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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Stirbt der selbstständig niedergelassene Arzt aus?
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BeitragVerfasst: 18.07.17, 09:21 
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Beiträge: 833
Zitat:
Die Landarztquote ist per se sittenwidrig,..


Es könnte sein, dass Sie damit Recht haben, aber ich glaube nicht daran.

Schon heute entscheidet doch eine KV, wo Sie praktizieren dürfen und wo nicht und verscherbelt attraktive Kassensitze für gutes Geld. Das bedeutet, schon heute wird Ihre "freie" Entscheidung, wo Sie sich selbständig machen lassen wollen, von außen beeinflusst.
Man wird wasserdichte Formulierungen für "Quoten"-Verträge finden, aber man wird als Arzt auch auf dem Land überleben können! Soll ich Ihnen nochmals ein paar Beispiele nennen?
Immer wieder wird das Szenario eines vorbestimmten, unausweichlichen Untergangs gezeichnet, wenn man sich als Vertragsarzt niederlässt, wo noch nicht schon 5 Kollegen sind!

Zitat:
So, und an all diesen Orten muss dann werauchimmer einen qualitätsgesichterten Arbeitsplatz für einen Arzt hinstellen. Ich wünsche viel Vergnügen bei der Überlegung, was das wen kosten wird.


Wenn Sie damit den kreuzdämlichen Spruch von den 400.000 Euro Kosten meinen, dann kann ich nur dazu sagen: Der Satz, sollte er so gefallen sein, ist so bescheuert, dass er überhaupt keines Kommentars bedarf.

Wenn Sie aber darauf anspielen, was eine Praxis kostet, bevor Sie überhaupt eröffnet, versichert, regelmäßig geprüft, zertifiziert, softwaremäßig geupdatet und personell bestückt werden kann, dann wäre es sehr nett, wenn Sie hier mal Zahlen nennen!
Immerhin meine ich mich zu erinnern, dass es ein PR war, der behauptet hat, es gäbe im Gegensatz zu uns Optikern bei Ärzten keine Mindestausstattungsvorgaben, die erfüllt sein müssen, damit man seinen Betrieb überhaupt zugelassen bekommt.
Ich meine aber auch gelesen zu haben, dass auch Ärzte auf dem Land immer noch ansehnliche Beträge privat versteuern, auch wenn die Art und Weise, wie man sein Geld verdienen musste, beim Arzt wie beim Patienten nicht so sehr Begeisterung ausgelöst hat.
Ich gebe zu..: An den Honoraren muss sich was tun! Das Geld dafür bekommen Sie aber garantiert nicht zusätzlich vom Versicherten! Stellen Sie eigene Überlegungen an, woher es kommen könnte.

Zitat:
Hab ja übrigens zumindest zweieinhalb Jahre Erfahrung mit derlei Landverschickung / Landbeglückung: 1980 bis 82 galt das in der damaligen Volksrepublik Bénin, noch heute ein LDC, für die dortigen Medizinabsolventen auch,....


Und? Hat's geschadet?


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BeitragVerfasst: 18.07.17, 11:04 
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Die KV verscherbelt garnix, auch nicht für gutes Geld. Wenn je irgendwo Geld fließt, dann ist das zwischen dem (eine Praxis) abgebenden und übernehmenden Arzt. Die KV kriegt Gebühren für Verwaltungsarbeit, und nicht zu knapp.

Wo wer „auf Kasse“ praktiziert, darüber entscheidet der „Zulassungsausschuss“. Der ist kein Ausschuss von irgendwem anderem, sondern eine von der KV vollkommen abgetrennte und zum Schein auch abgeschottete Behörde. Sie entscheidet nach irrwitzigen und vollkommen willkürlichen „Bedarfszahlen“ aus dem letzten Jahrhundert, sowie nach persönlichem Geschmack des Vorsitzenden.

Es k a n n keinen rechtmäßigen Vertrag mit einem Medizinstudenten geben, der ihn darauf festlegt, dass er sich nach Ausbildungsende als (Kassen)Arzt „niederlässt“. Es kann einen Vertrag geben, der den Arbeitsort nach Ausbildungensende eingrenzt, aber er ist zumindest sittenwidrig.

Keiner der Zwangsverschickten wird dort freilich einen Cent investieren und kein legaler Vertrag kann ihn dazu zwingen. Man wird ihm also dort einen kompletten qualitätsgesicherten Arbeitsplatz zur Verfügung stellen müssen, und der Zwangsbeglückte wird nach der Mindestvertragszeit dort lautlos verschwinden.

Unter der Annahme, die kranken Kassen hätten mir in den letzten 25 Jahren ein Facharztgehalt gezahlt, wozu sie verpflichtet gewesen wären (haben sie nicht, es war Jahr für Jahr 30.000.- weniger), hätte meine Frau in den 25 Jahren 25 x 30.000 € zum Praxiserwerb und –betrieb zugeschossen, das ist eine Dreiviertelmillion. Reicht Ihnen das ?

Die dämlichen 400.000 € Schaden für kranke Kassen verursacht jeder Arzt, der ein Berufsleben lang 1.für seine Arbeit von ihnen Geld sehen will und 2. Patienten behandelt, d.h. Medikamente, Operationen, Hilfsmittel, andere Therapien, Kuren und Arbeitsunfähigkeiten verordnet.

Das mit der Mindestausstattung vor Zulassung kapier ich nicht so recht. Klar muss ich einen zugelassenen Ultraschall haben wenn ich Ultraschall abrechnen will, klar muss ich bis zur Decke gekachelte Wände haben und eine Schleuse, bevor ich ein Pflaster abnehmen oder einen Faden abschneiden darf, klar muss ich ein Fliegengitter vors Fenster machen vor einem Raum, in dem jemand mit Medizinprodukten hantiert, die die Komplexität und Gefährlichkeit eines Suppenlöffels haben, klar muss ich ein EDV-Netzwerk haben bevor ich via KV mit kranken Kassen ohne Strafgebühr, also „elektronisch“ „abrechnen“ darf. Und so weiter.

