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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 03.09.16, 09:20 
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Humungus hat geschrieben:
Ihnen ist also völlig egal, ob ein Mensch klaren Geistes ist oder nicht.

Nachgefragt-Die Reform der Zwangsbehandlung mit Neuroleptika in der Praxis der Betreuungsgerichte hat geschrieben:
Die Einschätzung einer Nichteinsichtsfähigkeit in eine Behandlung ist fachlich hochgradig instabil bzw. subjektiv, weil bislang keine handhabbaren Kriterien existieren, zwischen Einsichtsfähigkeit und Nichteinsichtsfähigkeit zu unterscheiden


Wie erklären Sich sich denn diese Forderung der DGPPN?
Zitat:
eine eindeutige gesetzliche Grundlage für eine erforderliche Zwangsbehandlung auch bei einwilligungsfähigen Patienten

DGPPN: Zwangsbehandlung


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 03.09.16, 10:15 
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Als erstes: Sie werden es nie hinkriegen, dass es für die Feststellung der Einwilligungsfähigkeit zuverlässige Parameter gibt. Und genauso wenig ist eine Generalisierbarkeit der Entscheidung möglich.

Zwangsbehandlung bei einwilligungsfähigen Patienten ist abzulehnen. Sie ist auch sinnlos, da der Patient jederzeit in der Lage ist die Behandlung wieder zu beenden, wenn der Zwang endet. Mir geht es bei einwilligungsunfähigen Patienten darum, ihnen ein würdiges Leben zu ermöglichen bzw. sie wieder einwilligungsfähig zu machen.

Übrigens, was halten Sie von der letzten Forderung?
Zitat:
dass auch behandlungsbedürftige, jedoch auf Grund fehlender gesetzlicher Grundlage nicht behandelbare Menschen mit psychischen Störungen, die nur gesichert werden müssen, aus der ärztlichen Verantwortung zu entlassen und die JVAs zu überstellen sind, bis eine Behandlungsoption entsteht.
Erweitert werden müsste sie auch um einwilligungsfähige, aber nicht behandlungswillige Patienten. Warum sollten diese in therapeutischen Einrichtungen untergebracht werden? Maßnahmen der Sicherung können JVAs besser übernehmen, und wenn keine Besserung gewünscht ist, erübrigt sich ein Therapieversuch, der über regelmäßige Angebote hinausgeht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 08.09.16, 19:36 
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Zitat:
Ambulante Pflegedienste sind regelmäßig bereit, gegen Patientenverfügungen zu verstoßen. Dies geht aus Recherchen des ARD-Magazins Monitor und einer Umfrage des Palliativmediziners Matthias Thöns hervor. Bei Stichproben, die von Monitor mit ver­deckter Kamera dokumentiert wurden, zeigten fünf von sechs ambulante Pflege­diens­te Interesse daran, einen unheilbaren Patienten aufzunehmen und zu beatmen. Und das, obwohl ihnen bekannt war, dass eine Patientenverfügung vorlag, die dies unmiss­ver­ständlich ausschloss...

Gesundheitsexperten kritisieren gegenüber Monitor Fehlanreize im Gesundheitssystem. Danach kosten Patienten in sogenannten „Beatmungs-WGs“, ambulante Einrichtungen zur außerklinischen Intensivpflege, durchschnittlich 20.000 Euro pro Monat, die über­wie­gend von den Krankenkassen bezahlt werden. „Gerade Beatmungspatienten sind hoch­lu­krative Patienten“, sagt Thomas Sitte, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Palliativ­stif­tung.

Pflegedienste missachten Patientenverfügungen

Wie war das noch mit dem "Geschäft mit dem Tod"...?


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 09.09.16, 07:50 
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Beiträge: 2033
Timmie2 hat geschrieben:
Wie war das noch mit dem "Geschäft mit dem Tod"...?

Geschäft für den Pflegedienst kapier ich ja noch, aber welche Angehörigen würden nicht den Willen ihres Familienmitglieds achten?

Frdl. Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 09.09.16, 12:56 
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Beiträge: 4733
...im Übrigen frage ich mich, was der behandelnde Arzt entschieden hat und warum. Braucht der Pflegedienst keine ärztliche Verordnung? Fragt er den Arzt nicht routinemäßig?

Ich habe die Sendung nicht gesehen. Handelt es sich um reale Fälle oder wurde einfach bei den Pflegediensten angerufen? Ist der Wortlaut des Anrufs standardisiert gewesen und dokumentiert?

