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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Bedarfsplanung – was ist das ?
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 Betreff des Beitrags: Bedarfsplanung – was ist das ?
BeitragVerfasst: 11.11.17, 01:29 
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Welcher Arzt sich wann wo „nieder lassen“ darf, um dort dann das Eigentum kranker Kassen zu verprassen, darüber entscheidet das Gegenstück der kranken Kassen, die „kassenärztliche Vereinigung“, und legt dieser Entscheidung ihre „Bedarfsplanung“ zugrunde:

soundso viele Ärzte der und der Fachrichtung pro Nase (Kopf / Gesäß / sonstiges singuläres Körperteil) der Bewohner einer Gebietskörperschaft, zumeist Landkreis, dürfen sowas machen,
und das wird denen dann ja auch ordnungsgemäß in einem gebührenpflichtigen amtlichen Bescheid mitgeteilt.


Ganz im Ernst. Da wird von Staats wegen ein „Bedarf“ „geplant“, errechnet, eine Zahl ergibt die andere durch einfache arithmetische Operation. Eine deutsche Behörde weiß, wieviel Arzt ihre Subjekte brauchen, und legt das fest. Objektiv, sauber, nach transparenten jedem bekannten politischen Vorgaben.

Hallo Wach: wir schreiben das Jahr 2017

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 Betreff des Beitrags: Re: Bedarfsplanung – was ist das ?
BeitragVerfasst: 11.11.17, 02:42 
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Arzt als Niederlassung ist als Wirtschaftsfaktor begriffen worden. Leider nur als diese Art Faktor. Vorgestern lief den ganzen Tag auf WDR 2 das Thema Gesundheit und der Mangel an Ärzten. Politik, also die Landesfürsten etc. haben „den“ Arzt als wirtschaftliche Attraktivität fürs Lokale erkannt: „Kein Arzt = keine Apotheke = keine Zuzugswilligen.
Was früher die Kirche für ein Dorf ausmachte, ist nunmehr ein Arzt. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Die Menschen begreifen es langsam, weil sie es merken, dass Gesundheit nichts Privates mehr ist.
Kinderärzte fehlen. Ganz spürbar.
(Via Facebook:) Herr Czaja, Vizevorsitzender des CDU-Bundesfachausschusses Gesundheit und Pflege und ehemaliger Berliner Gesundheitssenator hat sich bei einem "Event" aufgeschwungen und gesagt, mit einem kommenden CDU Bundesgesundheitsminister wird eine Beschneidung der ärztlichen Selbstverwaltung bei der Bedarfsplanung wahrscheinlicher.


Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Re: Bedarfsplanung – was ist das ?
BeitragVerfasst: 11.11.17, 07:27 
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...das heißt, dass die KrankenKassen noch mehr Macht hätten. Ganz im Sinne der Politik.

Was der Politiker vergaß zu erwähnen: bisher sitzen Ärzte und KrankeKassen sowohl im Zulassungsausschuss als auch im Landesausschuss für Bedarfsplanung paritätisch verteilt, plus wenige "Neutrale". Eine Änderung führt dazu, dass das ganze System kippt, zugunsten der Kassen, natürlich.

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Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.


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BeitragVerfasst: 11.11.17, 15:49 
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Selbstverwaltung Teil 1 = kassenä....liche Zereinigung

Der Knabe meint, das müsse jetzt der Staat selber machen.
Dann sind die Galgenvögel endlich ihre Sündenböcke los und die Ärzte ihre Rolle als solche.
Brunngraber hat im änd dazu einen superklasse Beitrag geschrieben.

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 Betreff des Beitrags: Dr. Brunngraber
BeitragVerfasst: 12.11.17, 03:15 
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PR hat geschrieben:
Selbstverwaltung Teil 1 = kassenä....liche Zereinigung

Der Knabe meint, das müsse jetzt der Staat selber machen.
Dann sind die Galgenvögel endlich ihre Sündenböcke los und die Ärzte ihre Rolle als solche.
Brunngraber hat im änd dazu einen superklasse Beitrag geschrieben.

PR


Könnten Sie Auszüge daraus lesbar machen?

Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Lesbar machen
BeitragVerfasst: 12.11.17, 09:59 
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Des goht it so oifach, das steht in einem redaktionellem Artikel

Mittwochabend Veranstaltung des Bundesverbands Managed Care (BMC) in Berlin sprach Mario Czaja, nicht sehr erfolgreicher ehemaliger Berliner Gesundheizsenator, heute stellvertretender Vorsitzender des „Bundesfachausschusses Gesundheit“ der CDU.

