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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Ein kleiner Ausblick auf 2017
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 Betreff des Beitrags: Re: Ein kleiner Ausblick auf 2017
BeitragVerfasst: 11.08.17, 19:40 
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Ich beginne mal mit Ihrem letzten Satz

Humungus hat geschrieben:
... noch werden Kassenleistungen dadurch besser, dass verkündet wird, Ärzte hätten sich eben mit dem zufriedenzugeben, was angeboten wird.


So war das meinerseits nicht gemeint. Ich sehe nur nicht, dass selbst bei großzügiger Honorarregelung mal eine "Zufriedenstellung" erreicht werden kann, die auch anhält.
Gerade wurde hier im Forum noch von "halbwegs" angemessenen Honoraren gesprochen, die man als angestellter Arzt in einer Klinik verdienen könne. Ich kenne die Zahlen aus der MBZ. Da fragt man sich schon, in welchem Wolkenkuckucksheim manche schweben, wenn solche Einkommen als "halbwegs" angemessen betrachtet werden.

Wie lange also würde es dauern, bis sich der Patient und die Krankenkassen wieder wegen angeblich zu niederer Honorare erpressen lassen müssten?

Und wie will man diese "angemessenen" Honorare erreichen, wenn man nicht mal die Schmarotzer im eigenen Haus angeht? Selbst wenn zu den Kassen mehr Beiträge fließen (könnten), ist das noch lange nicht gleichbedeutend mit einer Honorarverbesserung für Ophtalmologen und Gynäkologen.

Die alten Zeiten kenne ich auch noch, Humungus. Wir haben bereits darüber geredet. Ich schrieb hierzu hier im Forum, dass auch ich mich an Zeiten erinnere, in denen uns unser ZVA jedes Jahr "nach Verhandlungen" neue, verbesserte Kassenleistungen präsentieren konnte.
Es kann doch nicht so schwer sein, einzusehen, dass das einfach nicht mehr weiter funktionieren konnte! Ich habe das sogar schriftlich in einer Antwort aus einer nicht angenommenen Petition (wörtlich zitiert):

Zitat:
Zur Sicherstellung der finanziellen Stabilität der GKV können auch Leistungsausschlüsse gerechtfertigt sein. Der Gesetzgeber hat insoweit einen weiten Gestaltungsspielraum


Dem ist doch eindeutig zu entnehmen, dass sich der "finanziellen Stabilisierung" der GKV alles unterzuordnen hat.
Nicht, dass ich mich darüber freuen würde oder mich begeistern würde, dass man nicht genug Eier zu haben scheint, um Big Pharma mal auf die Pfoten zu kloppen, Sie mit 7 Euro/Monat abgespeist werden oder dass für Brillen überhaupt nix mehr gezahlt wird, aber die alten Zeiten sind einfach vorbei!
Und man muss auch sehen, dass der Patient längst nicht nur seine Kassenbeiträge bezahlt, sondern im statistischen Mittel noch einmal diesselbe Summe p.a. ausgibt bzw. ausgeben muss, um für seine Gesundheit einigermaßen gesorgt zu haben.
Tatsächlich dürfte es so sein, dass der eine, der Rentner, der Hartzer oder der Arbeitslose gerade genug zum Fressen hat, während der andere, mit sozialversicherungspflichtigem Einkommen, den Kassenbeitrag nicht nur einmal, sondern mehrfach zusätzlich selbst bezahlt. Ich sehe es in meinem Laden...: Es gibt kaum mehr eine Mittelschicht! Entweder haben die Leute die Penunze für personalisierte Gleitsichtgläser für 1200 Euro oder es wird sehr preiswert eingekauft. Letzteres überwiegt bei Weitem.
Und denen will man hier noch weiter in die Tasche greifen, weil die Honorare nicht stimmen?? Die wohlgemerkt (auch) deshalb nicht stimmen, weil zwischen Ihnen und dem Patienten ein paar Blutsauger hocken, die sich an Ihrem Geld bedienen, gegen die Sie aber nichts tun wollen oder können!

Dann bringt mich die Darstellung der Situation hier immer wieder mal ins Schleudern, weil ich mich fragen muss, ob ich Verständnis- oder Wahrnehmungsprobleme habe?! Verschiedenes passt einfach nicht zusammen.

Hier Maulburg, dort Altenstadt, hier ruinöse Honorare, dort Porschefahrer, hier ein Hoch auf das Schlaraffenland Klinik, gleichzeitig würde man nie unter einem Rechenschieber arbeiten wollen usw.

