kriegen wegen seiner geringen Fallzahlen), wäre der zweite pleite.
Na, das weckt doch die Emotionen! :mrgreen:

Was ich als Problem ansehe, ist: diese Milliarden müssen irgendwo herkommen. Ob die PVK-Versicherungsbeträge und die Entlassungen in der PKV-Branche (denn um diese Einsparungen werden ja die Bürgerversicherungskosten reduziert) reichen wage ich zu bezweifeln. Es wäre sicherlich interessant zu berechnen, doch mir fehlen dazu Zeit und Primärdaten. Das zweite - prinzipielle - Problem ist, dass Kassenmedizin unzureichend bzw. unzufriedenstellend ist und immer bleiben wird. Was macht man dann mit dem Wunsch nach "guter" Versorgung? Ihn mit unlauteren Mitteln torpedieren wie den Glaukom-IGeL? Oder lieber gleich ganz verbieten? Wollen wir wieder einen Medizin-Schwarzmarzt mit Penicillin vom "Dritten Mann"? Oder Auslandsreisen, um "mal gut behandelt zu werden"? Diesen Bereich wird man nie austrocknen können.

Zitat:
Gewonnene finanzielle Kapazitäten
...ich glaube, da irren Sie mächtig: diese Kapazitäten können nur aus den Altersrückstellungen kommen, und die sind erstens schnell verbraucht und zweitens Eigentum der (ehemaligen) PKV-Versicherten.

Zitat:
Die Argumente der Einheitskassengegner lassen sich nur entkräften, wenn die unbedingte Autarkie der Kasse gewährleistet wäre.
Das möchte ich erleben! Ich kann Ihnen sagen, was einige Jahre nach der Einführung der Bürgerversicherung kommen wird: Beitragserhöhungen. Und zwar dann für alle. Und dann gilt die gleiche Berechnung, die oben für den Fallwert galt: die heutigen happigen Aufschläge für die PKV werden dann alle im Verhältnis tragen müssen.

Zitat:
Möchte man Nägel mit Köpfen machen, dann könnte man noch gleich die Gebührenordnung der Ärzte und die Niederlassungsbeschränkungen aufheben, dann könnten wir mehr als genug Ärzte aufweisen.
Meinen Sie den EBM als GO? Das ist kein Problem in der Bürgerversicherung. Und den "schwarzen" Rest regelt man eh unter der Hand. Das Thema Niederlassungsbeschränkung ist umfangreich, und: so gehts nicht, denn dann wird der Niedergelassene nur noch einen Bruchteil von heute verdienen, da bleibt er unter Garantie im Krankenhaus. Konsequenz: niederlassen werden sich nur Idealisten und Klinikgescheiterte.

Christiane hat geschrieben:
Dem Großteil der deutschen Bevölkerung wird ein Zwangskrankenversicherungssystem aufs Dasein gedrückt, das offensichtlich ungenügend ist, da lebensverkürzend und lebensqualitätsmindernd.
Hm. Ich kann diese Folgerung aus der Studien nicht entnehmen (auch wenn ich dieser Meinung bin). Es gibt noch viel mehr Gründe, warum Beamte und PKV-Versicherte länger leben, wozu sicherlich Einkommen, Bildung und auch Arbeitsvoraussetzungen zählen. Wie heißt es, wenn ein Beamter beerdigt wird? Er wird umgebettet... :wink:

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Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.


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BeitragVerfasst: 22.04.17, 10:52 
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@Humungus

Ich habe keine Lust mehr.

Da antworten Sie auf einen Beitrag, der 5 Monate alt ist. Was soll das?
Sie beklagen permanent die Zustände und finden gleichzeitig (m.E. teilweise an den Haaren herbeigezogene) Gründe, warum man an den ach so beschissenen Zuständen nichts ändern kann/sollte.

Spätestens mit Ihrem Vorwurf an Ihre Patienten, von denen die allermeisten nur einen Bruchteil dessen verdienen dürften, was Augenärzte im Schnitt verdienen, die man so oft schikaniert und abwimmelt und die überhaupt nicht weit genug von der Praxis entfernt wohnen können etc. pp., dass also diese Patienten nichts für Sie als Arzt und Freiberufler tun würden, haben Sie sich für mich als ernstzunehmender Diskutant disqualifiziert.