„Die ärztliche Selbstverwaltung“ scheitere am Problem der „Über- und Unterversorgung mit Arztsitzen“. Falls es einem BMG aus der CDU gebe, werde man in die Bedarfsplanung der „ärztlichen Selbstverwaltung“ mehr eingreifen als bisher und „die ambulante Bedarfsplanung stärker in die Verantwortung der öffentlichen Hand (zu) bringen“. So etwas Ähnliches habe er schon mal in Berlin gemacht. Dabei werde es aufseiten der Ärzte (finanzielle) Verluste geben beim Verkauf ihrer Praxen zB an MVZs.


Oh, sehe eben, der Knabe spricht von der "ärztlichen Selbstverwaltung". Da bin ich mir jetzt gar nicht sicher, ob man tatsächlich Dinge ausschließlich den KVen wegnehmen kann und den Kassen belassen. Denn dabei reißt man die Selbstverwaltung der "gesetzlichen" Krankenversicherung auseinander. Auf alle Fälle wäre das ein großer weiterer Schritt Richtung Staatsmedizin. Den kann allen Ernstes aus grundgesetzlichen Erwägungen nur jemand tun, der den privat finanzierten Teil der Gesundheitsfürsorge eher ausbauen will als beschneiden.

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 Betreff des Beitrags: Was Dr. Axel B. geschrieben hat
BeitragVerfasst: 12.11.17, 10:08 
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hab ich schon kurz skizziert.

Der Staat braucht die „ärztliche Selbstverwaltung“, weil er damit „über Jahrzehnte Verantwortung, Haftung und politische Blamage an die dummen Ärzte“ abtreten konnte.

B. glaubt nicht, dass Czaja davon auch nur eine leise Ahnung hat und sähe gern, wie der Staatskommissar rasch im Morast des „in sich geschlossenen Wahnsystems“ (ärztliche Selbstverwaltung) versinkt. B. hofft, dass auch die anderen Polit-Genies die Falle nicht bemerken.

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 Betreff des Beitrags: Re: Morast
BeitragVerfasst: 12.11.17, 16:24 
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Ich bedanke mich, PR.

Gibt es Ihres Erachtens eine Erklärung, warum die Krankenkassen dabei so außen vorgelassen werden? Sie (die Kassen) und ja auch der G-BA? Die Bedarfsplanung ist doch (wenn ich auf dem Laufenden bin) ein Zusammenspiel daraus.

Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: kranke Kassen außen vor
BeitragVerfasst: 12.11.17, 16:57 
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Hat mich auch gewundert und gibt Humungus Recht, der hat das gleich richtig gelesen.

Vor Ort (Regierungsbezirk) jedenfalls sitzen im tatsächlich entscheidenden Gremium "Zulassungsausschuss" (der ja kein Ausschuss irgendeiner anderen Organisation ist sondern eine extra Körperschaft) Vertreter der Kassen (Körperschaften) und der KV (Körperschaft). Und es sind wohl immer und überall die Vertreter der kranken Kassen, die am Striktesten auf Einhaltung der "Bedarfsplanungs"-Zahlen pochen, völlig egal, wie unsinnig die sind. Den KVen bleibt gar nichts Anderes, als diese Zahlen auch nach außen hin zu vertreten. Auch wenn dies zu einer glatten Verhohnepiepelung der Bevölkerung führt, wenn es denn einmal gelingt, einen KV-Vertreter aus seinem Glaspalast in eine Bürgerversammlung zu kriegen, wie das, horribile dictu, in Maulburg der Fall war. Der Bursche hat der hausarztlosen Bevölkerung erklärt: ätschebätsch, Sie haben nach unseren Zahlen hier eine Überversorgung.

Ahnungslosigkeit seitens Czaja ?

Der GBA hat denk ich jede Menge anderer Aufgaben.

Wenn man weiter denkt und mutmaßt und sich umhört, könnt man freilich auch auf die Idee kommen, dass so Drückerkolonnen wie zB der Bundesverband Männätscht Kähr gar keine inhabergeführten Praxen mehr wollen sondern DDR-Polikliniken, egal wie man die heut modischer Weise auch noch nennen kann, mit Angestellten, die man beliebig im Ringel rum versetzen kann.

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