A propos... hier ganz aktuell ein Bericht aus meiner alten Heimat zu den (angeblichen) Erfolgen eines Rechenschiebers:

http://www.swp.de/ulm/lokales/kreis_neu ... 64926.html

Ganz besonders auf Entbindungsstationen scheint man es abgesehen zu haben. Eine Schließung hier in Nordbaden scheiterte am Widerstand der Bevölkerung. Da stellt sich mir schon die Frage, ob es besser ist, eine Klinik durch einen betriebswirtschaftlich eher rudimentär ausgebildeten Mediziner (in den Abgrund) führen zu lassen oder bei womöglich nicht ganz optimalen Leistungen eine Klinik wenigstens retten zu können.


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 Betreff des Beitrags: unter einem Rechenschieber arbeiten
BeitragVerfasst: 11.08.17, 21:25 
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Ach Schatzele, falls Sie mich fragen: Sie haben ein Problem mit dem Erkennen von Zusammenhängen in Gemengelagen.

Ansonsten hab ich 15 Jahre in Kliniken unterschiedlichster Trägerschaft gearbeitet, von wegen niemals.
Allerdings nicht unter "Klinikscheffs" heutigen Zuschnitts sondern unter Verwaltungsdirektoren und Trägern, die sich und ihre Arbeit als öffentliche Daseinsvorsorge verstanden, wie das vor Gerd Schröder Sitte und Brauch war.
Heute freilich werden die Milchbubis gezwungen, ihre Läden für den Träger zur Geldquelle zu machen. Das aber verändert radikal die Medizin, die da gemacht wird, das halt ich für schlimm und bejammere ich, aber wahrscheinlich ist das in Altenheim ja auch alles ganz anders.

Am Beispiel Maulburg will ich zeigen, wie die große große Politik jetzt schon Dorfgemeinden zwingen will, diese öffentliche Daseinsvorsorge in die eigenen Hände zu nehmen, und sage voraus, dass dies scheitern wird. Es wird unter Anderem daran scheitern, dass sich kein selbständiger Arzt eine Praxis hinstellen lassen darf, und Dörfer keine Ärzte anstellen dürfen. Und es wird daran scheitern, dass es für einen jungen gut ausgebildeten Arzt kaum noch in Frage kommt, mit einer Drittelmillion Schulden in sein Berufsleben zu starten mit immer unsicherer Aussicht darauf, diese jemals zurückzuzahlen u n d gleichzeitig eine vorschriftsmäßige medizinische Infrastruktur bereitstellen zu können. Deshalb bleiben die Dokters in der Klinik.

In der Klinik bleiben die Dokters bis zu dem Tag, an dem sie wer in freier Wildbahn anstellen kann, darf und will. Denn dort haben sie einen (1) Scheff, der sagt, wo’s langgeht, Punkt.

Kommt da wann wer und baut denen ein vorschriftsmäßiges Ärztehaus in welches Kaff auch immer, und stellt sie dort zu Tarif- und beliebig klein gestückelten Teilzeitbedingungen ein, dann gehen sie da sicher auch hin jobben. Denn die Medizin ist hurra! weiblich geworden, und wenn das Kind krank ist oder geimpft werden muss oder nicht in die Tagi kann weil da grad Läuse sind, bleiben wir zuhaus, soviel solidarisches Wesen muss sein.
Aber auch das wird selbstverständlich die Medizin, die da gemacht wird, radikal verändern, das halt ich für schlimm und bejammere ich, aber wahrscheinlich ist das in Altenheim ja auch alles ganz anders.

Desweiteren war ich zwischendurch zweieinhalb Jahre für ein Nasenwasser einer von zwei Ärzten für 175.000 Einwohner eines LLDC, und fünfundzwanzig Jahre Kassenar$zt. Letzterer bin ich noch 21 Arbeitstage lang.

PR

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 Betreff des Beitrags: Re: Ein kleiner Ausblick auf 2017
BeitragVerfasst: 18.08.17, 10:23 
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Vor der Wahl ist nach der Wahl und es sind nur noch gut 5 Wochen.

"Wie die Parteien die Gesundheitspolitik reformieren wollen

Die große Koalition hat wichtige Reformen im Gesundheitsbereich verschleppt – auch wegen starker Lobbyisten."

http://www.fr.de/politik/bundestagswahl ... -a-1332321

Frdl. Grüße und ein schönes Wochenende
Christiane


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BeitragVerfasst: 18.08.17, 16:17 
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Bloß meine Haare hören allmählich auf, sich zu sträuben, weil nicht mehr so viele da sind.

Wer für Ärzte einen Sondertatbestand ins Gesetzbuch gedrückt hat, darf sich über zu wenig Kooperation nicht wundern, denn er hat Abgrenzung ins Gesetz geschrieben.

Wer vordergründig mehr stationär-ambulante Kontinuität fordert und hintergründig sämtliche Facharztschienen den Klinikkonzernen zuschustern will, setzt Abermilliarden aufs Spiel.