Und welche Kontrollmechanismen liegen bei der Krankenkasse in solchen Fällen vor?

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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 07.11.16, 11:09 
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In den Niederlanden:

Deutsches Ärzteblatt hat geschrieben:
Das Leiden des Patienten muss aussichtslos und unerträglich sein. Jetzt soll diese Regelung erweitert werden: Senioren, die älter als 75 Jahre alt sind, sollen auch das Recht auf ein selbstbestimmtes Lebensende erhalten – ohne eine medizinische Indikation.
(...)
Denn Menschen, für die das Leben keinen Sinn mehr mache, die über den Verlust ihrer Mobilität und Unabhängigkeit oder Einsamkeit klagten, sollten wieder die Kontrolle über ihr eigenes Leben bekommen, fordern sie. Als Beispiele nennen sie Menschen, die ihr Leben als erfüllt und abgeschlossen ansehen oder die einen geliebten Menschen verloren haben und daher mangels sozialer Kontakte aus dem Leben scheiden wollen.
(...)
Kann Einsamkeit einem Gesetz zufolge sterbenswürdig sein? Allein der Versuch, dieses anhand bestimmter Kriterien festzulegen zu wollen, macht sprachlos.


Quelle: http://www.aerzteblatt.de/archiv/183221 ... ben-regeln

Ich hab´s in diesem Thread schon sehr früh gesagt: Sterbehilfe, in welcher Form auch immer, ist nur der Türöffner zum sozialverträglichen Frühableben...

Mir graust bei dieser Vorstellung.

A. Flaccus


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 08.11.16, 14:22 
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Beiträge: 824
Dr. Flaccus hat geschrieben:
Ich hab´s in diesem Thread schon sehr früh gesagt: Sterbehilfe, in welcher Form auch immer, ist nur der Türöffner zum sozialverträglichen Frühableben...
Mit dem kleinen Unterschied, dass wir in Deutschland nicht über Sterbehilfe ohne medizinische Indikation diskutierten sondern über ein Verbot einer seit vielen Jahren erlaubten Praxis der Suizidbeihilfe durch Ärzte. Die Rechtslage in den Niederlanden ist mit der in Deutschland überhaupt nicht vergleichbar, das ist der berühmte Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Wenn schon Vergleiche dann mit Oregon oder der Schweiz, aber das würde nicht zu dem von Ihnen gewünschten Ergebnis führen.

Die Rate der Suizidfälle durch ausgewiesene, fachgerechte Hilfe betrug in Deutschland 0,001 Prozent aller Todesfälle(Quelle: HVD). Daraus eine massenhafte Verleitung zum Suizid ableiten zu wollen ist einfach nur lächerlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 09.11.16, 12:25 
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Registriert: 06.03.05, 08:30
Beiträge: 4399
Wohnort: Hildesheim
Zitat:
Die Rechtslage in den Niederlanden ist mit der in Deutschland überhaupt nicht vergleichbar,

Stimmt.
Zitat:
das ist der berühmte Vergleich von Äpfeln mit Birnen

Stimmt nicht.
Zitat:
Die Rate der Suizidfälle durch ausgewiesene, fachgerechte Hilfe betrug in Deutschland 0,001 Prozent aller Todesfälle(Quelle: HVD). Daraus eine massenhafte Verleitung zum Suizid ableiten zu wollen ist einfach nur lächerlich.

Erst lesen (und verstehen :wink: ), dann meckern...
Darum ging´s mir in dem Beitrag doch gar nicht.

Ich schreib:
Zitat:
Sterbehilfe, in welcher Form auch immer, ist nur der Türöffner zum sozialverträglichen Frühableben...

Damit ist ausdrücklich die in Deutschland geltende Rechtslage mit eingeschlossen.
Mir ist es völlig egal, welche Art von Sterbehilfe geleistet wird.
So oder so wird damit eine Schwelle überschritten und es wird im Verlauf immer mehr gefordert. Das ist in dieser Diskussion im übrigen an vielen Stellen schon jetzt nachzulesen.

Die Niederlande sind natürlich schon viel weiter. Und wir sehen jetzt, wohin das führen kann...