Man bekommt die Worte verdreht und wenn einem gar nichts mehr Besseres einfällt, dann ist man halt ein Kommunist, ein nichtärztlicher Ignorant, der von den Basics keine Ahnung hat.

Vielen Dank für' s Gespräch


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 Betreff des Beitrags: Re: Mein Gezeter kommt daher:
BeitragVerfasst: 22.04.17, 14:54 
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In dem Satz
„Über weitere Gründe für die geringere Sterblichkeit von Beamtinnen und Beamten gibt es bisher keine gesicherten Erkenntnisse. Himmelsreicher und andere (2008) nennen hier die unter Beamtinnen und Beamten weit verbreitete private Krankenversicherung, welche die Versorgung im Krankheitsfall verbessert.“

wird (m. E.) Bezug genommen auf
https://www.boeckler.de/7029_1234.htm
drittletzter Absatz
„Darüber hinaus sehen die Wissenschaftler aber noch zwei weitere Umstände, die zur insgesamt höheren Lebenserwartung von Staatsdienern beitragen: Die bei Beamten wie Pensionären verbreitete private Krankenversicherung verbessere die medizinische Versorgung.“

Man weiß es und scheut sich auch nicht, es schriftlich festzuhalten. Es ist aber doch jedem zu ermöglichen und freizustellen. Mit Zugang zu allen Leistungen hat das, was mit den gesetzlich Versicherten gemacht wird, nix zu tun. Und eine Bürgerversicherung wird das verdichten und auch das Gefälle zur zusätzlich zu bezahlenden Medizin nicht verringern. Meine persönliche Meinung.

Grüße
Christiane

PS:
Barnie, sei doch nicht immerwährend beleidigt. Was ist denn falsch daran, ältere Beiträge heranzuziehen? Sonst muss ja jedes Mal „das Rad neu erfunden“ werden.


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BeitragVerfasst: 22.04.17, 15:52 
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Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
Ich habe keine Lust mehr.
Verständlich...

Christianes Herz hat geschrieben:
Guck. Da weiß man längst, dass privat gesetzlich sticht.
So ein Unfug. Die höchste Lebenserwartung haben Beamte im höheren Dienst. Reiche leben länger, das ist keine neue Erkenntnis. Wer an oder unter der Armutsgrenze lebt, hat auch eine deutlich geringere Lebenserwartung als wohlhabende Menschen. Ob's nicht eher daran liegt? :roll:

Humungus hat geschrieben:
Man kann dieses Thema sicherlich nicht in Kürze diskutieren...
und vergaloppiert sich gleichsam in Pauschalierungen. Eine Bürgerversicherung ist nicht per se verfassungswidrig, es kommt auf die konkrete Ausgestaltung an.

Humungus hat geschrieben:
Es geht um zwei Dinge: 1. die bewusste Entscheidung des Versicherten in die PKV zu gehen wird rückgängig gemacht und 2. die Altersrückstellungen, die der PKV-Versicherte über zig Jahre gezahlt hat, hat er für sich und nicht für eine Gemeinschaft gezahlt, sie sind sein Eigentum.

Wissenschaftlicher Dienst des Bundestags hat geschrieben:
Es fehlt bereits an der Individualisierbarkeit des Anspruchs. Außerdem können die Altersrückstellungen nicht in dem Sinne genutzt werden, dass daraus laufend Früchte oder sonstige, auch einmalige Vorteile gezogen werden. Vielmehr stellen sie Rechtspositionen dar, die vom Gesetz zwar als Rechte oder Anwartschaften ausgestaltet sind, bei denen aber die Möglichkeit, sie auszunutzen, von weiteren Voraussetzungen abhängt, deren Eintritt ungewiss ist. Solche Positionen kommen wirtschaftlich betrachtet einer bloßen Chance nahe, die nicht unter den Schutz der Eigentumsgarantie fallen.

Entsprechend hat das Bundesverfassungsgericht die Aussicht auf beitragslosen gesetzlichen Krankenversicherungsschutz im Rentenfall nicht als vermögenswerte Position im Sinne des Art. 14 Abs. 1 S. 1 GG angesehen.