Wer heut noch die Verinternettung "eines der besten Gesundheitswesen der Welt" fordert, hat es bereits in die Tonne getreten. Und längst etliche Steuer- und Beitragsmilliarden in den Sand gesetzt.


Leider leeres Lettengeschwätz, liebe FR

PR

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 Betreff des Beitrags: Re: Ein kleiner Ausblick auf 2017
BeitragVerfasst: 18.08.17, 18:33 
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fr.de hat geschrieben:
Das alles ist seit Jahren bekannt, doch die große Koalition bietet darauf kaum Antworten. Ein Beispiel: Jedes fünfte Krankenhaus schreibt Verluste.
Die Antwort wäre die Schließung unrentabler Häuser, eine stärkere Spezialisierung sowie eine bessere Vernetzung mit dem ambulanten Sektor.

Da geht mir doch gleich wieder der Hut hoch. Rund 40 % der Kliniken sind verschuldet was nicht zuletzt daran liegt, dass sich die Länder ihrer gesetzlichen Investitionsverpflichtung (Instandhaltungskosten) immer mehr entziehen. Der schwarzen Null sei Dank. Dafür werden nun Mittel für die Schließung von Kliniken aus dem 1 Mrd. schweren Strukturfond kassiert und selbst das Land gibt noch Mittel für die Schließung von Kliniken frei. Der größte Ausgabenposten ist das Personal, weshalb vor allem an Pflegekräften gespart wird was auch nur möglich ist, weil der Gesetzgeber nicht willens ist endlich Pflegeschlüssel zu beschließen. Großzügigerweise hat der Bund nun 660 Mio. Euro für mehr Pflegekräfte bereitgestellt, was heruntergerechnet für jede Klinik gerade mal 2 Pflegekräfte bedeutet. Ein Witz. Wie die Schließung von Kliniken forciert wird konnte man hier gut beobachten. Investiert wird in große Häuser, dort kommen auch die lukrativen Fälle unter während man die alten, multimorbiden Patienten und damit weniger lukrativen Fälle in die unerwünschte Klinik abschiebt. Die Pflegekräfte dort sind damit nicht nur deutlich höheren Belastungen ausgesetzt (was die Fehlerquote erhöht), die Klinik wird weiter in die roten Zahlen getrieben. So kann man dann guten Gewissens die Schließung der Klinik fordern.

Statt 1600 allgemeinen Kliniken soll es künftig noch rund 330 Großkliniken geben, mit besserer Ausstattung und mehr Spezialisten. Nicht billiger, aber besser. Gefordert wird Qualität und Spezialisierung. Klingt nett, mehr aber auch nicht. Schon die Fallpauschalen bieten finanzielle Anreize zur Patientenselektion, mit den Qualitätsabschlägen der Fallpauschalen wird das nicht besser. Patienten, bei denen Komplikationen zu befürchten sind, könnten die nette Statistik ruinieren und zu finanziellen Verlusten führen. Schön, wenn sich dann noch eine Klinik findet, die sich derer erbarmt. Spezialisierung in Großkliniken ist ohne Frage sinnvoll, aber nicht immer braucht es Spezialisten. Die Grundversorgung könnten durchaus auch kleinere Klinken bewältigen. Die Zentralisierung verteuert die Versorgung und verlängert die Wege. Die Länder, insbesondere auch Baden-Württemberg, haben seit jeher ein Problem die Hilfsfristen im Rettungsdienst einzuhalten und so mancher Patient wird sich überlegen müssen, ob er noch eine lange Autofahrt in die nächste vollgestopfte Klinikambulanz riskiert oder nicht doch besser gleich den Notarzt ruft. Schuld an den überlasteten Rettungsdiensten ist dann wieder der ach so anspruchsvolle Patient. Durchschnittlich 5,8 % der Patienten sterben vor Einlieferung ins Krankenhaus, wenn der Notarzt weniger als 10 km bis zur Unfallstelle hat. Bei Anfahrtswegen zwischen 11 und 20 km steigt die Sterberate auf 7,7 %. Das konnten Forscher der Universität Sheffield belegen. Die Vorgaben der Hilfsfristen werden seit Jahren nicht eingehalten, aber man ist gut aufgestellt und weil der Versuch die Hilfsfristen zu verlängern scheiterte, legt man nun verstärkt Wert auf andere ‚Qualitätskriterien’. Was nicht passt wird passend gemacht. :evil:


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 Betreff des Beitrags: DER PFLEGESCHLÜSSEL
BeitragVerfasst: 18.08.17, 23:12 
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Warum fangen Sie hier nicht mal einen thread an und erklären der Welt, was denn unter einem Pflegeschlüssel zu verstehen ist ?