A. Flaccus


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 09.11.16, 20:34 
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Beiträge: 824
Dr. Flaccus hat geschrieben:
Darum ging´s mir in dem Beitrag doch gar nicht.
Sterbehilfe, in welcher Form auch immer, ist nur der Türöffner zum sozialverträglichen Frühableben...
Damit ist ausdrücklich die in Deutschland geltende Rechtslage mit eingeschlossen.
Schon vor 20 Jahren wurde mit Argumenten wie "Wenn wir das zulassen..." vor einem Dammbruch gewarnt. Nichts davon ist eingetreten. Nichts. Beihilfe zum Suizid war in Deutschland über ein Jahrhundert legal und selbst Statistiken in Ländern wie Schweiz oder Oregon widersprechen dieser These. Dammbruchtheorien werden immer dann konstruiert, wenn gesellschaftliche Entwicklungen den eigenen Interessen zuwiderlaufen. Ihre Argumentation baut auf eine abstrakte Gefährdung die durch nichts belegt werden kann.

Nach dem Verbot der Beihilfe zum Suizid nun Arzneimitteltests bei Demenzkranken - die Entmündigung per Gesetz schreitet voran

Der Bundestag erlaubt die umstrittene Ausweitung von Arzneitests an Demenzkranken.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 22.08.17, 11:52 
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Beiträge: 808
Vielleicht haben viele von uns eine falsche Vorstellung davon, wie es den Sterbenden geht und wie es in einer Palliativ-Station zugeht.

Töchterchen absolviert in einer solchen Abteilung gerade ihre Famulatur und berichtete mir, dass sie sich schon auf den Therapie-Hund freue, der heute wieder käme.
Auf meine Nachfrage. was das denn sei, erklärt sie, dass ein Hund zu den Sterbenden dürfe, der sich streicheln und kuscheln ließe. Überhaupt sei das eine schöne Abteilung. Es gäbe Wellness-Bäder, Musikinstrumente, Cola, Bier, Sekt etc. für die Patienten uvm.

Ich hatte beim Begriff Sterbender immer das Bild eines mit Maschinen und Tropfe verkabelten, vor Schmerzen kaum bei Sinnen befindlichen bzw. wegen Schmerzmitteln völlig apathischen, kaum ansprechbaren Patienten vor Augen.

Stattdessen spielt man dort mit Hunden, geht baden oder spielt Klavier. Nicht dass ich neidisch würde, aber das ist doch ein ganz anderes Bild einer Station, aus der man nur noch in der Horizontalen herauskommt.

Übrigens: sie ist jetzt zwar noch nicht lange dort, aber bislang hat keiner um Gift nachgefragt.

Wie finanzieren sich solche Abteilungen und Sterbebegleitungen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 22.08.17, 12:39 
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Beiträge: 824
Eine Palliativstation ist auch etwas anderes als Palliativmedizin auf Intensivstationen. Dort wird nicht mehr mit dem Hündchen gekuschelt, denn die wenigsten Patienten sind noch ansprechbar. Intensivstationen sind spezielle Einheiten deren primäres Ziel es ist, das Versterben zu verhindern indem Organfunktionsstörungen bzw. –versagen durch meist invasive und aufwändige Verfahren stabilisiert und rückgängig gemacht werden. Aufgabe einer Palliativstation dagegen ist den Patienten medikamentös optimal einzustellen und den Gesundheitszustand zu stabilisieren, um ihn danach in die palliative Weiterbetreuung nach Hause oder in ein Hospiz verlegen zu können, wo der Patient dann bis zu seinem Ende begleitet wird (wenn er nicht zuvor auf der Intensivstation landet). Eine Palliativstation ist kein Hospiz, die Verweildauer dort ist zeitlich begrenzt. Die durchschnittliche Verweildauer beträgt 12-14 Tage, der Aufenthalt wird finanziert von den Krankenkassen (Tagessätze). Hospize dagegen werden von den Krankenkassen bzw. Pflegeversicherung nur teilfinanziert und sind im wesentlichen auf Spenden angewiesen.


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BeitragVerfasst: 22.08.17, 22:07 
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Registriert: 27.03.05, 23:51
Beiträge: 6276
Wohnort: Lörrach
Gute Frage.
Also hierorts aus Spenden und über einen third hand klamotten laden, den Freiwillige betreiben.

PR

PS: Sie bemerken aber schon auch in dieser Sache die Verlogenheit des Systems kranke Kasse , timmiezwoo ?
PPS: Abteilungen ? von Pflegeheimen !

_________________
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
99 2988 015 Die Nummer zur Sicherheit


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