Verfassungsmäßigkeit einer Bürgerversicherung

Humungus hat geschrieben:
(Das heißt: für Neuverträge wäre eine Bürgerversicherung sicherlich eher einzurichten - aber was ist mit den vielen "Alten"? Mal unter uns Klosterbrüdern: um die gehts doch, denn da sitzen die Milliarden, die mit Gier...siehe oben.
Selten einen solchen Unsinn gelesen. Wenn die Altersrückstellungen so gut funktionieren, warum haben dann viele Ältere mit unbezahlbaren Beiträgen zu kämpfen und würden nur zu gerne wieder zurück in die gesetzliche Krankenversicherung? Weshalb verliert die private Krankenvollversicherung denn zunehmend an Mitgliedern und wird immer unattraktiver?

Die Altersrückstellungen werden am Kapitalmarkt angelegt um einen Kapitalstock aufzubauen. Kalkulationsgrundlage ist eine Verzinsung von 3,5 %. Wo gibt’s die auf dem Finanzmarkt noch? Dazu müssen entsprechende Renditen erwirtschaftet werden. Folge ist die Beiträge steigen und die PKV wird zunehmend unattraktiver. Wenn es die PKV nicht schafft ausreichend junge Menschen anzuwerben altert auch das Kopfschadenprofil und früher oder später können die laufenden Kosten nicht mehr mit den laufenden Beiträgen gedeckt werden - dann steht das System vor dem Kollaps.


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BeitragVerfasst: 22.04.17, 17:37 
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Registriert: 31.12.12, 15:22
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Timmie2 hat geschrieben:
Christianes Herz hat geschrieben:
Guck. Da weiß man längst, dass privat gesetzlich sticht.
So ein Unfug. Die höchste Lebenserwartung haben Beamte im höheren Dienst. Reiche leben länger, das ist keine neue Erkenntnis. Wer an oder unter der Armutsgrenze lebt, hat auch eine deutlich geringere Lebenserwartung als wohlhabende Menschen. Ob's nicht eher daran liegt? :roll:

Sag mal, Timmie, schreib ich walisch? Es geht nicht um „eher“ oder ob es ein alleiniges Argument ist.
Da steht geschrieben, dass „Die bei Beamten wie Pensionären verbreitete private Krankenversicherung verbessere die medizinische Versorgung.“
Eine schlichtere Aussage dazu, dass die gesetzlich Versicherten diese Verbesserung ergo kraft Gesetz nicht genießen, habe ich überhaupt noch nirgends gehört, geschweige denn gelesen.

Frdl. Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Re: Mein Gezeter kommt daher:
BeitragVerfasst: 22.04.17, 20:00 
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Christianes Herz hat geschrieben:
Barnie, sei doch nicht immerwährend beleidigt. Was ist denn falsch daran, ältere Beiträge heranzuziehen? Sonst muss ja jedes Mal „das Rad neu erfunden“ werden.


Ich diskutiere viel, Christiane, nicht nur hier im Forum. Eine Antwort auf meinen 5 Monate alten Beitrag erforderte ein neues Einlesen in die Diskussion. Dazu hab ich echt keine Lust und keine Zeit.

Übrigens: Ich bin nicht "beleidigt", ich bin - auf Neudeutsch - richtig angepisst. Die Art und Weise, in der mir hier gewisse Leute Doppelmoral unterstellen, die selbst mal sehr aufmerksam ihre Berufsordnung und den Bundesmantelvertrag lesen und diese verinnerlichen sollten, die in dreistester Form zugeben, welche Wertschätzung bei ihnen Patienten "genießen", die gesetzlich versichert sein müssen.

Und ich lass mich nicht gern ver@rschen! Immer besserer Einblick in das Werden und Sein eines Mediziners bleiben bei mir ja nicht aus. Da fallen einem dann schon gewisse Äußerungen hier verwundert auf....!
Ich kann nur empfehlen, sehr kritisch mit den hier gemachten Behauptungen umzugehen!