Ich kann mir darunter jedenfalls vielerlei vorstellen. Hauspflege, Altenpflege, Krankenpflege, Intensivpflege, Neugeborenenpflege, Neugeborenenintensivpflege, Frühgeborenenintensivpflege. Und so halt.

Dafür e i n e n Schlüssel ? Für mich genau so unvorstellbar wie e i n Ausbildungsgang.

PR

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 Betreff des Beitrags: Re: Ein kleiner Ausblick auf 2017
BeitragVerfasst: 19.08.17, 02:01 
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Timmie2 hat geschrieben:
... Die Vorgaben der Hilfsfristen werden seit Jahren nicht eingehalten, aber man ist gut aufgestellt und weil der Versuch die Hilfsfristen zu verlängern scheiterte, legt man nun verstärkt Wert auf andere ‚Qualitätskriterien’. Was nicht passt wird passend gemacht. :evil:

Timmie, wer ist man? Die Schuldenbremserei seinerzeit ist mit 2/3 durchgesetzt worden. Trotz Vorwarnerei und sehr viel Aufklärung.
Ich hab neulich den Herrn Martin Schulz auf RTL gehört. Der war ganz erschrocken, als er von einem Gesprächspartner aus dem Volk hörte, dass er fast eine 3/4 Std. auf den Notarzt warten musste. Es hat keinen Sinn, eine kleinteilige Struktur am Leben zu erhalten, wenn die Basis längst beliebig weil verhandelbar geworden ist.

Frdl. Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein kleiner Ausblick auf 2017
BeitragVerfasst: 19.08.17, 08:22 
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PR hat geschrieben:
Warum fangen Sie hier nicht mal einen thread an und erklären der Welt, was denn unter einem Pflegeschlüssel zu verstehen ist ?
Dafür e i n e n Schlüssel ? Für mich genau so unvorstellbar wie e i n Ausbildungsgang

Jeder Patient im Krankenhaus kann beobachten, dass die Personalbemessung in den Kliniken nicht ausreicht. Im Schnitt kümmert sich eine Pflegekraft um 13 Patienten (Studie Böckler-Stiftung), in der Nachtschicht sind es bis zu 30. Das sind deutlich mehr als in vergleichbaren Ländern und doppelt so viele wie z.B. in den Niederlanden. Einzig auf Intensivstationen für Neugeborene hat der GBA einen Personalschlüssel festgelegt, der durch Übergangsregelungen kurz vor Inkrafttreten Anfang 2017 faktisch wieder aufgehoben wurde. Das BMG setzt nicht auf zahlenmäßige Vorgaben sondern auf „Versorgungsqualität“, weshalb 600 Mio. für mehr Pflegekräfte zur Verfügung gestellt werden. Das sind heruntergerechnet lächerliche 2 Pflegekräfte pro Klinik. Was Patienten in der Medizin als „Qualität“ verkauft wird ist Augenwischerei. Kliniken sollen Gewinne einfahren und Personalkosten sind der größte Ausgabeposten, deshalb wird auch zuerst am Personal gespart. Pflegeschlüssel sind nichts anderes als gesetzliche Untergrenzen für das Pflegepersonal. Laut Verdi fehlen 70.000 Pflegekräfte in den Kliniken, dafür würden jährlich Kosten in Höhe von 4 Mrd. Euro anfallen. Genauso viel Geld fehlt Krankenhäusern in der Kasse, das eigentlich die Bundesländer zur Finanzierung der Klinikinvestitionen bereitstellen müssten.

Christianes Herz hat geschrieben:
Timmie, wer ist man?
In dem Fall jede Regierung an der die CDU beteiligt ist. Bei den Hilfsfristen die Landesregierung Baden-Württemberg (GRÜNE/CDU), dasselbe Spiel ist aber auch auf Bundesebene zu beobachten z.B. bei der Forderung nach Pflegeschlüsseln . "Qualitätskriterien" bzw. "Versorgungsqualität".

Christianes Herz hat geschrieben:
Die Schuldenbremserei seinerzeit ist mit 2/3 durchgesetzt worden...Es hat keinen Sinn, eine kleinteilige Struktur am Leben zu erhalten, wenn die Basis längst beliebig weil verhandelbar geworden ist.
Wer seinen Blick etwas schweifen lässt und sich mit Volkswirtschaften und der Politik der Eurozone beschäftigt wird feststellen, dass Schäuble der härteste Verfechter der schwarzen Null ist und Merkel unkritisch sämtliche Argumente von Unternehmenslobbyisten übernimmt. Mit Exportüberschüssen wird Politik gegen die eigene Bevölkerung gemacht. Das näher auszuführen würde aber den Rahmen sprengen und passt auch thematisch nicht hierher. Das ist die "Basis" dieser grottenschlechten Politik.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein kleiner Ausblick auf 2017
BeitragVerfasst: 20.08.17, 00:27 
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Timmie2 hat geschrieben:
... Das näher auszuführen würde aber den Rahmen sprengen und passt auch thematisch nicht hierher.