Die Landbeglückung mit Ärzten mag in einem LDC angehen. Sie hat aber klar einen Einfluss auf die Motivation des Verschickten. Ansonsten erinnert sie mich stark an eine Volksrepublik.

PR

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BeitragVerfasst: 18.07.17, 17:52 
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Beiträge: 2047
Andersrumgesehen hat es auch nichts mehr mit der freien Arztwahl für den Patienten zu tun, wenn er genau weiß, "mein" Arzt ist nur hier, weil er die Quote in Bayern ist. Selbst wenn er es nicht auf sein Praxisschild pappt, dass es an dem ist. Wenn das der Kitt ist, der uns übriggelassen wird, zwischen "Seid froh, dass Ihr überhaupt noch an einen Arzt kommt" und "einmal im Monat mit dem Sammelbus in den nächsten größeren Ort zum Arzt, der allein schon wegen der Überlastung keinen rechten Spaß mehr hat", dann sollte vielleicht doch einmal nachgedacht werden, ob alles nicht viel ehrlicher (auch im Vergleich mit anderen, nicht lebensnotwendigen "Selbständigen" wäre, einfach mal mehr Euros auszuschütten. Nach der Wahl ist vor der Wahl und m. E. ist dieses Mal das letzte Durchwinken.

Frdl. Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Richtigrumgesehen
BeitragVerfasst: 25.07.17, 22:32 
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werd ich jetzt natürlich jeden Arbeitstag so um die vierzig fünfzig mal gefragt: wo soll ich denn dann hingehen, wen empfehlen Sie mir ?

Und sag dann: Sie werden wenig Wahl haben als Mitglied kranker Kassen.

PR

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BeitragVerfasst: 25.11.17, 14:35 
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Beiträge: 2047
Jetzt werden wir Patienten schon angeboten und verschenkt und sind noch dankbar, wenn sich jemand findet, der uns nimmt.
Mann, Mann, Mann. :cry:

https://www.suedkurier.de/region/schwar ... 12,9509495

Frdl. Grüße
Christiane


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BeitragVerfasst: 25.11.17, 16:00 
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Beiträge: 11222
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Hallo,
seit immerhin 1974 bis heute beziehe ich das Deutsche Ärzteblatt-und lese es nach wie vor sehr interessiert, allerdings hat sich m.E. die Zahl der wirklich bereichernden Artikel deutlich reduziert.
Seit 2005 -dem Beginn meines Ruhestandes- stelle ich fest, dass von Jahr zu Jahr die Zahl der Praxisabgaben steigt und zwar jene, die umsonst oder zu einem symbolischen Preis abgegeben werden. Es entzieht sich meiner Kenntnis, in welchem Umfang von diesen Angeboten Gebrauch gemacht wurde. Allerdings ist auch zu registrieren, dass -aus welchen Gründen auch immer- in den letzten 1-2 Jahren diese Inserate deutlich abnehmen.
Der Artikel schildert das traurige Ende einer Praxis, ist aber zu heutiger Zeit nicht ungewöhnlich.
Warum aber eine gut gehende Allgemeinpraxis in einer doch recht attraktiven Stadt keinen Nachfolger findet, ist mir ein Rätsel- zumindest aus der Ferne.

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Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 26.11.17, 19:24 
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Beiträge: 6297
Wohnort: Lörrach
ist die voll ausgelastete Praxis eines Facharztes für Allgemeinmedizin in einer Stadt. Keine Hausarztklitsche aufm Land.

Der bedauerliche Irrtum ihres Besitzers besteht in dem Rechenmodell, das zum angenommenen Verkaufspreis seiner Praxis geführt hat: es ist nicht das Offizielle.

Der Ex-Vertragsarzt der krankenKassen in spe hätte seine Praxis heutzutage also unter allen Umständen nur verschenken können. Dies wird nach dem Wunsch der kranken Kassen binnen Kurzem flächendeckend so sein. Wer danach noch Kassenarzt sein möchte, dürfte Lizenzgebühr bezahlen müssen.

Nie vergessen: sie sind von "Payern" zu "Playern" geworden, die kranken Kassen. Schmulla Schmidt und der SPD sei Dank.

PR

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BeitragVerfasst: 27.11.17, 08:29 
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Beiträge: 4749
Der Verkaufspreis einer Praxis richtet sich nach dem Markt. Letztendlich ist eine Praxis genau das wert, was ein Käufer zu zahlen bereit ist. Alle Rechenmodelle sollen das darstellen, scheitern aber an der aktuellen Situation. Das Modell der KV war schon immer völlig lebensfremd und nur dazu gedacht, einen Praxiswert künstlich nach unten zu rechnen. Dass er jetzt im Moment noch nach unten überholt wird - das verdanken wir der Politik und ihrer Planung.

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Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.


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 Betreff des Beitrags: Das ist die offizielle
BeitragVerfasst: 27.11.17, 21:37 
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Beiträge: 6297
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"Ärztekammer-Methode" zur Praxiswertabschätzung. Mein Steuermensch kannte sie, und zwar unter diesem Namen.

Das alles und noch mehr ist politisch gewollt, von langer Hand geplant, und funktioniert:
es wird einfach weniger Medizin stattfinden im 'schland.

Und, oh Wunder, der Statistik und Lauterbach sei Dank: genau das wird der Volksgesundheit dienen.

PR

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