Timmie2 hat geschrieben:
Die Altersrückstellungen werden am Kapitalmarkt angelegt um einen Kapitalstock aufzubauen. Kalkulationsgrundlage ist eine Verzinsung von 3,5 %. Wo gibt’s die auf dem Finanzmarkt noch?


Bei Rhön-, Helios- und Asklepios-Kliniken :mrgreen:

Ich weiß nicht, was Beamtentarife für behandelnde Ärzte vorsehen...Für Brillen jedenfalls waren die Zuschüsse aus BUNDESbeamtentarifen kaum besser als die, die die GKV damals bezahlt hatte. Etwas besser die Zuschüsse für LANDESbeamte.
Aber ist das eine Diskussion wert? Wieviel Prozentpunkte der rd. 10% PKV-Patienten entfallen auf Beamte?


Zuletzt geändert von Barnie Geröllheimer am 22.04.17, 20:03, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 22.04.17, 20:01 
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Christianes Herz hat geschrieben:
Da steht geschrieben, dass „Die bei Beamten wie Pensionären verbreitete private Krankenversicherung verbessere die medizinische Versorgung.“
Und das ist eine "gesicherte Erkenntnis"?

Wenn Du Dir mal die von Dir verlinkte Böckler-Studie zu Gemüte führst wirst Du feststellen, dass es weitere nicht weniger plausible Gründe für die höhere Lebenserwartung gibt. Beamte arbeiten eher selten in Berufen mit starker körperlicher Belastung, dazu haben sie deutlich weniger mit existenziellen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Vor der Übernahme ins Beamtenverhältnis erfolgt dazu eine Gesundheitsprüfung weshalb tendenziell gesündere Bewerber in den Staatsdienst übernommen werden. Und ja, natürlich genießen Privatversicherte eine bevorzugte Behandlung, schließlich gibt’s da mehr zu holen als bei faulen Simulanten die nach Freibier schreien - gell PR?

Die längere Lebenserwartung auf die Krankenversicherung zu reduzieren ist und bleibt Unsinn oder wie erklärst Du Dir, dass Beamte im einfachen Dienst im Schnitt deutlich weniger Jahre vor sich haben als Beamte im höheren Dienst? Die Höhe des Einkommen dürfte demnach doch einen etwas größeren Einfluss auf die Lebenserwartung haben als die Wahl der Krankenversicherung. Nicht jeden Unsinn unkritisch nachplappern.

"Das Ergebnis ist eindeutig: In allen untersuchten Zeiträumen haben einkommensschwache Rentner die höchste, einkommensstarke Rentner die niedrigste Sterblichkeit"
Arme sterben früher


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BeitragVerfasst: 22.04.17, 20:29 
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was, timmiezwoo !

Ihr letzter Satz braucht keinen link, der stimmt einfach, und zwar weltweit. Wer wüsste das besser als einer der mal zweieinhalb Jahre in einem LLDC gearbeitet hat. Haben Sie das, timmiezwoo ?

"Freibier ist nie genug da" ist von einem von mir hoch geschätzten Hausarztkollegen. Ich halt den Satz für entzückend formuliert und einfach richtig. Sie haben demgegenüber genug vom Freibier, timmiezwoo ?

PR

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BeitragVerfasst: 22.04.17, 20:54 
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PR hat geschrieben:
"Freibier ist nie genug da" ist von einem von mir hoch geschätzten Hausarztkollegen. Ich halt den Satz für entzückend formuliert und einfach richtig. Sie haben demgegenüber genug vom Freibier, timmiezwoo ?
Ein verdammt teures Freibier wenn ich mir unsere Gehaltsabrechnungen anschaue...


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BeitragVerfasst: 22.04.17, 21:29 
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Da haben Sie wiederum wüescht recht.

Aber dann gucken Sie doch mal, wieviel davon bei den "Leistungsausgaben" der kranken Kassen auftaucht. Und haben sodann eine Ahnung davon, was die kranken Kassen bei sich selber verbraten.

Ich bin übrigens für Ihr Freibier in Kürze nicht mehr zuständig.

PR

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Zuletzt geändert von PR am 22.04.17, 21:40, insgesamt 1-mal geändert.

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