Ja doch, find ich schon. Schließlich hat es dazu geführt, dass wir es als ganz normal ansehen, dass die Kommunen/Gemeinden etc. ihren Aufgaben nicht mehr gerecht werden, weil sie eben "arm sind und kein Geld haben", andererseits erpressbar geworden sind, Geld vom Bund anzunehmen, um genau diese Aufgaben in abgespeckter Weise dann wahrnehmen zu können. S. u. a. letzte Änderungen im GG. Also das Thema wäre m. E. nicht verfehlt, sondern wäre mit ein Mittel zum Zweck einer ordentlichen Bezahlung der Berufe, die die Grundversorgung übernehmen (sollen).

Frdl. Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein kleiner Ausblick auf 2017
BeitragVerfasst: 20.08.17, 12:57 
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Beiträge: 814
Christianes Herz hat geschrieben:
Ja doch, find ich schon... Also das Thema wäre m. E. nicht verfehlt, sondern wäre mit ein Mittel zum Zweck einer ordentlichen Bezahlung der Berufe, die die Grundversorgung übernehmen (sollen).

Dann will ich mal versuchen meine (stark verkürzte) Sicht der Dinge zum Besten zu geben. Volkswirtschaft ist immer ein Nullsummenspiel. Die Einnahmen der einen sind die Verluste der anderen. Die Kunst dabei ist die Waage zu halten, wir erleben jedoch immer mehr Schieflage.

Dem Staat kommt volkswirtschaftlich gesehen eine besondere Bedeutung zu, denn er kann regulierend in den Wirtschaftskreislauf eingreifen. Die Staatsverschuldung muss der Wirtschaftslage sinnvoll und angemessen angepasst werden. Wenn Unternehmen sparen und Arbeitsplätze abbauen, kann der Staat mittels Investitionen dafür sorgen, die Volkswirtschaft auf ein Niveau zu heben das wieder zu mehr Arbeitsplätzen führt. Weigert sich der Staat diese Lücke zu schließen, führt das zu steigender Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung. Gleichzeitig nimmt das Vertrauen in die Wirtschaftsentwicklung ab was zu weiteren Sparmaßnahmen und wirtschaftlichem Abschwung führt mit dem Ergebnis, dass das Staatsdefizit weiter nach oben getrieben wird. Es entsteht ein Teufelskreis aus steigender Arbeitslosigkeit, sinkenden Einnahmen, wachsenden Sozialausgaben und staatlichen Kürzungsprogrammen.

Der Wirtschaftsabschwung bzw. Abbau der Arbeitsplätze wurde abgemildert durch die Exportüberschüsse. Durch Lohndumping hat sich Deutschland einen Vorteil im Euroraum verschafft. Da das Geld aber nicht mehr bei den Bürgern ankommt, stagniert der Binnenmarkt. Mit steigenden Löhnen und sinkender Ungleichverteilung der Einkommen würde auch der Konsum der Bevölkerung und die Menge der Importe wieder steigen. So aber werden mittels Lohndumping Exportüberschüsse erzielt, mit denen wir in Form von Krediten oder Auslandsinvestitionen auch Kapital ins Ausland exportieren. Deutsche Unternehmen und Banken sitzen auf Auslandsforderungen, deren Begleichung mehr als unsicher ist.

Durch die Exportüberschüsse haben wir zudem innerhalb Europas ein Ungleichgewicht geschaffen und bringen damit andere Länder wie Griechenland, Italien oder Frankreich in Schwierigkeiten. Damit z.B. Griechenland überhaupt eine Chance hätte seine Schulden je wieder zurückzuzahlen, müsste es investieren was mit der Politik der schwarzen Null wiederum verhindert wird. Davon profitieren Aktionäre exportorientierter Unternehmen aber nicht die Bevölkerung, da die Kaufkraft künstlich niedrig gehalten wird. Durch die schwarze Null entsteht ein Investitionsstau, die öffentliche Infrastruktur verfällt und wird dann mittels Privatisierung an große Konzerne verhökert. Diese Politik nützt einer kleinen Elite, bringt dem Großteil der Bevölkerung aber nur Nachteile.

