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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Sterbehilfe
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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 07.11.15, 16:16 
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Zitat:
Und diese Menschen haben alle vorher um Sterbehilfe gebeten?
Oder fanden nur Sie das ganze unwürdig?


Wir wissen auch nicht wieviele Patienten sich Selbst getötet haben aus solchen Gründen, und auch nicht genau wieviele ins Auslang gegangen sind.
Aber ich meine dass Bine das anders gemeint hat, denn unwürdig zu sterben, diese Empfindung hat jeder anders, und darum sollte das auch jeder für sich selbst entscheiden können wie er leben ( bzw. sterben ) will.

Unsere Regierung erweist sich gerade jetzt nicht nur zu diesem Thema unfähig. 8)


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 07.11.15, 18:24 
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dora hat geschrieben:
Zitat:
Und diese Menschen haben alle vorher um Sterbehilfe gebeten?
Oder fanden nur Sie das ganze unwürdig?


...
Aber ich meine dass Bine das anders gemeint hat, denn unwürdig zu sterben, diese Empfindung hat jeder anders, und darum sollte das auch jeder für sich selbst entscheiden können wie er leben ( bzw. sterben ) will.


Und dies wird unter anderem dadurch erschwert, das nicht jeder in einer aussichtslosen Situation noch kommunizieren kann was er selbst als würdig empfindet. Und auch wenn wir jetzt gesund sind, können wir uns nur überlegen was wir wohl in der Situation wollen würden - und trotzdem kann es dann ganz anders aussehen...siehe Walter Jens.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 07.11.15, 19:42 
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dora hat geschrieben:
Unsere Regierung erweist sich gerade jetzt nicht nur zu diesem Thema unfähig

Wie wahr, wie wahr… Wobei ich mich jetzt grad so gar nicht erinnern kann, wann sich diese Regierung überhaupt mal als fähig erwiesen hat. Vermutlich sehe ich das aber einfach nur aus der falschen Perspektive, die Lobbykraten sind mit dieser Regierung sicher hoch zufrieden.

mandel hat geschrieben:
Und dies wird unter anderem dadurch erschwert, das nicht jeder in einer aussichtslosen Situation noch kommunizieren kann was er selbst als würdig empfindet. Und auch wenn wir jetzt gesund sind, können wir uns nur überlegen was wir wohl in der Situation wollen würden - und trotzdem kann es dann ganz anders aussehen


Warum sollten wir uns darüber noch Gedanken machen, das machen doch längst andere für uns.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die Patientenverfügung wieder auf den Tisch kommt. Die ist der Ärztekammer schon immer ein Dorn im Auge und wird von vielen Ärzten mit genau denselben Begründungen ignoriert. Ein Experte eines Palliativzentrums meinte dazu, „die Verbindlichkeit (einer Patientenverfügung) sollte seiner Ansicht nach nicht zu hoch angesetzt werden“, schließlich könne man bei 70 – 80 % den Sterbewillen in einen Lebenswillen umwandeln. Naja, vielleicht haben diese Patienten vor der Allmacht der Ärzte auch nur resigniert und lassen es mit sich geschehen und die restlichen 20-30 %... geschenkt.

Heute hat geschrieben:
"Unerträglicher Schmerz muss nicht sein. Einsamkeit in der letzten Lebensphase muss nicht sein", sagte Gröhe vor dem Bundestag

Eben, Deutschland geht's doch gut. Wer will denn da so kleinlich sein...

Zitat:
Sie war allein mit 21 hochgradig Pflegebedürftigen eines privaten Altenheims. Als sie merkte, dass sie nicht alle versorgen konnte, wählte sie die 112

Wenn einer Pflegerin nur der Notruf bleibt


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 08.11.15, 09:58 
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Zitat:
Wenn einer Pflegerin nur der Notruf bleibt


und dass das Personal auf unterbesetzten Stationen überfordert ist, ist leider kein Einzelfall.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 08.11.15, 10:20 
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dora hat geschrieben:
Zitat:
Wenn einer Pflegerin nur der Notruf bleibt


und dass das Personal auf unterbesetzten Stationen überfordert ist, ist leider kein Einzelfall.


...da ist aber nicht die Sterbehilfe der adäquate Lösungsansatz.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 08.11.15, 13:20 
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mandel hat geschrieben:
...da ist aber nicht die Sterbehilfe der adäquate Lösungsansatz.

Das ist richtig. Es zeigt aber was die Versprechen unserer Politiker wert sind. Wer sich darauf verlässt ist verlassen. Die Politik hat sich einmal mehr den Lobbyisten von Kirche und Bundesärztekammer gebeugt, die sich nicht nur ihrer sozialen Verantwortung entzogen sondern damit auch ein erstklassiges Armutszeugnis ausgestellt haben.

Für mich wird die erste Konsequenz sein aus der Kirche auszutreten. Ich lasse mich nicht zwangsentmündigen und auch nicht mehr zwangsenteignen. Meinen Glauben kann ich auch ohne Kirche leben. Diese Heuchler brauche ich für meinen Seelenfrieden nicht.