Auf die Weltwirtschaft übertragen sieht’s nicht anders aus. Wir zeigen mit dem Finger auf Trump (America first) und sind selbst kein Haar besser. Mit fragwürdigen Freihandelsabkommen wie EPA (Westafrika) verwandeln wir deren Märkte in eine Müllhalde europäischer Produkte. Davon profitieren nur europäische Konzerne durch kurzfristige Profite und eine kleine afrikanische Elite. Die westafrikanischen Bauern können bei diesem Preiskampf nicht mithalten und bleiben auf ihren Produkten sitzen mit den bekannten Folgen: Steigende Ungleichheit, grassierende Armut, schwelende Konflikte. Wir leben auf Kosten anderer Völker und ihrer Ressourcen und wundern uns, wenn immer mehr Flüchtlinge der Armut dort entfliehen. Die Ungleichheit wächst, sowohl unter den Völkern als auch innerhalb der Völker. Anstatt die Probleme anzugehen werden Mauern und Zäune gebaut und sich abgeschottet. Es wird wieder aufgerüstet und unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung wird die innere Sicherheit ausgebaut (Bürgerbespitzelung, Gesetzesverschärfungen, Forderung nach Bundeswehr im Inneren etc). Wohin das führt ist absehbar. Irgendwann wird’s gehörig rappeln und dann sind die Honorare der Ärzte unser kleinstes Problem.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein kleiner Ausblick auf 2017
BeitragVerfasst: 20.08.17, 15:47 
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@timmie2

Alles richtig und schlüssig, finde ich. Hie und da könnte man ergänzen oder erläutern, aber das würde wirklich jeden Rahmen sprengen.

Nur eines..: Auch wenn ein Staat Firmen subventionieren würde, die bereits Personal abgebaut haben, so versprechen die Subventionen noch längst nicht automatisch mehr, vor allem nicht mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

Wir müssen alle zur Kenntnis nehmen, dass der Mensch immer weniger als produzierendes Element in einer Wirtschaft benötigt wird, sei es, weil er nur unwirtschaftlich beschäftigt werden oder die erforderliche Präzision nicht liefern kann.
Man kann dann entweder die Preise für ein Smartphone versechsfachen, um (mehr) Angestellte (besser) zu bezahlen, aber wenn das der globale Markt bzw. der Wettbewerb nicht zulässt, weil in Südkorea oder West-/Zentralafrika viel billiger gefertigt werden kann, dann bleibt eben nix anderes übrig, als zu entlassen, sich Leiharbeiter zu bedienen und/oder die Löhne soweit herunterzuschrauben, dass man seine Produkte am Markt günstig anbieten kann.

Der Mensch wird nur noch als Konsument benötigt. Irgendwer soll ja die Unmengen Erdbeerjoghurt kaufen, die von Maschinen hergestellt und abgefüllt werden, demnächst auch automatisiert transportiert und z.B. in Amazon-Supermärkten ohne jede angestellte Person im Markt an den Endverbraucher gebracht werden sollen.

Amazon testet solche Märkte tatsächlich.

Sie haben Recht: Die Empathie eines Frauenarzt wird da unser kleinstes Problem sein, aber wie verschafft man den Leuten das Geld, um im Amazon-Supermarkt einzukaufen?

Attac und die Grünen haben längst Modellrechnungen zum BGE durchgeführt und es sind eine Menge Fragen offen. Man kann damit noch keinen Blumentopf gewinnen.
Aber selbst wenn es so wäre, würde man doch mit einem so komplexen Thema die ganzen "Wutbürger" am rechten Rand doch überhaupt nicht erreichen!

Da sind wir dann an dem Punkt, an dem ich für Denkzettel und Winks mit dem Zaunpfahl bin. Was anderes hilft nicht.
Wohin man mit "demokratisch" gewählten, rechtsnationalen Politikern kommt, sieht man in England und in den USA.

Erst wenn es mal an den Geldbeutel derjenigen Wähler geht, geht denen hoffentlich ein Licht auf.
In den Treibhaus- und Plantagengiftküchen Andalusiens schuften tagtäglich für lächerliche Löhne Marokkaner für uns, hier in Nordbaden haben wir das größte Spargelanbaugebiet Europas und können den frischen Spargel für 7-8 Euro kaufen, weil er billig von Osteuropäern aus dem Boden gestochen wird.

Wir können aber auch Deutsche mit "Leitkultur" auf die Felder schicken..ich wäre gespannt, ob dann außer Meuthen noch jemand von dem rechten Gesocks noch Spargel essen würde, wenn er 25 Euro pro Pfund kostet :evil:


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein kleiner Ausblick auf 2017
BeitragVerfasst: 20.08.17, 18:46 
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Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
Nur eines..: Auch wenn ein Staat Firmen subventionieren würde, die bereits Personal abgebaut haben, so versprechen die Subventionen noch längst nicht automatisch mehr, vor allem nicht mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.
Der Staat soll keine Firmen subventionieren sondern durch (notwendige) Investitionen in die Infrastruktur die Konjunktur ankurbeln. Auch das schafft Arbeitsplätze und das müssen keine prekären Beschäftigungsverhältnisse sein. Das hängt doch sehr von der politischen Agenda ab (Mindestlohn, Eindämmung Leiharbeit und Werkverträge).

Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
Wir müssen alle zur Kenntnis nehmen, dass der Mensch immer weniger als produzierendes Element in einer Wirtschaft benötigt wird, sei es, weil er nur unwirtschaftlich beschäftigt werden oder die erforderliche Präzision nicht liefern kann. Man kann dann entweder die Preise für ein Smartphone versechsfachen, um (mehr) Angestellte (besser) zu bezahlen, aber wenn das der globale Markt bzw. der Wettbewerb nicht zulässt, weil in Südkorea oder West-/Zentralafrika viel billiger gefertigt werden kann, dann bleibt eben nix anderes übrig, als zu entlassen, sich Leiharbeiter zu bedienen und/oder die Löhne soweit herunterzuschrauben, dass man seine Produkte am Markt günstig anbieten kann.
Das ist ein Trugschluss, weil uns einfache Erklärungen für komplizierte gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge eingehämmert werden.
Wenn ich Schulden habe muss ich sparen, damit ich mich wieder entschulden kann. Wenn wir alle sparen werden wir alle ärmer aber unsere Schulden trotzdem nicht los.

Es gibt zwei Wege der Globalisierung zu begegnen. Der eine ist durch Senkung der Löhne, das ist der (alternativlose) Weg der unter CDU-Regierung vorangetrieben wird und auch in Europa durchgesetzt wurde. Mit anhaltenden Exportüberschüssen verschenken wir nicht nur Ressourcen und Wohlstand, sie bringen in einem Wirtschafts- und Währungsverbund auch Verwerfungen mit sich. Die Spirale nach unten ist längst in Gang gesetzt worden, die Frage ist wo dieser Weg enden wird. Wenn überall die Löhne sinken gibt es bald niemanden mehr der die Waren auch konsumiert.

Die andere Möglichkeit wäre auf Produktivität, Qualität und Innovation zu setzen, auch das verschärft den Druck auf die Wettbewerber. Dafür braucht es verbindliche Standards bei Löhnen und Arbeitsbedingungen. Dieser Weg wäre nicht nur ökonomisch sondern auch ökologisch sinnvoller. Wer die Welt retten will muss aufhören unentwegt Schrott zu produzieren und zu konsumieren. Früher war „Made in Germany“ noch ein Gütesiegel, heute ist es Etikettenschwindel. Da werden Billigkomponenten aus dem Ausland zugekauft und Fertigungsprozesse in Niedriglohnländer verlagert.

Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
Sie haben Recht: Die Empathie eines Frauenarzt wird da unser kleinstes Problem sein, aber wie verschafft man den Leuten das Geld, um im Amazon-Supermarkt einzukaufen?
Sicher nicht durch ein bedingungsloses Grundeinkommen wie es mittlerweile von namhaften Unternehmern propagiert wird. Das wäre das Ende des Sozialstaats und der Markt hätte freie Bahn. Die Arbeit geht uns nicht aus. Es fehlen jede Menge Arbeitskräfte im sozialen, kulturellen, Bildungs- und Pflegebereich und Digitalisierung wird nicht nur Jobs kosten sondern auch welche schaffen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein kleiner Ausblick auf 2017
BeitragVerfasst: 20.08.17, 20:44 
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Timmie2 hat geschrieben:
...Investitionen in die Infrastruktur...


Das kann er allenfalls durch Steuersenkungen, wenn er dem Bürger DIREKT helfen möchte. Wie wir wissen, ist das immer ein Rechte-Tasche-Linke-Tasche-Geschäft gewesen.

Timmie2 hat geschrieben:
Wenn ich Schulden habe muss ich sparen, damit ich mich wieder entschulden kann.


Nicht, wenn das Sparen wieder zusätzliche Schulden bringt. Im Übrigen kann ich nur sparen, wenn ich überhaupt Einkommen habe. Wer aber bei Amazon entlassen wird, weil man ihn im Supermarkt nicht mehr braucht, HAT kein Einkommen. Darüber hinaus heißt sparen, Geld zu horten, statt es dem Wirtschaftskreislauf wieder zuzuführen. Wir haben grade jetzt eine Zeit, in der Sparen zu Recht mit Geldverlust bestraft wird.

Timmie2 hat geschrieben:
Die andere Möglichkeit wäre auf Produktivität, Qualität und Innovation zu setzen, auch das verschärft den Druck auf die Wettbewerber. Dafür braucht es verbindliche Standards bei Löhnen und Arbeitsbedingungen. Dieser Weg wäre nicht nur ökonomisch sondern auch ökologisch sinnvoller. Wer die Welt retten will muss aufhören unentwegt Schrott zu produzieren und zu konsumieren.