Mein Ende gehört mir


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 08.11.15, 17:33 
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mandel hat geschrieben:
dora hat geschrieben:
Zitat:
Wenn einer Pflegerin nur der Notruf bleibt


und dass das Personal auf unterbesetzten Stationen überfordert ist, ist leider kein Einzelfall.


...da ist aber nicht die Sterbehilfe der adäquate Lösungsansatz.



Ich wollte damit eig. nur in Frage stellen ob Schwerstkranke besser gepflegt und versorgt werden ?
Es heißt doch, dass niemand Schmerzen haben sollte, aber bei solch einer Pflege ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 10.11.15, 18:33 
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Regelung zur Sterbehilfe: Anmaßend, bevormundend, töricht
Zitat:
In einem dringenden Appell fordern zwei Politiker von B90/Die Grünen die Bundestagsabgeordneten, die gegen den jetzt beschlossenen Gesetzentwurf gestimmt haben, dazu auf, mit einer "abstrakten Normenkontrolle" beim Bundesverfassungsgericht gegen das neue Gesetz vorzugehen...Diesen konsequenten Schritt ist die Minderheit des Bundestages den Bürgerinnen und Bürgern schuldig.


Das "schöne Sterben" ist eine Illusion
Zitat:
Die Vorstellung eines schmerzfreien Todes ist naiv...Es gibt Patienten, bei denen wir angesichts ihrer Schmerzen darum beten, dass sie bald von ihren Leiden erlöst werden. Die rigoristische Position zum assistierten Suizid, wie sie teils auch von den Kirchen vertreten wird, ist unhaltbar...Ähnlich äußerte sich die Ehrenamtskoordinatorin und langjährige Sterbebegleiterin eines kirchlichen Hospizes – mit der Bitte, ihren Namen nicht zu veröffentlichen. Die Vorstellung vom „schönen Sterben“ im Hospiz unter der Obhut der Palliativmedizin sei eine Illusion. „Auch bei uns sterben Menschen unter größten Qualen, auch bei uns schreien Patienten stundenlang aus Panik und Angst vor dem Tod, bis am Ende ein Arzt kommt und ihnen so starke Medikamente gibt, dass sie kurz danach sterben.“ Darüber werde öffentlich aber kaum geredet. Die Aussage, „man muss den Menschen nur die Schmerzen nehmen, dann wollen sie nicht mehr sterben“, sei in dieser generellen Form ein Stück Etikettenschwindel oder Augenwischerei.


Endlich mal welche die Tacheles reden...


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 12.11.15, 07:06 
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stern hat geschrieben:
Der Bundestag wollte dubiose Sterbehilfevereine stoppen – doch auch Ärzte fürchten nun, kriminalisiert zu werden. Die ersten Verbände und Juristen kündigen an, gegen das Gesetz vor dem Verfassungsgericht zu klagen...

140 Strafrechtler plädierten im Vorfeld ausdrücklich gegen das Gesetz. Die ehemalige SPD-Justizministerin Brigitte Zypries warnte ihre Kollegen während der Debatte im Bundestag: "Wir schaffen mehr Probleme, als wir lösen." Jetzt, sagt sie, sei die Konsequenz, dass Staatsanwälte gegen Ärzte ermitteln müssten


Wie das neue Gesetz Ärzte verunsichert


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 13.11.15, 21:30 
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lto hat geschrieben:
Der Bundestag hat das Gesetz zur Sterbehilfe beschlossen. Die Tatbestandsmerkmale des dafür neu in das StGB eingeführten § 217 und ihre Besonderheiten erklärt


Eine Norm für die Wis­sen­schaft


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 18.11.15, 10:21 
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dora hat geschrieben:
Ich wollte damit eig. nur in Frage stellen ob Schwerstkranke besser gepflegt und versorgt werden ?
Es heißt doch, dass niemand Schmerzen haben sollte, aber bei solch einer Pflege ?

Interessanter Anriss. Die Frage inwiefern Patienten langfristig die Möglichkeit einer Sterbehilfe eher in Betracht ziehen, wenn Personalmangel und Engpässe auf einer Station herrschen, sollte vielleicht auch mal untersucht werden. Fehlende Präsenz, Fürsorge und Zuwendung von dieser Seite kann schließlich ganz schön entmutigen, wenn es ohnehin an Bekannten, Freunden oder der Familie fehlt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe aktuell
BeitragVerfasst: 20.12.15, 00:06 
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Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
99 2988 015 Die Nummer zur Sicherheit


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 20.12.15, 17:19 
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Also hat sich bestätigt, was einige Foristen hier befürchteten: Ein/das Gesetz richtet Schaden an.

Frdl. Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 08.01.16, 22:39 
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Beiträge: 2033
Konsequente Rechtsprechung:

Der Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen den neuen § 217 StGB wurde vom Bundesverfassungsgericht abgelehnt.

http://www.bundesverfassungsgericht.de/ ... 6-001.html

Pressemitteilung Nr. 1/2016 vom 8. Januar 2016

Beschluss vom 21. Dezember 2015
2 BvR 2347/15

Frdl. Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Re: Sterbehilfe
BeitragVerfasst: 09.01.16, 00:38 
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Stirb an einem anderen Tag
Welch passender Titel...


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