Das kann ich nun überhaupt nicht nachvollziehen! Deutschland ist ein rohstoffarmes Land, das nahezu alles, was es mehr oder weniger hochwertig verarbeitet, im Ausland einkaufen muss. ENTWEDER, wir beuten die Länder aus, aus denen wir die benötigten Rohstoffe beziehen, können günstig produzieren und anbieten, sorgen aber für die von Dir selbst kritisierte Schieflage, weil der Lieferant bei uns nicht einkaufen kann ODER wir zahlen faire Preise, ermöglichen den Ländern damit auch, bei UNS einzukaufen, sind dann aber nicht mehr wettbewerbsfähig. Auch bei besserer Qualität als die Konkurrenz nicht.

Timmie2 hat geschrieben:
Sicher nicht durch ein bedingungsloses Grundeinkommen wie es mittlerweile von namhaften Unternehmern propagiert wird. Das wäre das Ende des Sozialstaats ...


Der Sozialstaat IST am Ende bzw. pfeift aus dem letzten Loch. Das ist ja das eigentliche Thema hier! Bei zuletzt über 920 Mrd. Euro Sozialausgaben und dem Zulauf zu den "Wutbürgern" kann man wohl davon sprechen, dass etwas nicht stimmt in diesem Lande!

Timmie2 hat geschrieben:
Die Arbeit geht uns nicht aus. Es fehlen jede Menge Arbeitskräfte im sozialen, kulturellen, Bildungs- und Pflegebereich und Digitalisierung wird nicht nur Jobs kosten sondern auch welche schaffen.


Zugegeben, im Dienstleistungsbereich wird es immer Jobs geben, aber erstens muss sich dazu jemand eignen und sollte sich möglichst dazu berufen fühlen und zweitens brauchen wir keine 50 Millionen Dienstleister im Lande. Und drittens produzieren Dienstleister nix und werden schon seit vielen vielen Jahren besch!ssen bezahlt. Dazu gehören die Optiker, die man dreist um ihre Beratung bestiehlt, aber auch die Frisöre, Ärzte usw.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein kleiner Ausblick auf 2017
BeitragVerfasst: 20.08.17, 22:20 
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Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
Das kann er allenfalls durch Steuersenkungen, wenn er dem Bürger DIREKT helfen möchte. Wie wir wissen, ist das immer ein Rechte-Tasche-Linke-Tasche-Geschäft gewesen.
Es ist eine Frage der Balance. Wenn die Wirtschaft spart kann das Niveau des Volkseinkommens nur stabil bleiben, wenn die Staatsverschuldung das ausgleicht. Ist das Staatsdefizit allerdings zu groß und die Wirtschaft hinkt hinterher entsteht Inflation und die Einkommenssteigerung wird durch die Preissteigerung wieder aufgefressen.

Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
Darüber hinaus heißt sparen, Geld zu horten, statt es dem Wirtschaftskreislauf wieder zuzuführen. Wir haben grade jetzt eine Zeit, in der Sparen zu Recht mit Geldverlust bestraft wird.

Richtig und warum senkte die EZB den Leitzins? Um die Konjunktur anzukurbeln. Unternehmen sollen investieren weil die Wirtschaft stagniert. Die Eurozone droht in die Deflation abzurutschen. Wenn aber Einkommen und Nachfrage wegbrechen und der Umsatz stagniert investieren Unternehmen nicht. Mit dem Nullzins hat die EZB ihr Pulver verschossen und das billige Geld kommt nicht in der realen Welt an sondern landet über die Banken auf den Finanzmärkten. Um eine Deflation zu verhindern ist Wachstum notwendig und dafür braucht es ein Ende des Spardiktats und der Lohnkürzungen.

Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
ENTWEDER, wir beuten die Länder aus, aus denen wir die benötigten Rohstoffe beziehen und können günstig produzieren und anbieten ODER wir zahlen faire Preise, ermöglichen den Ländern damit auch, bei UNS einzukaufen, aber wir sind dann nicht mehr wettbewerbsfähig. Auch bei besserer Qualität als die Konkurrenz nicht.
Die Außenhandels-Überschuss-Strategie funktioniert nicht auf Dauer wie man an der Eurokrise sieht. Alternative?

By the way: Was z.B. Staaten in Afrika vor allem brauchen würden wären Schutzzölle um sich erst mal einen eigenen Absatzmarkt aufbauen zu können und sich vor unseren Billigprodukten zu schützen. Mit stagnierendem Wachstum hat auch nicht nur Europa zu kämpfen. Same in Japan was vornehmlich an der moderaten Lohnentwicklung liegt.


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BeitragVerfasst: 20.08.17, 22:58 
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in echt, timmiezwoo, warnse da och mal ? Wusst ich ja jarnich.

Watt hammse denn da bloß erleebt ?

Aber nu erzählense dochmal !

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